AMD-Aktie nervös: Wann gelingt der nächste Ausbruch?
Nach dem massiven Kurssprung im Zuge der Quartalszahlen hat die AMD-Aktie in den letzten Tagen deutlich korrigiert und einen Großteil der Gewinne wieder abgegeben. Wie geht es für den volatilen Tech-Titel jetzt weiter?
Anhaltend starke Geschäftsdynamik
Die Geschäftsentwicklung AMDs bleibt insgesamt robust, insbesondere im Rechenzentrumsegment. Die KI-Grafikprozessoren des Unternehmens gewinnen sichtbar an Marktakzeptanz, was sich zunehmend in den Finanzkennzahlen widerspiegelt. Langfristige Wachstumstreiber bleiben intakt, während die kurzfristige Prognose Stabilität signalisiert. Gleichzeitig eröffnet der deutliche Bewertungsrückgang neue Einstiegsmöglichkeiten für Investoren.
Im vierten Quartal 2025 erzielte AMD einen Rekordumsatz von 10,3 Milliarden US-Dollar, was einem Wachstum von 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Zwar verlangsamte sich das Wachstum im Vergleich zum Vorquartal leicht, doch die operative Dynamik bleibt hoch. Besonders stark entwickelte sich die Nachfrage in den Bereichen Rechenzentren, Client-PCs sowie Gaming. Die Umsätze übertrafen die Analystenschätzungen um rund 600 Millionen US-Dollar und unterstrichen damit die operative Stärke des Unternehmens.
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Rechenzentren als zentraler Wachstumstreiber
Das Rechenzentrumsgeschäft bleibt der wichtigste Wachstumsmotor. Mit Einnahmen von 5,4 Milliarden US-Dollar legte dieses Segment im Jahresvergleich um 39 Prozent zu und beschleunigte sich damit deutlich gegenüber dem vorherigen Quartal.
Trotz intensiven Wettbewerbs durch Nvidia sowie spezialisierte Chipdesigner gelingt es AMD, seine Marktposition zu behaupten. Die Vorstellung der neuen Instinct-MI440X-Plattform auf der CES verdeutlicht zudem den technologischen Fortschritt und die Innovationskraft des Unternehmens.
Befürchtungen, große Cloud-Anbieter könnten ihre Investitionsausgaben reduzieren, haben sich bislang nicht bestätigt. Amazon kündigte Investitionen von rund 200 Milliarden US-Dollar an, während Alphabet für 2026 Kapitalausgaben zwischen 175 und 185 Milliarden US-Dollar erwartet. Der Wettbewerb unter Hyperscalern bleibt intensiv, wodurch die Nachfrage nach leistungsfähigen GPUs hoch bleiben dürfte. Hinweise auf eine Abschwächung der Dynamik sind aktuell nicht erkennbar.
Internationale Expansion gewinnt an Bedeutung
Neben dem US-Markt rücken internationale Wachstumsregionen stärker in den Vordergrund. Besonders Indien entwickelt sich zunehmend zu einem wichtigen Zentrum für KI-Infrastruktur und Innovation. AMD erweitert dort seine strategische Zusammenarbeit mit Tata Consultancy Services und plant die Einführung der Helios-Rack-Scale-KI-Architektur.
Diese Expansion stärkt die globale Wettbewerbsfähigkeit und ermöglicht es dem Unternehmen, seine Position gegenüber Nvidia auch außerhalb der USA auszubauen. Der zunehmende Infrastrukturbedarf in aufstrebenden Technologiemärkten dürfte zusätzliche Nachfrage generieren.
Großauftrag mit Meta stärkt Marktstellung
Für besondere Aufmerksamkeit sorgte zudem eine neue Vereinbarung mit Meta. Der Technologiekonzern plant, bis zu sechs Gigawatt an Instinct-Chips zur Unterstützung seiner Infrastruktur einzusetzen. Die Partnerschaft ist auf mehrere Jahre sowie mehrere Chipgenerationen ausgelegt.
Finanziell bedeutet dies erhebliches Wachstumspotenzial über einen längeren Zeitraum. Gleichzeitig gilt der Deal als starkes Signal für die Wettbewerbsfähigkeit der AMD-GPUs. Die Vereinbarung zeigt, dass sich die Produkte des Unternehmens zu einer ernstzunehmenden Alternative zu den führenden Lösungen im Markt entwickelt haben.
Profitabilität bleibt auf solidem Niveau
Auch auf der Kostenseite präsentierte sich AMD stabil. Die bereinigte Bruttomarge stieg im Jahresvergleich um drei Prozentpunkte, was sowohl auf verbesserte Preissetzungsmacht als auch auf eine stärkere Produktpositionierung hindeuten könnte.
Die operativen Kosten entwickelten sich hingegen etwas dynamischer als der Umsatz. Insbesondere Verwaltungs- und Marketingausgaben legten stärker zu als die Forschungs- und Entwicklungskosten. Dennoch konnte die operative Marge um zwei Prozentpunkte verbessert werden, was die insgesamt effiziente Unternehmensführung unterstreicht.
Beim Gewinn je Aktie erzielte AMD einen bereinigten Wert von 1,53 US-Dollar, ein Plus von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr und deutlich über den Erwartungen der Analysten.
Ausblick signalisiert weiteres Wachstum
Für das erste Quartal 2026 erwartet AMD einen Umsatz von rund 9,8 Milliarden US-Dollar im Mittelwert der Prognose, was einem Wachstum von etwa 32 Prozent entsprechen würde. Obwohl sich die Wachstumsrate erneut leicht abschwächt, bleibt das Geschäftsvolumen auf einem hohen Niveau. Die Prognose liegt zudem deutlich über den Markterwartungen.
Die Bruttomarge soll auf etwa 55 Prozent steigen und damit die positive Entwicklung der Kostenstruktur fortsetzen. Gleichzeitig werden die operativen Ausgaben deutlich zunehmen, was kurzfristig zu gemischten Effekten bei der Effizienz führen könnte.
Langfristig richtet sich der Blick jedoch klar auf das Rechenzentrumsgeschäft. Unternehmenschefin Lisa Su stellte in Aussicht, dass die Umsätze dieses Segments in den kommenden drei bis fünf Jahren jährlich um mehr als 60 Prozent wachsen könnten und das KI-Geschäft bis 2027 Umsätze in zweistelliger Milliardenhöhe erreichen soll.
Bewertung eröffnet neue Chancen
Die Bewertung der Aktie hat sich seit dem Hoch im Herbst 2025 erheblich reduziert. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis hat sich mehr als halbiert und liegt derzeit bei nur noch knapp über 30. Angesichts der weiterhin starken operativen Entwicklung erscheint diese Neubewertung weniger fundamental begründet als vielmehr durch Marktunsicherheit geprägt.
Steigende Investitionen der Cloud-Anbieter, internationale Expansion sowie Großaufträge sprechen für ein intaktes Wachstumsszenario. AMD entwickelt sich zunehmend von einem Herausforderer zu einem etablierten Schwergewicht im GPU-Markt.
Risiken bleiben bestehen
Dennoch existieren Risiken. Ein anhaltender Mangel an Speicherchips könnte die Nachfrage im PC- und Consumer-Elektronikmarkt belasten, in dem AMD weiterhin bedeutend vertreten ist. Schwächere Verkäufe in diesen Bereichen könnten die Gesamtentwicklung trotz starker Rechenzentrumssparte dämpfen.
Hinzu kommen Lieferengpässe bei CPUs für den chinesischen Markt. Verzögerungen von acht bis zehn Wochen bei bestimmten Produkten könnten kurzfristig Auswirkungen auf Umsätze in einer der wichtigsten Absatzregionen haben.
Gesamtbewertung der Aktie
Die aktuelle Entwicklung zeigt ein Unternehmen mit wachsender Dynamik im strategisch entscheidenden Rechenzentrumsgeschäft. Neue Großaufträge und steigende Investitionen der Kunden unterstreichen die zunehmende Bedeutung von AMD als zentraler Anbieter im KI-Chipmarkt.
Während die fundamentalen Perspektiven weiterhin überzeugend erscheinen, ist die Bewertung deutlich zurückgegangen. Dadurch hat sich das Chancen-Risiko-Verhältnis aus Sicht vieler Marktbeobachter spürbar verbessert. Vor diesem Hintergrund setzen auch wir die AMD-Aktie wieder auf die Kaufliste – der nächste Ausbruch sollte im weiteren Jahresverlauf gelingen.
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ℹ️ AMD in Kürze
- Advanced Micro Devices (AMD) mit Hauptsitz in Santa Clara im US-Bundesstaat Kalifornien entwickelt und vertreibt Mikroprozessoren, Chipsätze und System-on-a-Chip-Lösungen.
- Eine eigene Fabrikationsstätte hat das Unternehmen seit der Ausgründung der eigentlichen Halbleiterherstellung im Jahr 2009 in Globalfoundries nicht mehr.
- AMD ist Mitglied in den US-Leitindizes Nasdaq 100 und S&P 500 und hat Marktkapitalisierung von rund 332 Milliarden US$.