Deutsche Bank-Aktie: Zwei Argumente sprechen für einen Einstieg
Die Deutsche Bank-Aktie befindet sich seit Anfang Februar in einem starken Abwärtstrend. Am Dienstag gewinnt sie aktuell leicht und steht bei 25,80 €. Damit beträgt der Kursverlust seit dem Hoch im Februar rund -25%. Lohnt sich jetzt schon ein Einstieg?
Iran-Konflikt belastet
Die Aktie der Deutschen Bank, größte Bank Deutschlands, leidet wie alle Aktien unter dem Konflikt im Nahen Osten. Seit dem Angriff von Israel und der USA auf den Iran und dessen Gegenwehr sind die Börsen weltweit unter Druck geraten. Ein wesentlicher Aspekt bei dem Angriff sind die stark gestiegenen Preise für Erdöl und Gas. Durch die Blockade der wichtigen Transportstraße von Hormus fällt rund ein Fünftel des Angebots von Erdöl aus.
Erdöl ist der Schmierstoff der Wirtschaft. Erdöl dient als Grundlage für Benzin und Diesel. Es dient aber auch als Grundstoff für viele chemische Produkte. Die hohen Preise merken nicht nur Privatverbraucher, sondern auch viele Unternehmen. Und hier kommen die Banken ins Spiel.
Tipp: Bleibe mit unserem kostenlosen SD Insider Newsletter immer über die aktuellsten Börsen-Chancen informiert.
Kreditrisiken steigen
Banken finanzieren mit ihren Krediten viele wirtschaftliche Aktivitäten. Bekommt ein Unternehmen einen Auftrag, müssen Rohstoffe und andere Materialien besorgt werden. In der Regel werden diese Käufe über Bankkredite vorfinanziert. Nach Auslieferung der Waren, werden die Finanzierungen abgelöst.
Viele Unternehmen können die Preissteigerungen nicht unmittelbar weitergeben, was ihre Ertragskraft sowie den Cashflow negativ beeinflusst. Die Folge davon ist, dass das Kreditrisiko der Banken sich erhöht.
Es kommt jetzt wesentlich darauf an, wie der Krieg im Iran weitergeht. Eskaliert er, steigen die Preise für Öl und Gas weiter. Die Kreditrisiken der Banken erhöhen sich ebenfalls.
Die Deutsche Bank verkraftet die höheren Kreditrisiken zwar, muss dennoch höhere Rückstellungen bilden. Das dürfte sich negativ auf die Ertragslage auswirken. Für 2026 ging das Frankfurter Institut von einem geringeren Kreditrisiko aus. Das Ziel könnte hinfällig werden.
Neue Wachstumsphase gestartet
Im Zeitraum von 2026 bis 2028 soll die nächste Wachstumsphase beginnen. Nachdem 2025 neue Rekordergebnisse, Nettogewinn auf 7,1 Milliarden € verdoppelt, gemeldet wurden, liegt jetzt der Ausbau der Globalen Hausbank im Fokus. Das Ziel ist, das Institut zum führenden europäischen Champion im Bankgeschäft auszubauen. Hierzu wird mit steigenden Erlösen sowie weiter sinkenden Kosten gerechnet. Die Aufwand-Ertrag-Relation soll von 64% im laufenden Geschäftsjahr auf unter 60% sinken. Ebenfalls wird mit einer weiter steigenden Eigenkapitalverzinsung gerechnet.
Potenzial vorhanden
Als die Ziele für das laufende Geschäftsjahr formuliert wurden, herrschte im Nahen Osten noch kein Krieg. In den nächsten Quartalsberichten wird sich zeigen, ob die Jahresprognose nach unten angepasst wird.
Ich gehe davon aus, dass das Frankfurter Institut seinen Erfolgskurs fortsetzt. Ein höheres Kreditrisiko sollte die Ertragslage nur geringfügig verschlechtern. Für den bisherigen Kursverlauf ist ausschließlich der Iran-Konflikt verantwortlich. Wirtschaftlich ist der Kursrückgang unbegründet.
Insgesamt ist er jedoch zu begrüßen; dadurch bieten sich wieder deutlich günstigere Einstiegskurse. Der faire Wert dürfte meiner Meinung nach bei 35 € liegen. Daraus ergibt sich ein Potenzial von rund +34%. Die jüngsten Bewertungen von Analysehäusern gehen von 34,75 € bis 39 €.
Was momentan ebenfalls für die Aktie spricht, ist die aktuelle Dividendenrendite von 3,8%.
Mein Fazit: Neben einer hohen Dividendenrendite sprechen die wirtschaftlichen Aspekte für steigende Kurse.
Ergänzend sei erwähnt: Gerade in unsicheren Marktphasen können Dividenden-Aktien als Stabilisator dienen. Diese zehn Titel kombinieren defensiven Charakter mit interessanten Kurschancen – eine Kombination, die aktuell selten geworden ist.
ℹ️ Deutsche Bank in Kürze
- Die Deutsche Bank (WKN: 514000) ist die größte Bank in Deutschland und gehört zu den führenden Geldhäusern in Europa. Als Universalbank bietet sie alle üblichen Leistungen an.
- Neben dem Hauptsitz in Frankfurt unterhält die Bank an allen wichtigen Handelsplätzen Niederlassungen.
- Die Aktie ist im deutschen Leitindex DAX gelistet und der Börsenwert beträgt aktuell rund 49 Milliarden €.