Porr-Aktie: Trotz Allzeithoch noch Potenzial?
Das österreichische Bauunternehmen Porr ist mit seiner Expertise ein gefragter Baupartner in der Dachregion sowie Osteuropa. Ich hatte die Gelegenheit, auf der Finanzmesse Invest in Stuttgart am Stand Dr. Reuter mit der Unternehmensvertreterin Frau Galuska ein Interview zu führen. Was ist das Besondere an der Porr-Aktie und wie sind die weiteren Aussichten?
Solide Geschäftszahlen abgeliefert
Frau Galuska verwies darauf, dass das abgelaufene Geschäftsjahr sehr erfolgreich ausgefallen ist. Ein Zeitvergleich der letzten Jahre zeigt, dass sich der positive Trend der letzten Jahre auch 2025 fortsetzte.
Der Umsatz stieg um 1,7% gegenüber dem Vorjahr auf 6,3 Milliarden €, davon wurde der überwiegende Teil im Ausland erzielt. Neben dem stabilen Geschäft im Tiefbau kommen auch wieder positive Impulse aus dem Hochbausegment.
Das operative EBIT verbesserte sich überproportional – es erhöhte sich von 158,4 auf 196,7 Millionen €. Dementsprechend stieg die EBIT-Marge von 2,3% auf 3%. Beim Konzernergebnis war ein Anstieg von 108,9 auf 136,7 Millionen € zu verzeichnen. Beim Free Cashflow trat ein Anstieg von 138 auf 232 Millionen € ein.
In der Summe fiel das abgelaufene Geschäftsjahr sehr gut aus. Das Unternehmen sprach von dem besten Geschäftsjahr in der 157-jährigen Unternehmensgeschichte.
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2026 soll noch besser ausfallen
Für das laufende Geschäftsjahr gibt der Baukonzern sich noch zuversichtlicher, sowohl beim Umsatz als auch beim Ertrag. Hierfür verantwortlich sind die hohe Nachfrage im Tiefbau und bei der Infrastruktur. In Deutschland kommt das Sondervermögen so langsam in Fahrt. Aber auch in Österreich und in den osteuropäischen Ländern nehmen die Auftragseingänge zu. Mit der Übernahme der VAMED-Standortentwicklung kann jetzt auch der komplette Bau von Gesundheitseinrichtungen angeboten werden.
Der Fokus liegt auf der Steigerung der Profitabilität. Die EBIT-Marge soll bis 2030 auf 3,5 bis 4% wachsen. Frau Galuska erklärte mir, dass die steigenden Preise für Zement und Energie vorerst keine Belastung darstellen. Das Unternehmen hat sich langfristig abgesichert.
Basis für das zukünftige Wachstum ist der hohe Auftragsbestand von rund 9,5 Milliarden €. Der Auftragseingang dürfte weiterhin hoch sein.

Frau Galuska von PORR AG und Redakteur Rudolf Schneider während des Interviews auf der Invest
Was bedeutet das für die Aktie?
Mit dem Anstieg Anfang April auf rund 41 € erzielt die Porr-Aktie ihr Allzeithoch. Gegenüber dem Anfangskurs 2025 verdoppelte sie sich. Am Montag verliert sie leicht und steht bei knapp 40 €.
Aus meiner Sicht ist mittelfristig mit weiter steigenden Kursen zu rechnen. Im Hinblick auf den starken Kursanstieg zuletzt sollten Anleger vorerst jedoch eine Kurskorrektur abwarten.
Das erste Quartal ist in der Baubranche immer etwas schwächer. Hier macht sich das schlechte Wetter stärker bemerkbar. Somit dürfte der Bericht für das Auftaktquartal etwas schwächer ausfallen. Die Folgequartale weisen wieder auf das Wachstum hin.
Ebenfalls für die Aktie spricht, dass die Aktionäre an der Gewinnverbesserung angemessen beteiligt werden. In den letzten vier Jahren stieg die Dividende stetig. Für 2025 ist eine Dividende von 1,05 € vorgesehen. Aktuell entspricht das einer Rendite von 2,6%. Daneben werden Aktienrückkäufe durchgeführt.
Die Analysten sind mehrheitlich ebenfalls positiv gestimmt. Montega mit ihrem Zielkurs von 46 € sowie Warburg Research mit 43 € sehen weiteres Potenzial. Lediglich ODDO BHF sieht den fairen Kurs bei 36 €.
Mein Fazit: Kurzfristig sollte eine Korrektur abgewartet werden. Mittelfristig bietet die Aktie jedoch weiteres Potenzial.
Ergänzend dazu: Manche Dividenden-Titel werden derzeit vom Markt unterschätzt und bieten dadurch attraktive Einstiegschancen. Hier findest Du zehn konkrete Kandidaten, die sowohl durch Ausschüttungen als auch durch Kurspotenzial überzeugen könnten.
ℹ️ Porr in Kürze
- Die Porr AG (WKN: 850185) ist ein österreichischer Baukonzern, der in vielen Sparten der Bauwirtschaft seine Leistungen anbietet. Hierzu zählen der Tief- und Hochbau, der Bau von Tunneln und Spezialtiefbauten. Auch das Facility-Management gehört zum Leistungskatalog.
- Der Hauptsitz befindet sich in Wien; der Konzern ist national und international tätig.
- Das an der Wiener Börse notierte Unternehmen wird aktuell mit rund 1,6 Milliarden € bewertet.