ASML-Aktie: Die Sorgen werden größer

Hoher politischer Druck

Ende Februar kletterte die ASML-Aktie auf ein neues Allzeithoch bei 1.300 US$, doch seitdem schwächelt der Kurs des Chipanlagenherstellers. Am Dienstagmorgen ist ASML mit einem Kursverlust von -3% der schwächste Wert im EuroStoxx 50. Was steckt hinter der Schwäche des niederländischen Technologiekonzerns und sollten Anleger sie für einen Einstieg nutzen?

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Die USA erhöhen den Druck

Der Grund für den heutigen Kursrückgang der ASML-Aktie ist politischer Natur. Der Markt reagiert nervös auf einen neuen US-Gesetzentwurf, den sogenannten "Match Act“ (Multilateral Alignment of Technology Controls on Hardware).

Eine Gruppe demokratischer und republikanischer Abgeordneten hatte vergangene Woche einen Gesetzesvorschlag eingebracht, der das Geschäft von ASML in China weiter behindern würde. Bereits seit einiger Zeit ist es dem Hersteller von Produktionsanlagen für die Halbleiterherstellung untersagt, seine modernsten EUV-Anlagen in die Volksrepublik zu liefern.

Nun wollen Politiker aus den USA auch noch das Geschäft mit DUV-Immersionsanlagen einschränken. Diese darf ASML noch nach China exportieren.

Experten der Schweizer Großbank UBS schätzen, dass eine Verabschiedung des Gesetzes ASML noch in diesem Jahr zwischen 5 und 10% seines Ergebnisses je Aktie kosten könnte. Nicht nur Umsätze für den Verkauf von Anlagen würden dadurch wegfallen, sondern auch margenstarke Service-Aufträge.

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Bald wieder dreistellige Kurse?

Die ASML-Aktie befindet sich seit Ende Februar in einem leichten Abwärtstrend. Sollte das 3-Monatstief bei 1.026 € nicht halten, dürfte der Tech-Titel wieder in den dreistelligen Kursbereich abrutschen.

Zu teuer für so viele Fragezeichen

Ich rate Anlegern, die Kursentwicklung der ASML-Aktie momentan nur zu beobachten. Eine Verabschiedung des Match Acts ist keineswegs ausgemachte Sache, aber auch nicht unrealistisch. Die USA gehen seit geraumer Zeit auf Konfrontationskurs mit China und der niederländische Konzern gehört zu den leidtragenden Dritten.

Zudem leidet die ASML-Aktie derzeit unter der sehr unsicheren geopolitischen Weltlage. Noch ist völlig unklar, wie stark sich der Anstieg des Ölpreises auf die Weltwirtschaft auswirken wird. Die zyklische Halbleiterbranche wird eine der ersten Industrien sein, die dessen konjunkturelle Auswirkungen zu spüren bekommen wird.

Nicht zuletzt ist die ASML-Aktie mit einem Forward-KGV von fast 40 derzeit nicht gerade günstig zu haben. Zwar sprechen wir hier über einen immer noch wachsenden Konzern mit einer operativen Marge von 30% und einem gewaltigen technologischen Burggraben.

Aber chinesische Konzern arbeiten angesichts der Technologieexportbeschränkungen der USA und Europas fieberhaft an der Entwicklung eigener Lithografieanlagen für die Produktion von modernster Chips. Diese werden in den kommenden Jahren noch nicht das Niveau von ASML-Maschinen erreichen. Aber langfristig muss man davon ausgehen, dass auch dieser Monopolist Konkurrenz bekommen wird.

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ℹ️ ASML in Kürze

  • ASML (WKN: A1J4U4) mit Sitz im niederländischen Veldhoven ist ein international führender Ausrüster für die Halbleiterindustrie.
  • Im Bereich Lithographie-Systeme ist das Unternehmen weltweiter Technologie- und Marktführer. Die komplexen Maschinen werden zur Herstellung von effizienten und leistungsstarken Mikrochips benötigt.
  • Zu den Kunden von ASML gehören alle großen Chiphersteller der Welt.
  • ASML ist Mitglied im europäischen Leitindex EuroStoxx 50 und mit einem Börsenwert von aktuell 437 Milliarden € das wertvollste Unternehmen Europas.
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