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PayPal-Aktie: Amazon-Deal – kommt jetzt das bessere Angebot?

Operatives Geschäft im Fokus
Vincent Uhr

Die PayPal-Aktie hat in vier Wochen rund +35% zugelegt und notiert inzwischen bei 51,20 €. Zunächst trieben vor allem die Übernahmegerüchte um Stripe und Advent. Jetzt liefert der Zahlungsdienstleister jedoch ein operatives Argument: Amazon öffnet seinen Checkout für die PayPal Ratenzahlung. Wird damit sogar ein höherer Übernahmepreis wahrscheinlicher?

Amazon öffnet PayPal den Zugang zum deutschen und österreichischen E-Commerce

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Ab August sollen Kunden in Deutschland und Österreich ihre Einkäufe auf Amazon.de sowie in der App über PayPal finanzieren können. Berechtigte Warenkörbe zwischen 30 und 10.000 € lassen sich auf drei, sechs, zwölf oder 24 Monate verteilen. Exklusiv bei Amazon kommen sogar Laufzeiten von 36 und 48 Monaten hinzu.

Damit erreicht PayPal potenziell mehr als 40 Millionen Nutzer im deutschsprachigen Raum bei einem der weltweit wichtigsten Online-Händler. Das ist bemerkenswert: Amazon akzeptiert PayPal bislang nicht als klassische Zahlungsmethode. Zwar bleibt die Öffnung vorerst auf das Ratenzahlungsprodukt und zwei Länder begrenzt. Trotzdem zeigt die Kooperation, dass PayPal selbst für ein konkurrierendes Zahlungsökosystem ein relevanter Partner ist.

Rückenwind für die Eigenständigkeit

Auch die jüngsten Quartalszahlen stärken diese These. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um +5% auf 8,68 Milliarden US$. Das Zahlungsvolumen kletterte um +10% auf 486,4 Milliarden US$, während der bereinigte Gewinn je Aktie mit 1,38 US$ über den Erwartungen lag. Für 2026 peilt PayPal nun 5,38 US$ je Aktie an.

Nicht nur die Bezahlbranche ist in Bewegung: Die globale Aufrüstung treibt die Nachfrage nach kritischen Rohstoffen – unser exklusiver Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ identifiziert zwei Unternehmen, die von dieser Entwicklung maximal profitieren werden.

Dem gegenüber steht das kolportierte Übernahmeangebot von Stripe und Advent über 60,50 US$ je Aktie beziehungsweise mehr als 53 Milliarden US$. CEO Enrique Lores schloss strategische Optionen zuletzt zwar nicht aus. Der Amazon-Deal ist aber kein Beleg für ein höheres Angebot. Er verbessert lediglich PayPals Argumente, eigenständig mehr wert zu sein. Was aber genau kommt? Oder ob überhaupt etwas kommt? Ungewiss.

ℹ️ PayPal in Kürze

  • PayPal (WKN: A14R7U) betreibt den weltweit bekanntesten Online-Bezahldienst. Im letzten Quartal nutzten über 439 Millionen Verbraucher weltweit den Service für Online-Überweisungen und die Bezahlung von Rechnungen im Internet.
  • Das Unternehmen mit Sitz in San José im US-Bundestaat Kalifornien ist Teil des Nasdaq 100 und des S&P 500 Index.
  • PayPal ist aktuell an der Börse mit rund 51 Milliarden US$ bewertet.

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Vincent Uhr

Fazit

Meine Einschätzung bleibt unverändert: PayPal kann langfristig als eigenständiges Unternehmen mehr. Exakt das unterstreicht auch die jüngste Übereinkunft mit Amazon, die dem Zahlungsdienstleister definitiv operativen Aufwand beschert. Auf Basis der neuen Gewinnprognose liegt das KGV bei rund 11. Hinzu kommen der hohe freie Cashflow, Aktienrückkäufe und eine noch junge Dividende. Für 60,50 US$ – und selbst für 70 US$ – würde ich meine Aktien daher nicht gern hergeben.