Biotech-Übernahmen: Milliarden für Apellis und Centessa
Die Biotechnologiebranche erlebt derzeit eine neue Welle strategischer Übernahmen – und zwei der spektakulärsten Deals wurden am gestrigen Dienstag bekannt gegeben. Gleich zwei große Pharmakonzerne griffen tief in die Tasche: Der US-Biotechkonzern Biogen kündigte die Übernahme von Apellis Pharmaceuticals an, während Eli Lilly den Kauf von Centessa Pharmaceuticals vereinbarte. Beide Transaktionen unterstreichen das wiedererstarkte Momentum im Biotech-Sektor – und stärken die Perspektiven wissenschaftlich geprägter Pharmaforschung.
Zwei milliardenschwere Transaktionen
Biogen will Apellis Pharmaceuticals für rund 5,6 Milliarden US-Dollar übernehmen. Vorgesehen ist ein Kaufpreis von 41 US-Dollar je Aktie in bar, ergänzt um erfolgsabhängige Zusatzzahlungen, die an zukünftige Umsatzziele des Augenmedikaments Syfovre geknüpft sind.
Apellis verfügt bereits über kommerzielle Produkte, darunter das Medikament Syfovre gegen geografische Atrophie sowie Empaveli für immunvermittelte Erkrankungen. Zusammen erzielten diese Präparate zuletzt Umsätze von knapp 700 Millionen Dollar – ein Portfolio, das Biogen künftig stärker im Bereich Immunologie und seltene Erkrankungen positionieren soll.
Parallel dazu kündigte Eli Lilly den Kauf von Centessa Pharmaceuticals an. Der Deal hat ein Volumen von zunächst etwa 6,3 Milliarden Dollar und kann durch erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen auf bis zu 7,8 Milliarden Dollar anwachsen. Lilly bietet den Aktionären 38 Dollar je Aktie sowie zusätzliche Zahlungen bei regulatorischen Erfolgen wichtiger Wirkstoffkandidaten.
Im Zentrum der Übernahme steht Centessas Pipeline im Bereich der Orexin-Signalwege, die auf neue Therapien für Schlaf- und Wachstörungen wie Narkolepsie und idiopathische Hypersomnie abzielt. Besonders der Wirkstoffkandidat Cleminorexton gilt als potenziell führender Vertreter einer neuen Medikamentenklasse.
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Explosive Marktreaktionen
Die Börse reagierte prompt auf die Nachrichten. Apellis-Aktien schnellten zeitweise um mehr als 130 Prozent nach oben, während auch Centessa-Titel kräftig zulegten.
Diese starken Kursreaktionen spiegeln die strategische Bedeutung der Deals wider: Große Pharmakonzerne stehen unter Druck, ihre Produktpipelines zu erneuern, da zahlreiche Blockbuster-Medikamente in den kommenden Jahren ihren Patentschutz verlieren. Der Zukauf innovativer Biotechfirmen gilt daher als schnellster Weg, wissenschaftliche Innovationen in die eigene Produktentwicklung zu integrieren.
Biotech-M&A als Treiber eines neuen Branchenzyklus
Die Transaktionen von Apellis und Centessa sind Teil einer breiteren Konsolidierungswelle. Laut Branchenanalysen steigt die Zahl strategischer Übernahmen deutlich an, da große Pharmakonzerne gezielt kleinere, wissenschaftlich fokussierte Unternehmen erwerben. Allein in diesem Jahr summieren sich entsprechende Deals bereits auf mehrere Dutzend Milliarden Dollar.
Auffällig ist dabei ein Trend zu mittelgroßen Transaktionen im Bereich zwischen einer und zehn Milliarden Dollar. Diese sogenannten „Bolt-on-Akquisitionen“ erlauben es den Konzernen, vielversprechende Technologien oder Entwicklungsprogramme zu integrieren, ohne die Risiken megagroßer Fusionen einzugehen.
Rückenwind für wissenschaftlich starke Forschungsteams
Für wissenschaftlich orientierte Biotechfirmen sind diese Entwicklungen ein positives Signal. Investoren und Pharmakonzerne honorieren zunehmend Unternehmen mit klarer biologischer Hypothese, starker klinischer Pipeline und spezialisierten Forschungsteams.
Viele Analysten erwarten daher, dass der Biotech-Sektor in den kommenden Jahren weiterhin überdurchschnittliche Wachstumschancen bietet. Neue Technologien, von Immunologie über Neurowissenschaften bis hin zu Gen- und RNA-basierten Therapien, eröffnen zusätzliche Innovationsfelder – und machen spezialisierte Forschungshäuser zu begehrten Übernahmezielen.
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Fazit
Die Übernahmen von Apellis und Centessa markieren mehr als nur zwei weitere M&A-Deals. Sie sind Ausdruck eines strukturellen Trends: Große Pharmakonzerne suchen verstärkt nach wissenschaftlicher Innovation außerhalb der eigenen Labore.
Für die Biotechbranche bedeutet das frisches Kapital, steigende Bewertungen und eine klare Botschaft – hochwertige Forschung bleibt der wichtigste Rohstoff der Pharmaindustrie.
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