Evotec-Aktie: Das entscheidet über alles
Die Evotec-Aktie ist mal wieder von hoher Nervosität geprägt. Am Donnerstag verliert sie aktuell rund -2% und steht bei 5,55 €. Damit liegt sie wieder deutlich unter der wichtigen Grenze von 6 €. Was ist hier zu erwarten?
Sehr volatiler Kursverlauf
Der Jahreschart zeigt einen sehr volatilen Kursverlauf. Die Kursrückgänge kommen meistens sehr abrupt. Dann kämpft sich die Aktie wieder mühselig nach oben. Die Ursachen für die starken Kurseinbrüche sind mal gesenkte Prognosen, schlechte Quartalszahlen oder wie zuletzt der Iran-Angriff.
Der Angriff führte zu einer allgemeinen Börsenschwäche, was zu stärkeren Kursverlusten bei den meisten Aktien führte. Die Aktie von Evotec sank in den ersten Tagen nach dem Angriff von rund 6 € auf 5,30 €. Mittlerweile rappelte sie sich wieder.
Dieser Kursverlauf zeigt, wie nervös die Anleger sind; jeder negative Aspekt führt zu heftigen Kursrückgängen.
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Quartalszahlen und neue Prognose sind entscheidend
Die Stunde der Wahrheit kommt am 8. April. Dann wird das Hamburger Unternehmen den bestätigten Geschäftsbericht für 2025 vorlegen. Anders als viele Unternehmen werden keine vorläufigen Zahlen gemeldet.
Zusammen mit dem Halbjahresbericht wurde auch die Umsatzprognose reduziert. Statt eines Umsatzes von 840 bis 880 Millionen € werden jetzt nur noch 760 bis 800 Millionen € erwartet. Da in den ersten neun Monaten bereits 535 Millionen € erzielt wurden, müssten im vierten Quartal mindestens 225 Millionen € anfallen.
Trotz Umsatzsenkung wurde die Ertragsprognose mit einem EBITDA von 30 bis 50 Millionen € beibehalten. In den ersten neun Monaten fiel ein Verlust von rund 16 Millionen € an. Rechnerisch müsste das EBITDA im vierten Quartal mindestens bei 46 Millionen € liegen.
Bisher wurde keine erneute Prognoseanpassung gemeldet; somit dürften die untersten Werte erreicht werden. Da das vierte Quartal oftmals sehr stark ausfällt, können auch Werte im mittleren bis hohen Prognosebereich erzielt werden.
Die Liquiditätslage ist durch den Verkauf der Anlage in Toulouse mit einem direkten Cash-Zufluss von 350 Millionen € gesichert.
Potenzial vorhanden
Trotz des erneuten Kursrückgangs bin ich für den weiteren Kursverlauf zuversichtlich. Es kommt jetzt auf die Jahreszahlen sowie die neue Prognose an. Fällt diese positiv aus, dürfte der Weg nach oben offen sein. Fallen die erwarteten Zahlen niedriger aus als im letzten Jahr, ist wieder mit Kursrückgängen zu rechnen.
Die Deutsche Bank sieht mit ihrem Zielkurs von 6 € nur noch ein geringes Potenzial. RBC und die Berenberg Bank mit jeweils 10 € sind sehr zuversichtlich. Sie halten die Aktie für massiv unterbewertet.
Insgesamt bleibt die Situation bis zum 8. April ungewiss. Meiner Meinung nach ist die Wahrscheinlichkeit auf steigende Kurse größer als die von fallenden Kursen. Anleger, die hier investieren, sollten eine höhere Risikobereitschaft mitbringen.
Hier sei erwähnt: Wer grundsätzliches Interesse am Sektor hat, könnte sich auch registrieren für den kostenlosen Newsletter von Biotech-Profi Maximilian Ruth.
Interessenkonflikt: Der Autor hält Aktien des besprochenen Unternehmens Evotec. Somit besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Der Autor beabsichtigt, die Aktien – je nach Marktsituation auch kurzfristig – zu kaufen oder zu veräußern und könnte dabei von erhöhter Handelsliquidität profitieren.
ℹ️ Evotec in Kürze
- Evotec (WKN: 566480) mit Sitz in Hamburg ist ein international tätiges Unternehmen im Bereich der pharmazeutischen Wirkstoffforschung.
- In Forschungs- und Entwicklungspartnerschaften mit Biotech-Unternehmen und Pharmakonzernen weltweit erforscht und entwickelt Evotec Wirkstoffkandidaten für Therapieansätze in verschiedensten medizinischen Richtungen.
- Evotec ist Mitglied im TecDAX und knapp 1 Milliarde wert.