Under Armour-Aktie: Der lange Kampf zurück

Nimmt der Turnaround bald Fahrt auf?

Die Aktie von Under Armour bewegt sich nach einem furiosen Jahresauftakt und einer starken Korrektur weiterhin in einem Umfeld aus Restrukturierung, rückläufigen Umsätzen und vorsichtiger Turnaround-Phantasie. Trotz operativer Schwierigkeiten bleibt das Papier für einige Investoren interessant, weil die Bewertung bereits viele Risiken widerspiegelt und damit Spielraum für positive Überraschungen bietet.

Under Armour storefront with large white logo and bold sign on a glass facade in a mall.
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Der Sportartikelhersteller Under Armour  befindet sich erneut in einer Phase strategischer Neuordnung. Tatsächlich wirkt es, als stecke das Unternehmen seit Jahren in einer Abfolge von Sanierungsprogrammen. Der Aktienkurs ist deutlich unter früheren Niveaus gefallen, während das Management versucht, dem Unternehmen wieder zu alter Stärke zu verhelfen.

Gleichzeitig zeigt sich die Aktie ausgesprochen volatil. Seit Jahresbeginn bewegte sich der Kurs zwischen weniger als fünf Dollar und über acht Dollar je Anteilsschein. Insgesamt liegt das Papier im laufenden Jahr dennoch rund 28 Prozent im Plus.

Der jüngste Quartalsbericht unterstreicht jedoch, dass sich die operative Entwicklung bislang nur teilweise mit der Erzählung eines Turnarounds deckt. Zwar scheint sich der Rückgang im Geschäft zu verlangsamen, doch echte Fortschritte sind bisher kaum sichtbar. Dennoch bleibt die Aktie aus Bewertungssicht für kleinere Positionen interessant.

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Schwache Zahlen bremsen Turnaround-Story

Die jüngsten Geschäftszahlen zeigen weiterhin einen schrumpfenden Konzern. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 sanken die Umsätze um fünf Prozent auf 1,33 Milliarden Dollar im Vergleich zum Vorjahr. Besonders belastend bleibt das Schuhsegment, dessen Erlöse um zwölf Prozent zurückgingen.

Auch die Bruttomarge entwickelte sich negativ. Sie fiel um 310 Basispunkte auf 44,4 Prozent. Hauptgrund sind Importzölle, die derzeit erheblichen Druck auf die Profitabilität ausüben. Da die Auswirkungen der Zölle noch nicht vollständig in den Finanzzahlen reflektiert sind, dürfte dieser Druck auch in den kommenden Quartalen spürbar bleiben.

Positiv fällt lediglich der konsequente Sparkurs beim Verwaltungsaufwand auf. Bereinigt um einmalige Rechtskosten von 99 Millionen Dollar sowie kleinere Transformationsausgaben gingen die Vertriebs- und Verwaltungskosten um sieben Prozent zurück. Zwar gelingt es dem Unternehmen bisher nicht, Umsatz oder Verkaufsmargen zu steigern, doch zumindest bei den Kosten wurden Fortschritte erzielt.

Ohne die erwähnten Sonderbelastungen hätte der operative Gewinn bei 26 Millionen Dollar gelegen.

Skepsis gegenüber Restrukturierungskosten

Ein kritischer Punkt bleibt die umfangreiche Nutzung von Restrukturierungs- und Transformationskosten in der Berichterstattung. Solche Posten können die tatsächliche wirtschaftliche Entwicklung verschleiern, da sie häufig aus den bereinigten Ergebnissen herausgerechnet werden.

Bei Under Armour fallen diese Aufwendungen bereits seit längerer Zeit erheblich aus. Dadurch wird es schwieriger, die operative Entwicklung über mehrere Jahre hinweg klar zu beurteilen. Die Bezeichnung Transformationskosten wirft zusätzliche Fragen auf, weil nicht immer eindeutig ersichtlich ist, welche Ausgaben tatsächlich darunter fallen.

Für Investoren bleibt daher entscheidend zu beobachten, welche konkreten Verbesserungen aus diesen Investitionen entstehen.

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Stabilisierung statt Wachstum im Ausblick

Auch der Ausblick des Managements bleibt vorsichtig. Für das laufende Geschäftsjahr wird weiterhin mit sinkenden Umsätzen gerechnet. Der Rückgang dürfte allerdings geringer ausfallen als ursprünglich erwartet. Statt eines Minus von fünf Prozent rechnet das Unternehmen nun mit einem Rückgang von rund vier Prozent.

Die Bruttomarge soll sich ebenfalls weiter abschwächen, wenn auch in geringerem Tempo. Beim bereinigten operativen Ergebnis erwartet das Management Werte am oberen Ende der bisherigen Prognose.

Das laufende Restrukturierungsprogramm nähert sich gleichzeitig seinem Abschluss. Die entsprechenden Kosten sollen im kommenden Quartal weitgehend auslaufen. Damit startet das nächste Geschäftsjahr erstmals ohne zusätzliche Restrukturierungsbelastungen.

Im Zuge der Neuausrichtung wurden zahlreiche Produktvarianten gestrichen. Rund ein Viertel der Artikelnummern wurde aus dem Sortiment genommen, um die Komplexität des Geschäfts zu reduzieren und die Effizienz zu steigern. Zudem wurden Materialstrukturen vereinfacht und Abläufe verschlankt.

Das Geschäftsjahr 2026 galt damit vor allem als Phase der Bereinigung und organisatorischen Neuausrichtung. Das kommende Jahr soll nun zeigen, ob diese Maßnahmen tatsächlich Wirkung entfalten.

Gedämpfte Erwartungen für die kommenden Jahre

Die strategische Argumentation klingt plausibel. Nach einer Phase intensiver Umstrukturierung soll nun eine stabilere Basis entstehen. Allerdings erinnert diese Geschichte an frühere Versprechen des Unternehmens.

Entscheidend wird sein, ob sich die Fortschritte tatsächlich in den Kennzahlen widerspiegeln. Während der letzten Telefonkonferenz zeigte sich der Vorstand zwar zuversichtlich, dämpfte jedoch gleichzeitig die Erwartungen.

Nach Aussage des Finanzchefs liegt das kurzfristige Ziel darin, das Geschäft bis zum jetzt angebrochenen Geschäftsjahr 2027 zu stabilisieren. Wachstum wurde dabei nicht in Aussicht gestellt. Vielmehr geht es zunächst darum, den bisherigen Abwärtstrend zu stoppen.

Auch bei den Margen bleibt der Ausblick verhalten. Im ersten Halbjahr des neuen Fiskaljahres dürfte weiterhin Druck auf die Profitabilität bestehen.

Scheiternde Sanierung als zentrales Risiko

Das größte Risiko liegt weiterhin in der Umsetzung der Sanierungsstrategie. Das Geschäft schrumpft seit mehreren Jahren, während gleichzeitig erhebliche Mittel in den Umbau investiert werden.

Sollten die Maßnahmen nicht greifen, könnte der Umsatzrückgang anhalten und zusätzlichen Druck auf die Aktie ausüben.

Darüber hinaus bleiben Importzölle und geopolitische Entwicklungen wichtige Risikofaktoren. Die Sportartikelbranche ist stark von internationaler Produktion abhängig, wodurch politische Spannungen und Handelsbarrieren direkten Einfluss auf Kostenstrukturen haben können.

Bewertung bleibt niedrig

Die Marktkapitalisierung von Under Armour liegt derzeit bei nur noch rund 2,6 Milliarden Dollar. Mit erwarteten Umsätzen von rund fünf Milliarden Dollar für das Geschäftsjahr 2026 ergibt sich ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von nur noch gut 0,5. Dieser Wert gilt im Branchenvergleich als niedrig.

Ein wichtiger Faktor für Investoren bleibt die Profitabilität nach Abschluss der Restrukturierung. Sollte sich zeigen, dass die Kostenstruktur dauerhaft verbessert wurde, könnte dies auch ohne stark steigende Umsätze zu höheren Gewinnen führen.

Hinzu kommt eine solide Liquiditätsposition. Der Konzern verfügt über ausreichend Bargeldreserven und über ein laufendes Aktienrückkaufprogramm, das den Kurs zusätzlich stützen könnte.

Fazit: Geduld gefragt

Under Armour arbeitet an einer Neuaufstellung seines Geschäftsmodells, um Prozesse zu vereinfachen und langfristig stabilere Ergebnisse zu erzielen. Die aktuellen Quartalszahlen zeigen jedoch noch keine klare Trendwende; eine sichtbare Verbesserung erwartet das Management frühestens im nächsten Geschäftsjahr. Für 2027 rechnen viele Beobachter zunächst eher mit Stabilisierung als mit Wachstum.

Trotz operativer Schwäche bleibt die Aktie für manche Investoren interessant, da viele Risiken bereits im Kurs enthalten sind. Positive Überraschungen könnten daher deutliche Kursbewegungen auslösen – auch wegen einer hohen Shortquote von etwa 22 Prozent.

Zudem bleibt die Marke ein wertvolles Asset mit rund fünf Milliarden Dollar Jahresumsatz.

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ℹ️ Under Armour in Kürze

  • Under Armour ist ein US-amerikanischer Sportartikelhersteller mit Sitz in Baltimore.
  • Das Unternehmen produziert und vertreibt ein breites Spektrum an Sportprodukten, von Schuhen und Jacken über Hosen, Leggings, Shorts und Sportunterwäsche bis zu Taschen, Mützen und Schutzkleidung.
  • Zudem sind auch Freizeit-T-Shirts, -Hosen, -Schuhe und -Kappen Bestandteil des Sortiments.
  • Ein besonderer Fokus von Under Armour liegt auf den populären US-Sportarten Football, Baseball und Basketball.
  • Unter Armour notiert an der New York Stock Exchange und ist ca. 2,6 Milliarden US$ wert.
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