Porsche-Vorzugsaktie: Das ist richtig und war wichtig
Aktionäre des Sportwagenherstellers Porsche mussten bisher vergebens auf Erfolge warten. Die Porsche-Aktie kennt bisher nur die Richtung gegen Süden. Am Donnerstag verliert sie aktuell -2,9% und steht bei 36,70 €. Das bedeutet ein neues Allzeittief. Anleger fragen sich zurecht, ob hier Aussichten auf eine Erholung bestehen.
Ertrag eingebrochen
Dass der Ertrag sinkt, wurde frühzeitig kommuniziert. Dass er jedoch so stark fiel und die Prognose unterschritt, kam dann doch etwas überraschend. Zuletzt wurde eine operative Gewinnmarge von 6,5 bis 8,5% erwartet. Der operative Gewinn fiel jedoch von 5,6 Milliarden € auf 413 Millionen €. Bei einem Umsatz von 36,3 Milliarden € ergibt sich daraus eine operative Marge von 1,1%. Allerdings wurde der Gewinn durch Sondereffekte von 3,9 Milliarden € belastet. Bereinigt um diese Sonderbelastungen läge die operative Umsatzrendite bei 11,8%. Unterm Strich verblieb ein Gewinn von 310 Millionen €.
Der Umsatzrückgang von 3,7 Milliarden € gegenüber dem Vorjahr beruht auf drei Faktoren: Die Nachfrage in China ging drastisch zurück, die US-Zölle führten zu einem geringeren Absatz in den USA. Der letzte Aspekt ist, dass die Nachfrage nach E‑Fahrzeugen geringer ausfiel.
Insgesamt sind die Geschäftszahlen nicht zufriedenstellend. Allerdings war das auch so zu erwarten.
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Vorsichtiger Ausblick
Auch für das laufende Geschäftsjahr gibt der Konzern sich zurückhaltend. Eine Verbesserung der angespannten Wirtschaftslage wird nicht erwartet. Beim Umsatz werden 35 bis 36 Milliarden € erwartet und die operative Umsatzrendite soll bei 5,5 bis 7,5% liegen.
Mit seinem Amtsantritt zu Beginn des neuen Jahres soll auch eine neue Strategie entworfen werden. Unter dem bisherigen CEO Oliver Blume wurden bereits wichtige strukturelle Maßnahmen eingeleitet. Einerseits wurde ein Stellenabbaukonzept beschlossen; 2000 Stellen sind bis Jahresende bereits weggefallen, der Rest von 1900 Stellen entfällt bis 2029. Ebenfalls wurde der Ausstieg aus den Verbrenner-Motoren wieder rückgängig gemacht. Zukünftig wird weiter zweigleisig gefahren: Verbrenner und E-E-Fahrzeuge.
Die neue Strategie soll im Herbst 2026 vorgestellt werden. Ein weiterer Stellenabbau wurde schon angekündigt. Ebenfalls werde die Führungsstruktur verschlankt und die Bürokratie abgebaut.
Dr. Michael Leiters, neuer CEO von Porsche, kommentierte die neue Zukunft so:
Seit meinem Amtsantritt hat unser Führungsteam die Lage systematisch analysiert und eine Reihe erster gezielter Maßnahmen eingeleitet.
Was bedeutet das für die Aktie?
Aktionäre mussten in der Vergangenheit herbe Verluste hinnehmen. Mittlerweile ist jedoch ein Niveau erreicht, in dem viel Negatives eingepreist ist.
Dass noch unter dem alten Management Blume die Weichen für die Zukunft gestellt wurden, war richtig und auch sehr wichtig. Die hohen Kosten für den Strategiewechsel beim Verbrenner sowie weitere Sonderkosten für den Verkauf der Batterietochter wurden noch im alten Geschäftsjahr verbucht. Somit kann die neue Führungsmannschaft unter dem CEO Leiters problemloser starten.
Dass er gleich ein weiteres Restrukturierungskonzept ankündigt, ist ebenfalls richtig. Besonders die Reduzierung der Führungsebenen sowie der Abbau von Bürokratie dürften den Konzern effizienter machen. Auch der Abbau von weiteren Stellen dürfte der richtige Weg sein. Ebenfalls sind neue Modelle im Gespräch.
Meiner Meinung nach dürfte der Boden in Sichtweite sein. Es kann noch zu weiteren Rückgängen kommen, diese sollten jedoch geringer ausfallen und wieder in einem Anstieg enden. Mittelfristig bin ich für die Aktie wieder optimistisch und halte Kurse von über 40 € wieder für realistisch. Die Analysten sehen das ähnlich, deren Kurse liegen zwischen 40 und 45 €.
Trotz einer Reduzierung der Dividende von 2,31 € auf 1,01 € ist die aktuelle Dividendenrendite mit 2,8% noch immer gut.
Mein Fazit: Bei dem jetzigen Kursniveau dürften Einstiege wieder aussichtsreich sein.
Ergänzend sei erwähnt: Gerade in unsicheren Marktphasen können Dividenden-Aktien als Stabilisator dienen. Diese zehn Titel kombinieren defensiven Charakter mit interessanten Kurschancen – eine Kombination, die aktuell selten geworden ist.
ℹ️ Porsche AG in Kürze
- Der Sportwagenhersteller Porsche AG (WKN: PAG911) mit Sitz in Stuttgart ist seit Ende September an der Frankfurter Börse gelistet und nicht zu verwechseln mit der ebenfalls börsennotierten Porsche Automobil Holding SE.
- Die Produktion erfolgt überwiegend in Stuttgart-Zuffenhausen sowie in Leipzig und Bratislava.
- Die im DAX notierte Vorzugsaktie kommt auf eine Börsenbewertung von 16,8 Milliarden €.