Sartorius-Aktie: Ist die Talfahrt zu Ende?
Mit einem Kursgewinn von +6% ist die Sartorius-Aktie am Dienstagvormittag Spitzenreiter im Nebenwerteindex MDAX. Was steckt hinter dem Kurssprung des Laborausrüsters und ist die jüngste Talfahrt von Sartorius damit zu Ende?
Ambitionierte Ziele
Grund für die starke Performance der Sartorius-Aktie am Dienstag ist der Kapitalmarkttag des Unternehmens, auf dem Sartorius neue und zum Teil ambitionierte Mittelfristziele bis zum Jahr 2030 vorstellte. Diese trafen offenbar den Geschmack vieler Anleger.
Ab dem kommenden Jahr peilt der Laborausrüster ein jährliches organisches Umsatzwachstum von 8 bis 11%. Besonders die Sparte Bioprocess Solutions soll sich mit einem Plus von 9 bis 12% pro Jahr überdurchschnittlich gut entwickeln. Mit diesen Werten hat Sartorius die Wachstumsprognosen vieler Analysten übertroffen. Beim klassischen Laborgeschäft rechnet der Konzern mit einem jährlichen durchschnittlichen Wachstum zwischen 5 und 7%.
Sartorius geht davon aus, dass bis Ende des Jahrzehnts biotechnologisch produzierte Medikamente knapp 60% der globalen Pharmaumsätze ausmachen werden. Um an diesem Wachstum zu partizipieren will der Konzern seine Rolle in Bereichen wie Einwegtechnologien, Zellanalytik und Prozessintensivierung weiter festigen. Vor allem auf den Feldern der Zell- und Gentherapien, in der Prozessanalytik und in fortschrittlichen Zellmodellen, sowie bei Plattformen für analytische Charakterisierung und Qualitätskontrolle sieht das Management große Wachstumschancen.
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Auch in Sachen Gewinn hat sich Sartorius etwas vorgenommen. Der Konzern will seine operative Marge in den kommenden Jahren um 0,50 bis 0,75 Prozentpunkte pro Jahr steigern. Bereits im vergangenen Jahr erzielte das Unternehmen eine starke EBITDA-Marge in Höhe von 29,7%. Haupttreiber des Gewinnwachstums sollen Skaleneffekte sowie ein höherer Anteil morgenstarker Verbrauchsmaterialien sein.
Optimistische Analysten
Die meisten Analysten blicken optimistisch in die Zukunft der Sartorius-Aktie. Oberbullen sind derzeit die Experten der Deutschen Bank und von Jefferies mit Kurszielen von 304 bzw. 295 €. Aber auch Barclays, Goldman Sachs und HSBC sehen mit fairen Werten zwischen 257 und 280 € noch ein deutliches Upside für die Sartorius-Aktie. Lediglich RBC Capital und die Berenberg Bank glauben, dass Sartorius auf dem aktuellen Kursniveau fair bewertet ist.
Den Abwärtstrend gestoppt
Durch den heutigen Kursgewinn hat die Sartorius-Aktie ihren seit Jahresbeginn anhaltenden Abwärtstrend vorerst gestoppt. Ob dies bereits den Beginn einer Trendwende darstellt, werden erst die kommenden Tagen zeigen. Für einen nachhaltigen Aufwärtstrend muss die Aktie wieder über ein Kursniveau von 240 € steigen.
Immer noch viel zu teuer
Der Ausblick von Sartorius mag zwar positiv sein. Mir ist die Sartorius-Aktie aber trotzdem viel zu hoch bewertet. Das Forward-KGV liegt aktuell bei 57. Das ist für ein Unternehmen mit einem voraussichtlichen Wachstum im hohen einstelligen Bereich und nur noch geringem Gewinnsteigerungspotenzial ein viel zu hoher Wert.
Ich kann den Optimismus vieler Banken deshalb nicht nachvollziehen. Meiner Ansicht nach hat die Sartorius-Aktie, wenn überhaupt, nur ein sehr geringes Kurspotenzial.
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ℹ️ Sartorius in Kürze
- Die Sartorius AG (WKN: 716563) ist ein international führender Labor- und Prozesstechnologie-Anbieter, der sich auf die Bereiche Biotech-, Pharma- und Nahrungsmittelindustrie konzentriert. Das Unternehmen gliedert sich in zwei Sparten, der Bioprocess Solution sowie der Sparte Lab Products & Sevices.
- Hauptsitz des Unternehmens ist Göttingen in Niedersachsen, daneben ist der Laborkonzern in über 110 Ländern international tätig.
- Das im MDAX und TecDAX gelistete Unternehmen wird aktuell mit ca. 15 Milliarden € bewertet.