Deutsche Pfandbriefbank-Aktie im Erholungsmodus – jetzt noch einsteigen?
Die Deutsche Pfandbriefbank-Aktie konnte sich von dem starken Kursrückgang bis Mitte März auf 2,80 € wieder erholen, liegt aber immer noch deutlich unter dem Niveau zum Jahresanfang mit 4,20 €. Am Mittwoch notiert sie aktuell unverändert bei 3,30 €. Die Transformation dauert länger als geplant. Sind das jetzt immer noch gut Einstiegskurse?
US-Geschäft belastet weiterhin
Der Ausstieg aus dem US-Kreditgeschäft wirkt sich weiterhin negativ auf die Zahlen für das erste Quartal aus. Einerseits fallen durch den Verkauf erheblicher Kreditanteile die Zinserträge, zum anderen müssen weitere Wertberichtigungen gebildet werden. Das US-Kreditvolumen wurde in den ersten drei Monaten von 0,9 auf 0,6 Milliarden € gesenkt. Weitere 0,2 Milliarden € sollen im laufenden Quartal abgebaut werden.
Die operativen Erträge sanken vom 118 Millionen € im Vorjahr auf 77 Millionen €. Hierin sind geringere Zinserträge von 23 Millionen enthalten. Der Rest beruht überwiegend auf niedrigeren Bewertungen. Der Nettogewinn nach Steuern fiel von 24 Millionen auf 5 Millionen €.
Neben den gesunkenen operativen Erträgen machten sich höhere Verwaltungsaufwendungen von 4 Millionen negativ bemerkbar. Das Cost-Income-Ratio verschlechterte sich von 0,64 auf 0,88. Hierzu trug die Integration der übernommenen Deutschen Investment mit dazu bei.
Positiv ist, dass das Neugeschäft gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 1,1 auf 1,3 Milliarden € anzog. Der Anteil der Neuzusagen lag bei 64%. Mit einer Liquiditätsposition von 4,8 Milliarden € ist die Bank gut finanziert.
Trotz des Gewinneinbruchs sind die Zahlen solide ausgefallen. Der Ausstieg aus dem US-Geschäft wird auch im laufenden Quartal noch für Abschreibungen sorgen; allerdings sind die ganz großen Belastungen vorbei.
Vorstandschef Kay Wolf kommentierte die Zahlen so:
Trotz der wirtschaftlichen Unsicherheit in Europa sind wir gut in das zweite Quartal gestartet und bleiben zuversichtlich, unsere Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen.
Leichte Verbesserungen erwartet
Für das laufende Jahr gibt die Bank sich vorsichtig optimistisch. Insbesondere beim Ergebnis vor Steuern wird wieder mit einem Gewinn von 30 bis 50 Millionen € gerechnet – im Vorjahr fiel ein Verlust von 250 Millionen € an. Der Provisionsertrag soll von 0,9% auf 10 bis 15% deutlich steigen. Hier wird sich der Erwerb der Mehrheit an der Deutschen Investment Gruppe positiv bemerkbar machen. Die Gruppe verwaltet ein Portfolio von rund 3 Milliarden €.
Das Neugeschäft soll bei 7,5 bis 8,5 Milliarden € liegen. Beim Kreditvolumen stehen 27 bis 28 Milliarden € auf dem Zettel. Die Eigenkapitalrendite soll auf 0 bis 1% steigen – zuletzt lag sie bei -9,9%.
Die mittelfristigen Ziele der Eigenkapitalrendite von 8% sowie die operativen Erträge wurden von 2027 auf 2028 verschoben.
- Die Deutsche Pfandbriefbank, kurz (WKN: 801900) pbb, ist eine führende europäische Spezialbank für die Finanzierung von Immobilien und öffentlichen Investitionen.
- Sie zählt zu den größten Emittenten von Pfandbriefen. Für Privatanleger bietet sie Anlagen in Fest- und Tagesgeld an.
- Das Institut ist an über 10 Standorten in Europa sowie den USA vertreten und hat seinen Hauptsitz in München.
- Die Marktkapitalisierung der im Prime-Standard gelisteten Aktie beträgt aktuell 434 Millionen €.
Fazit
Der massive Kursrückgang bis Mitte März beruhte überwiegend auf dem Iran-Konflikt. Hierunter litten fast alle Aktien. Dieser Verlust wurde teilweise wieder aufgeholt.
Die nächsten Quartale dürfte stetig besser ausfallen. Nach der Integration der Deutschen Investment werden auch daraus zusätzliche Erträge generiert. Unter diesem Aspekt gehe ich von weiter steigenden Kursen aus. Ein fairer Wert dürfte bei 4,50 € liegen. Das sehen die Analysten der Deutschen Bank ebenso.
Für risikobewusstere Anleger mit einem längeren Anlagehorizont bietet das jetzige Kursniveau immer noch gute Einstiegsmöglichkeiten.
Tipp: Bleibe mit unserem kostenlosen SD Insider Newsletter immer über die aktuellsten Börsen-Chancen informiert.
ℹ️ Deutsche Pfandbriefbank in Kürze