Brenntag klettert, Rheinmetall schmiert ab: DAX-Ausblick

Korrekturen gehen weiter

Der DAX bleibt unter Abgabedruck. In der abgelaufenen Woche büßte das größte deutsche Börsenbarometer trotz zwischenzeitlicher Gewinne knapp 70 Punkte ein und schloss -0,31% tiefer mit 22.300 Punkten. Die höchsten Gewinne gab es bei Brenntag und BASF, Rheinmetall rutschte ans DAX-Ende. Geht die Talfahrt auch in der neuen Woche weiter?

Rote Leuchtreklame DAX - Börsenhandel in Deutschland, Darstellung DAX Aktienmarkt auf großem Monitor, Börsenhandel der größten deutschen Unternehmen
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Erst rauf, dann wieder runter

Die Woche begann hochvolatil. Zunächst sah es nach einem tiefroten Montagshandel aus, doch der Aufschub des Iran-Ultimatums durch Donald Trump ließ die Märkte im Tagesverlauf wieder deutlich ansteigen. Der Dienstag brachte kaum Veränderungen mit sich, ehe es am Mittwoch aufgrund von Friedenshoffnungen einen weiteren Kurssprung gab. Nach neuen Drohungen aus dem Weißen Haus bröckelten die Gewinne ab Donnerstag wieder ab. Auch der Freitag brachte hohe Verluste mit sich.

Die Nervosität ist weiterhin extrem hoch

An den Märkten herrscht weiterhin große Nervosität. Dabei sind es vor allem die Nachrichten rund um den Konflikt im Nahen Osten, die die Stimmung der Anleger und damit auch die Kurse bewegen. In der abgelaufenen Woche schwankten die Märkte erneut zwischen Comeback- und Ausverkaufsstimmung, tendierten letztlich aber trotzdem tiefer.

Auch der Zickzack-Kurs von US-Präsident Trump geht weiter. Dieser schwankt zwischen verbaler Eskalation und Zeichen von Diplomatie. Doch was bleibt, ist die Tatsache, dass Trump sein Ultimatum an den Iran zur Öffnung der Straße von Hormus in der abgelaufenen Woche gleich zweimal verlängert hat, zunächst bis Anfang Dienstag und dann sogar bis nach Ostern. Daran zeigt sich, dass die USA scheinbar doch bestrebt sind, den Krieg zu beenden und die Ölpreise zu senken. Der Druck in der Heimat wird angesichts der bevorstehenden Mid-Term-Wahlen immer größer.

Allerdings muss auch der Iran mitspielen und aus Teheran wurden Verhandlungen mit den USA bislang konsequent dementiert. Die verlängerte Frist macht deutlich, dass ein Kriegsende zwar möglich scheint, die Verhandlungen aber alles andere als einfach sind.

Ergänzend dazu: Viele Dividenden-Aktien sind derzeit unterbewertet und bieten einen günstigen Einstiegszeitpunkt. Diese Übersicht zeigt zehn Titel aus verschiedenen Sektoren, die sowohl für Cashflow als auch für Kursgewinne interessant sein könnten.

Blick auf die neue Woche

Und so wird der Irankrieg auch die neue Woche maßgeblich beeinflussen. Dazu bleiben die durch den Ölpreis-Spike deutlich gestiegenen Energiepreise ein beherrschendes Thema. Erste Hinweise darauf, wie sich diese in den Verbraucherpreisen niederschlagen, werden am Montag und Dienstag die neuesten Inflationszahlen aus Deutschland und der Eurozone für den Monat März zeigen.

Während die Berichtssaison für das erste Quartal näherrückt, erscheinen im Wochenverlauf noch einige Nachzügler aus der zweiten und dritten Börsenreihe mit Zahlen für das vergangene Jahr. Zu nennen sind hierbei insbesondere Rational, Gerresheimer, Evotec, Knorr-Bremse, Lufthansa, Jenoptik, SFC Energy, Ceconomy und Hypoport.

Beachtung findet auch der Bayer Pharma Media Day am 01. April, der Einblicke in die Pipeline und die aktuelle Geschäftsentwicklung gewähren dürfte.

Dazu werden Anleger mit Spannung auf den neuesten Arbeitsmarktbericht in den USA blicken, der neben der Inflation der zweite wichtige Gradmesser für die künftige Geldpolitik der US-Notenbank Fed ist.

Brenntag und BASF ziehen an, Rheinmetall unter Druck

Hierzulande waren die Papiere von Brenntag und BASF mit einem Wochenplus von +16,13 bzw. 13,26% die Top-Performer im deutschen Leitindex. Der Chemikalienhändler Brenntag profitierte von einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank und hat den kräftigen Rücksetzer zwischen Mitte Februar und Mitte März nun fast vollständig aufgeholt.

Auch BASF konnte dank einer positiven Einschätzung der Deutschen Bank zulegen und steht nun vor einem Ausbruch über den langfristigen Abwärtstrend ab dem Hoch von Januar 2018.

Weniger gut lief es für die Aktien von Rheinmetall, die auf Wochensicht mehr als 8 Prozent einbüßten und auf den tiefsten Stand seit Ende April 2025 abrutschten. Der Titel ist charttechnisch schwer angeschlagen und droht nun unter den zentralen Support bei 1.410/1.500 € abzurutschen.

DAX bleibt angeschlagen

Der DAX bleibt im Abwärtsstrudel gefangen und hat in den vergangenen Kriegswochen sehr viel charttechnisches Porzellan zerschlagen. Seit Ausbruch des Iran-Konflikts hat das größte deutsche Börsenbarometer rund 3.000 Punkte eingebüßt.

Seit Jahresbeginn steht ein Minus von rund -9% zu Buche, nachdem der DAX zwischenzeitlich mit über +4% im Plus notierte. Auf der Unterseite bleibt die 22.000-Punkte-Marke im Fokus, die zu Beginn der vergangenen Woche getestet, aber zunächst verteidigt werden konnte.

Wird die durchbrochen, könnte sich die Verkaufsbewegung in den Bereich um 21.000/21.200 Punkte ausdehnen. Ein positives Chartsignal entsteht, wenn sich der Index wieder über die Marke von 23.000 Punkten aufbäumt.

Aus technischer Sicht präsentiert sich der DAX als zunehmend überverkauft, was eine Gegenbewegung wahrscheinlicher macht. Im Wochenchart liegen die RSI-Werte bei unter 34 – ein Niveau, das es zuletzt im Oktober 2022 gegeben hatte. Damals handelte es sich um das lokale Tief und den Ausgangspunkt einer starken Aufwärtsbewegung.

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