"Bist Du bereit, wenn die Tech-Blase platzt?" Masterclass mit Rohstoff-Expertin Miriam Kraus: Jetzt kostenlos anmelden 👉

Palantir-Aktie: Starinvestor warnt vor nächstem Kursrutsch

Michael Burry meldet sich zurück

Bei Palantir ist weiterhin viel Sand im Getriebe. Zwar legte die Aktie nach Beginn des Iran-Krieges zunächst kräftig zu, doch zuletzt wurden die Gewinne wieder größtenteils abgegeben. Am Mittwoch büßte das Papier als einer der schwächsten Werte im S&P 500 sogar mehr als -6% ein. Und es droht weiteres Ungemach.

Envision an AI-driven diagnostic tool analyzing patient data for early disease detection
stock.adobe.com/Gefo

Michael Burry meldet sich zurück

Im November hatte Starinvestor Michael Burry mit einer großen Short-Position bei Palantir für Aufsehen gesorgt und die bis dahin stark laufende Aktie unter Druck gebracht. Mitte Februar legte Burry nach und prophezeite ein Crash-Szenario, das zu einem Kurssturz auf 50 bis 60 US$ führen könnte. Dabei bediente sich der Hedgefonds-Manager der charttechnischen Analyse.

Und nun meldete sich der renommierte Investor mit einer weiteren Warnung zurück. Seine These: Im boomenden Enterprise-KI-Markt könnte ein neuer Player das Rennen machen – das aufstrebende KI-Unternehmen Anthropic.

Du begeisterst Dich für die Entwicklung von KI? Dann bleibe mit unserem kostenlosen SD Insider Newsletter auf der Höhe der Zeit!

Läuft Anthropic Palantir den Rang ab?

Auslöser für Burrys Einschätzung ist das beeindruckende Wachstum von Anthropic. Innerhalb weniger Monate schoss der jährlich wiederkehrende Umsatz (ARR) von 9 auf 30 Milliarden US$ nach oben. Zum Vergleich: Palantir benötigte rund zwei Jahrzehnte, um die Marke von 5 Milliarden US$ zu erreichen. Für Burry ist das ein deutliches Signal für eine nachhaltige Machtverschiebung im Markt.

Der Grund für diesen rasanten Aufstieg liegt vor allem in der strategischen Ausrichtung. Während Palantir traditionell auf komplexe, oft staatliche Großprojekte setzt, punktet Anthropic mit skalierbaren, vergleichsweise kosteneffizienten KI-Lösungen für Unternehmen. Genau diese Einfachheit und Flexibilität treffen offenbar den Nerv der Zeit: Rund 73% der neuen Ausgaben im Bereich Enterprise-KI fließen mittlerweile in Lösungen wie die von Anthropic.

Auch die Nutzerdynamik unterstreicht diesen Trend. Laut Analysen von Ara Kharazian verzeichnete Anthropic zuletzt das schnellste Wachstum seiner Geschichte. Innerhalb nur eines Monats stieg die Verbreitung unter Unternehmen um fast fünf Prozentpunkte – inzwischen nutzt etwa jedes vierte erfasste Unternehmen die Dienste des Start-ups.

Palantir hingegen bleibt seiner Linie treu. CEO Alex Karp betont weiterhin die Stärke der eigenen Plattformen bei der Integration hochkomplexer Systeme – von Krankenhäusern bis hin zu militärischer Infrastruktur. Ein Ansatz, der nicht nur technologisch anspruchsvoll ist, sondern oft mit längeren Implementierungszeiten und höheren Kosten einhergeht.

Kriegsprämie droht wegzufallen

Die negative Einschätzung von Michael Burry kommt zur Unzeit, denn Palantir droht darüber hinaus auch noch seine geopolitische Risikoprämie einzubüßen, nachdem sich der Iran und die USA auf eine zweiwöchige Feuerpause geeinigt haben, um eine langfristige Friedenslösung zu finden.

Charttechnisch angeschlagen

Auch charttechnisch sieht es für Palantir nicht gut aus. Die Erholung ist von der 200-Tage-Linie (SMA200) nach unten abgeprallt und mittlerweile wurde auch die 50-Tage-Linie (SMA50) wieder unterschritten. Und: Die Head-and-Schoulders-Formation (SKS), die Anfang Februar aktiviert wurde, hat weiterhin Bestand.

Auf der Unterseite könnte nun die zentrale Unterstützung bei 120/125 US$ wieder in den Fokus rücken. Wird dieser Support durchbrochen, droht der Aktie ein Abverkauf bis 100 US$ und anschließend noch tiefere Korrekturen.

Was bedeutet das für die Aktie?

Die Story bei Palantir bekommt zunehmend Risse: Nachlassende geopolitische Fantasie, wachsender Wettbewerbsdruck und ein angeschlagenes Chartbild bilden eine gefährliche Mischung. Sollte sich der Trend fortsetzen und wichtige Unterstützungen fallen, könnte aus der aktuellen Schwäche schnell eine neue Abwärtsspirale entstehen.

Die entscheidende Frage ist nun, ob die KI-Fantasie stark genug bleibt – oder ob der Markt beginnt, die nach wie vor sehr ambitionierte Bewertung grundlegend neu zu hinterfragen.

Apropos KI-Gewinner: Weitere KI-Gewinner 2026 findest Du in unserem kostenlosen Report.

ℹ️ Palantir in Kürze

  • Palantir Technologies (WKN: A2QA4J) ist ein US-Technologieunternehmen, das Software und Dienstleistungen zur Analyse großer Datenmengen anbietet.
  • Das Unternehmen hat zwei Geschäftsbereiche: Während sich Palantir Gotham an Armeen, Geheimdienste, Polizeibehörden und sonstige staatliche Einrichtungen richtet, kommt Palantir Foundry bei gewerblichen Kunden in verschiedensten Branchen zum Einsatz.
  • Das Unternehmen mit Sitz in Denver im US-Bundesstaat Colorado notiert an der New York Stock Exchange und ist derzeit ca. 336 Milliarden US$ wert.
Zugehörige Kategorien: Tech-Aktien