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Petrobras-Aktie nach der Rallye: Noch ein Top-Tipp im Öl-Sektor?

Längst nicht teuer

Die Aktie von Petróleo Brasileiro – Petrobras hat in den vergangenen Monaten eine besonders starke Kursentwicklung gezeigt, konnte sich seit Jahresbeginn im Wert verdoppeln und damit erneut das Interesse vieler Anleger wecken. Trotz eines bereits deutlichen Anstiegs bleibt der Energiekonzern aufgrund seiner strategischen Rolle in Brasilien und seiner starken operativen Basis weiterhin ein relevanter Titel im Öl-Sektor.

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In unserer letzten Einschätzung wurde die Petrobras-Aktie wie schon zuvor positiv besprochen. Ausschlaggebend waren die Rekordproduktion, der starke freie Cashflow sowie die fortgesetzte Expansion trotz niedriger Ölpreise. Diese Faktoren deuteten auf solide langfristige Perspektiven hin, die aktuell zusätzlich von günstigen makroökonomischen Entwicklungen unterstützt werden könnten.

Langfristig bleibt das Papier attraktiv, insbesondere falls brasilianische Aktien im Zuge sinkender Zinsen eine Neubewertung erfahren und der aktuelle Investitionszyklus gegen Ende des Jahrzehnts ausläuft.

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Milliardeninvestitionen prägen die nächsten Jahre

Der Energiekonzern legte solide Ergebnisse für das vierte Quartal sowie für das Gesamtjahr 2025 vor. Der freie Cashflow sank jedoch deutlich von 23,32 Milliarden Dollar im Jahr 2024 auf 16,53 Milliarden Dollar im Jahr 2025. Ursache waren deutlich gestiegene Investitionen.

Die Investitionsausgaben beliefen sich 2025 auf 19,52 Milliarden Dollar, nachdem sie 2024 noch bei 14,64 Milliarden Dollar und 2023 bei 12,11 Milliarden Dollar gelegen hatten. Rund 84 Prozent dieser Mittel flossen in Exploration und Produktion. Diese Ausgaben führten zugleich zu den höchsten nachgewiesenen Reserven des Unternehmens seit zehn Jahren.

Der aktuelle Fünfjahresplan sieht weiterhin hohe Investitionssummen vor. Erst ab den Jahren 2029 und 2030 wird ein deutlicher Rückgang erwartet. Bis dahin will Petrobras seine Produktionsbasis und sein Anlagenportfolio deutlich erweitern.

Schlüsselrolle für Brasiliens Energieversorgung

Langfristig bleibt Petrobras ein zentraler Pfeiler der brasilianischen Energieversorgung. Das Unternehmen geht davon aus, künftig etwa 31 Prozent der Energie des Landes bereitzustellen. Der Gesamtbedarf Brasiliens dürfte dabei von etwa 14 Exajoule im Jahr 2022 auf rund 21 Exajoule bis 2050 steigen.

Parallel zum Ausbau der Öl- und Gasproduktion plant der Konzern auch schrittweise Investitionen in CO₂-ärmere Energieformen. Diese sollen langfristig einen ergänzenden Bestandteil des Geschäftsmodells darstellen.

Politische Einflussfaktoren

Kürzlich wurde ein Wechsel an der Spitze des Verwaltungsrats bekannt gegeben. Ein ehemaliger Sondersekretär für Rechtsangelegenheiten im brasilianischen Präsidialamt übernimmt vorübergehend den Vorsitz bis zur nächsten Hauptversammlung.

Diese Personalie unterstreicht erneut die politische Dimension staatlich kontrollierter Unternehmen. Bei Petrobras wird auch der Vorstandsvorsitz traditionell vom Präsidenten des Landes bestätigt.

Der Wechsel erfolgte nachdem der bisherige Vorsitzende im März 2026 zurückgetreten war, um das Amt des brasilianischen Planungs- und Haushaltsministers zu übernehmen. Politische Verflechtungen zwischen Regierungen und großen Energiekonzernen sind jedoch keineswegs ungewöhnlich. Ein prominentes Beispiel ist Rex Tillerson, der nach seiner Zeit als Chef von ExxonMobil zum US-Außenminister ernannt wurde.

Solide Bilanz trotz hoher Investitionen

Die Bilanzstruktur des Konzerns bleibt insgesamt stabil. Zwar liegen die kurzfristigen Vermögenswerte unter den kurzfristigen Verbindlichkeiten, doch die gesamte Vermögensbasis übersteigt die Schulden deutlich. Das Eigenkapital beläuft sich auf rund 75,6 Milliarden Dollar.

Die durchschnittliche Restlaufzeit der Verbindlichkeiten lag Ende 2025 bei 11,7 Jahren, während die durchschnittlichen Finanzierungskosten etwa 6,7 Prozent betrugen.

Aufgrund des geringeren Cashflows reduzierte das Unternehmen allerdings seine Dividendenausschüttung deutlich. Für 2025 wurden insgesamt 8,11 Milliarden Dollar ausgeschüttet, nachdem es im Vorjahr noch 18,33 Milliarden Dollar gewesen waren. Diese Schwankungen verdeutlichen die zyklische Natur des Geschäfts.

Die nächsten Quartalszahlen werden für den 11. Mai erwartet. Analysten rechnen mit einem Gewinn je Aktie von etwa 0,91 Dollar bei einem Umsatz von rund 27,24 Milliarden Dollar.

Geopolitik treibt kurzfristige Marktbewegungen

Der Konflikt mit dem Iran hat die Entwicklung des Ölmarktes in den vergangenen Monaten maßgeblich beeinflusst. Gleichzeitig legte die brasilianische Währung gegenüber dem US-Dollar seit Jahresbeginn um etwa zehn Prozent zu.

Trotz kurzfristig steigender Preise gilt der Konflikt mittel- und langfristig nicht als strukturell positiv für den Ölmarkt. Zwei Szenarien erscheinen möglich. Entweder endet der Konflikt relativ schnell, während geopolitische Risikoprämien noch längere Zeit bestehen bleiben. Oder eine wirtschaftliche Abschwächung tritt ein. Beide Entwicklungen könnten die Nachfrage nach Öl dämpfen.

Kurzfristig könnten höhere Preise zwar die Gewinne der Produzenten steigern. Sobald Lieferketten jedoch wieder stabil funktionieren und strategische Reserven aufgefüllt sind, dürfte sich der Markt wieder stärker an fundamentalen Faktoren orientieren. Gleichzeitig wird eine Verlangsamung des globalen Wachstums erwartet.

Nach Einschätzung der U.S. Energy Information Administration könnten die Preise für Brent-Öl zunächst bis auf rund 115 Dollar pro Barrel steigen, bevor sie gegen Ende des Jahres wieder zurückgehen. Für 2027 wird ein Durchschnittspreis von etwa 76 Dollar erwartet.

Für einen kostengünstigen Produzenten wie Petrobras bleibt selbst dieses Preisniveau attraktiv. Entscheidend wird jedoch sein, wie sich die weltweite Nachfrage entwickelt und wie Zentralbanken auf mögliche Inflationsschübe reagieren.

Zinspolitik als möglicher Rückenwind

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Geldpolitik in Brasilien. Die brasilianische Zentralbank senkte den Leitzins im März um 25 Basispunkte auf 14,75 Prozent. Marktteilnehmer hatten zuvor eine stärkere Senkung erwartet.

Sollte sich der Zinssenkungszyklus fortsetzen, könnte dies langfristig positive Auswirkungen auf den Aktienmarkt des Landes haben. Kapital könnte verstärkt aus hochverzinslichen Anleihen in Unternehmensbeteiligungen fließen.

Für dividendenstarke Unternehmen wie Petrobras wäre ein solcher Trend besonders vorteilhaft. Steigende Bewertungen könnten die aktuell hohen Dividendenrenditen teilweise in Kursgewinne umwandeln.

Operative Strategie bleibt stabil

Die aktuellen Investitionsprogramme stellen die größte Herausforderung für den freien Cashflow dar. Das Unternehmen schätzt, dass der freie Cashflow im Jahr 2026 bei einem Ölpreis von rund 59 Dollar pro Barrel ausgeglichen wäre. Mit sinkenden Investitionsausgaben könnte dieser Wert langfristig auf etwa 48 Dollar pro Barrel fallen.

Parallel baut Petrobras sein Portfolio weiter aus. Dazu gehören höhere Beteiligungen an Förderprojekten im Campos-Becken sowie mögliche Übernahmen wie die geplante Akquisition der Raffinerie Mataripe von Mubadala aus Abu Dhabi.

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Bewertung zeigt weiterhin Aufwärtspotenzial

Eine konservative Bewertung auf Basis eines Discounted-Cashflow-Modells ergibt trotz vorsichtiger Annahmen einen fairen Wert von etwa 23,97 Dollar je ADR.

Dabei wurde ein langfristiger Ölpreis von rund 65 Dollar pro Barrel unterstellt, während der freie Cashflow zunächst bis 2028 stabil bleibt. Danach wird ein moderates Wachstum erwartet, wenn die Ergebnisse der Investitionsphase sichtbar werden.

Selbst bei einer hohen Diskontierungsrate von 15 Prozent ergibt sich damit ein Unternehmenswert von rund 154 Milliarden Dollar. Der aktuelle Marktpreis von etwa 20,45 Dollar je ADR liegt weiterhin darunter.

Perspektive bleibt positiv

Die Aktie von Petrobras erhält daher weiterhin die Bewertung „Buy“. Kurzfristige Belastungen durch geopolitische Spannungen und mögliche Inflationsschocks sind zwar denkbar, doch strukturell bleibt das Unternehmen solide positioniert.

Die strategische Bedeutung für die brasilianische Energieversorgung, mögliche Zinssenkungen sowie der Abschluss des laufenden Investitionszyklus könnten langfristig zu einer Neubewertung der Aktie führen. Gleichzeitig bleiben politische Risiken und die hohe Abhängigkeit vom Ölmarkt zentrale Faktoren, die Investoren berücksichtigen müssen.

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