stock.adobe.com/Tricky_Shark

Delivery Hero-Aktie: Das dürfte den Druck erhöhen

Aktienpakete wechseln

Die Delivery Hero-Aktie ist mit einem aktuellen Kursanstieg von 13,3% auf 22,50 € der größte Tagessieger im MDAX. Allerdings zeigt der Kursverlauf auf Jahressicht eine sehr große Schwankungsbreite. Ist der nächste Kursrückgang vorprogrammiert?

Anteilsübertrag zwischen Großaktionären

Das Berliner Unternehmen ist weitestgehend im Eigentum von wenigen Großaktionären; der Streubesitz ist mit rund 21% gering. Großaktionäre sind die niederländische Beteiligungsgesellschaft Prosus mit rund 22% und der Hongkonger Finanzinvestor Aspex Managementmit 9%.

Am Montag teilten die beiden Anteilseigner mit, dass ein Paket von rund 5% übertragen wurde. Prosus verkaufte 15,2 Millionen Aktien an Aspex. Der Verkaufspreis liegt bei 22 €. Damit liegt er rund +10% über dem Schlusskurs am Freitag vergangener Woche.

Prosus gab letzten Jahres bekannt, dass es sich von großen Teilen des Berliner Essenslieferanten trennen möchte. Der Hintergrund für diesen Schritt ist, dass der Finanzinvestor den Konkurrenten Just Eat Takeaway im Herbst 2025 übernahm. Die Bedingung für die Zustimmung der EU war, dass der Anteil an Delivery Hero deutlich reduziert werden musste. Zudem darf kein Vertreter im Vorstand enthalten sein.

Der Anteil von Prosus reduzierte sich durch die Transaktion auf 17%. Ob weitere Anteile verkauft werden, ist unklar. Bei Aspex erhöhte sich der Anteil auf rund 14%.

Tipp: Bleibe mit unserem kostenlosen SD Insider Newsletter immer über die aktuellen Entwicklungen wie bei Novo Nordisk informiert.

Aspex Management drängt auf Verkäufe

Aspex, jetzt mit 14% einer der größten Aktionäre, wirft dem Unternehmen mangelnde Konzentration auf die Profitabilität vor. Andere Konkurrenten sind da wesentlich weiter; sie konzentrieren sich auf die Ertragskraft und verkaufen unrentable Geschäftseinheiten.

Bemängelt wird, dass Delivery Hero nicht genug tut. Zuletzt scheiterte der Verkauf der taiwanesischen Tochter an Uber. Der Essenslieferant ist in über 70 Ländern aktiv, das ist aus Sicht von Aspex zu viel, um die Ertragskraft zu erhöhen. Sollte hier nicht mehr getan werden, sollte es zu einem Wechsel an der Konzernspitze kommen.

Aspex schrieb in einem Brief an den Vorstandsvorsitzenden von Delivery Hero, Niklas Östberg folgendes:

Wir erwarten, dass Sie alle Vermögenswerte identifizieren, bei denen Delivery Hero nicht der beste Eigentümer und Betreiber ist und deren Verkauf einen höheren Wert generiert.

Mit dem jetzt höheren Anteil steigt der Druck auf das Management um den Gründer und CEO Niklas Östberg.

Weiteres Wachstum erwartet

Für das laufende Geschäftsjahr geht der Konzern von einem deutlichen Wachstum aus. Der GVM (Bruttowarenwert) soll um 8 bis 10% zulegen und der Umsatz um 14 bis 16%.

Das operative EBITDA bleibt mit einem geplanten Anstieg von 1 bis 6% weiterhin der Schwachpunkt. Hier dürfte Aspex weiter Druck machen.

Analysten bewerten Aussichten unterschiedlich

Die Gemengenlage ist bei allen Analysten gleich, und dennoch kommen sie zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Die Bandbreite der Zielkurse reicht von 20 € bis 35,50 €. Die Deutsche Bank hält die Aktie mit ihrem Zielkurs von 20 € für fair bewertet. Barclays mit 35,50 € sieht hohes Potenzial. Sie verweisen darauf, dass die Fundamentaldaten sich verbesserten.

ℹ️ Delivery Hero in Kürze

  • Die Delivery Hero SE (A2E4K4) mit Sitz in Berlin betreibt eine Online-Bestell- und Lieferplattform für Mahlzeiten, Lebensmittel und andere Waren des täglichen Bedarfs.
  • Die Tochterunternehmen des Konzerns betreiben unter verschiedenen Firmen- und Markennamen Online-Bestelldienste, bei denen Kunden an Restaurants und Lieferdienste vermittelt werden.
  • Delivery Hero ist weltweit tätig, hat sich jedoch aus dem deutschen Heimatmarkt weitgehend zurückgezogen. An der Börse ist der Konzern derzeit mit 6,9 Milliarden € bewertet.

Fazit

Aufgrund der wirtschaftlichen Daten, besitzt die Aktie ein begrenztes Potenzial nach oben. Den fairen Wert sehe ich bei 25 €. Die hohe Schwankungsbreite dürfte sich weiter fortsetzen. Somit sind auch wieder größere Korrekturen zu erwarten.

Ein weiteres Problem für eine nachhaltige Kurssteigerung ist jedoch der geringe Streubesitz. Das tägliche Handelsvolumen ist daher eher als gering zu bezeichnen. Die Großaktionäre sowie die institutionellen Investoren halten an ihren Beständen fest.

Sollte sich Aspex mit seinen Forderungen durchsetzen, könnte das für steigende Kurse sorgen. Allerdings kommt damit auch sehr viel Unruhe in das Unternehmen.

Insgesamt sollten Anleger vorerst abwarten.

Ergänzend dazu: Für Investoren, die ihr Depot mit zukunftsorientierten Tech-Werten für 2026 verstärken möchten, bietet unser exklusiver Report „3 Top-Picks 2026“ eine fundierte Analyse mit konkretem Multibagger-Potenzial.