Lumentum-Aktie: KI-Tipp wird zum Volltreffer!

Weiter auf steigende Kurse setzen?

Als wir vor knapp drei Wochen erstmals über die Kursrakete Lumentum berichteten, gab es die Aktie noch für 425 US-Dollar. Gestern schoss der KI-Titel bereits bis auf 765 US-Dollar durch die Decke. Was ist passiert?

Dall E

Rückenwind durch Analysten-Upgrade

Rückenwind erhielt die Aktie von Lumentum gestern vor allem durch eine positive Analysteneinschätzung. Die US-Bank Citi bestätigte ihre Kaufempfehlung und erhöhte das Kursziel deutlich auf 800 US-Dollar von zuvor 560 US-Dollar.

Die Analysten nahmen den Hersteller optischer Netzwerktechnologie zugleich auf eine kurzfristige „30-Tage-Catalyst-Watch“-Liste auf. Hintergrund sind erwartete Impulse rund um die Optical Fiber Communication Conference im März, bei der neue Entwicklungen im KI-getriebenen Glasfasernetzwerkmarkt angekündigt werden könnten.

Citi sieht Lumentum als einen zentralen Profiteur des wachsenden Bedarfs an optischer Infrastruktur für künstliche Intelligenz und hält kurzfristig weitere Kursgewinne für möglich.

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Ein Spezialist für optische Schlüsseltechnologie

Lumentum Holdings gehört zu den führenden US-Anbietern im Bereich optischer und photonischer Hochleistungstechnologien. Das Unternehmen entwickelt anspruchsvolle Laserlösungen und optische Komponenten, die insbesondere in KI-Rechenzentren für Datenverbindungen eingesetzt werden. Mit der steigenden Größe von KI-Clustern wächst auch die technische Komplexität der Netzwerke, wodurch optische Lösungen zunehmend unverzichtbar werden.

In diesem Umfeld hat sich Lumentum tief im Ökosystem moderner Dateninfrastruktur etabliert und liefert zentrale Technologien für neue Netzwerkgenerationen. Die Aktie konnte seit Jahresbeginn bereits deutlich zulegen, dennoch wird die strategische Bedeutung optischer Konnektivität nach Ansicht vieler Marktbeobachter weiterhin unterschätzt. Der Übergang von elektrischen zu optischen Architekturen erfolgt derzeit in einem bislang nicht gesehenen Tempo, wodurch das Laserportfolio des Unternehmens strukturelle Wettbewerbsvorteile erhält.

Zwei Geschäftsbereiche mit unterschiedlicher Dynamik

Das Geschäft von Lumentum gliedert sich im Wesentlichen in die Segmente Cloud und Networking sowie industrielle Technologien. Der wichtigste Wachstumstreiber ist dabei der Bereich Cloud und Networking, der Hochleistungslaser, optische Module und Komponenten für KI-Rechenzentren umfasst. Mit steigenden Netzwerkgeschwindigkeiten von 400G hin zu 1,6T und darüber hinaus erhöht sich der optische Anteil pro Server-Rack deutlich, was sowohl die technische Komplexität als auch die Investitionskosten steigen lässt.

Im Gegensatz zur früher zyklischen Nachfrage aus dem klassischen Telekomsektor hängt die Nachfrage heute zunehmend vom Wachstum der KI-Cluster selbst ab. Trainingssysteme benötigen enorme Bandbreiten zwischen Grafikprozessoren und Switches. Mit wachsender Clustergröße steigt die Anzahl optischer Verbindungen exponentiell, wodurch auch der Laserbedarf pro Rack zunimmt und die Umsätze entsprechend wachsen.

Der Bereich industrielle Technologien umfasst Laserlösungen für moderne Fertigung, 3D-Sensorik und Präzisionsanwendungen. Dieses Segment sorgt zwar für Diversifikation, unterliegt jedoch stärkeren Konjunkturschwankungen und profitiert weniger von den strukturellen KI-Trends. Die langfristige Ertragsdynamik wird daher vor allem vom Cloud- und Netzwerkgeschäft bestimmt, wo hohe Leistungsanforderungen und lange Qualifizierungszyklen eine stärkere Preissetzungsmacht ermöglichen.

Rechenzentren vor einem technologischen Paradigmenwechsel

Innerhalb moderner Rechenzentren vollzieht sich derzeit ein grundlegender Wandel. Mit zunehmender Größe und Komplexität von KI-Modellen steigt das Datenvolumen zwischen einzelnen Chips exponentiell an. Klassische elektrische Verbindungen stoßen dabei zunehmend an physikalische Grenzen.

Über Jahre hinweg waren kostengünstigere Lasertechnologien ausreichend. Mit steigenden Übertragungsraten verändern sich jedoch die Anforderungen drastisch. Störsignale, die früher kaum relevant waren, führen nun zu realen Übertragungsfehlern. Selbst kleinste Instabilitäten können Datenverbindungen unterbrechen. Die Entwicklung entspricht daher weniger einem gewöhnlichen Upgrade-Zyklus als vielmehr einem strukturellen Übergang hin zu leistungsstärkeren und qualitativ hochwertigeren Lasersystemen, wovon Anbieter mit technologischer Tiefe besonders profitieren.

Warum 200G pro Lane zum neuen Maßstab wird

Die Bedeutung von Übertragungsraten von 200G pro Lane lässt sich am besten über die Rolle des Lasers als Trägersignal verstehen. Je stabiler und sauberer dieses Signal ist, desto zuverlässiger erfolgt die Datenübertragung. Während niedrigere Geschwindigkeiten noch gewisse Schwankungen tolerieren, erfordern höhere Datenraten extrem präzise und rauschfreie Laser mit stabiler thermischer Performance.

Die technische Umsetzung ist anspruchsvoll, da höhere Leistung gleichzeitig mehr Wärme und Störsignale erzeugt. Stabilität erfordert daher fortschrittliche Materialien, präzise Fertigung, komplexe Treibertechnologie und exakte Temperaturkontrolle. Gleichzeitig bieten diese Hochleistungssysteme deutlich höhere Margen. Unternehmensangaben zufolge machten entsprechende Hochgeschwindigkeitsprodukte zwar nur einen kleinen Teil des Absatzvolumens aus, generierten jedoch einen überproportional hohen Umsatzanteil, was auf deutlich höhere Verkaufspreise hinweist.

Optische Switching-Technologie als Wachstumstreiber

Ein zentraler Wachstumskatalysator ist die zunehmende Verbreitung optischer Circuit Switches. Ursprünglich gesetzte Umsatzziele wurden deutlich früher erreicht als geplant. Besonders bemerkenswert ist der stark gewachsene Auftragsbestand, der inzwischen ein Volumen von mehreren hundert Millionen US-Dollar überschritten hat und größtenteils in der zweiten Jahreshälfte ausgeliefert werden soll.

Diese Entwicklung deutet auf eine beschleunigte Einführung optischer Switching-Architekturen hin, die langfristig zu einer höheren Nachfrage nach spezialisierten Laserkomponenten führen dürfte.

Strategische Bedeutung für neue KI-Netzwerke

Eine wichtige technologische Bestätigung ergibt sich aus der Zusammenarbeit innerhalb des KI-Ökosystems rund um Nvidia. Dort wird an neuen optischen Verbindungskonzepten gearbeitet, bei denen eine größere Anzahl langsamerer Datenkanäle eingesetzt wird, um Energieverbrauch und Latenz zu reduzieren.

Laboraufbauten zeigen extrem niedrige Fehlerraten und hohe Effizienz, allerdings basieren diese Ergebnisse auf besonders rauscharmen Präzisionslasern. Daraus lässt sich ableiten, dass zukünftige Systeme nur geringe Toleranzen gegenüber Signalstörungen besitzen. Die Anforderungen an Laserqualität steigen damit erheblich.

In industriellen Anwendungen mit hoher Ausgangsleistung und gleichzeitig minimalem Rauschen erfüllen nur wenige Anbieter diese Spezifikationen. Kombinationen aus schmaler Linienbreite, niedriger Intensitätsrauschrate und hoher Zuverlässigkeit stellen eine hohe Eintrittsbarriere dar und stärken die Position technologisch führender Hersteller.

Dynamisches Umsatzwachstum und steigende Profitabilität

Die jüngsten Geschäftszahlen zeigen eine deutliche Beschleunigung der Unternehmensentwicklung. Der Umsatz erreichte zuletzt 665,5 Millionen US-Dollar, was einem Wachstum von über 65 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Auch gegenüber dem Vorquartal wurde ein kräftiger Anstieg verzeichnet. Es handelt sich um das stärkste Wachstum seit mehr als einem Jahrzehnt und spiegelt die steigende Nachfrage aus dem KI-Infrastrukturbereich wider.

Im Vergleich zu Wettbewerbern fällt insbesondere die höhere Wachstumsdynamik auf. Parallel dazu verbesserte sich die operative Profitabilität deutlich. Sowohl Bruttomarge als auch operative Marge legten erheblich zu, was auf einen zunehmenden Anteil margenstarker Produkte aus dem Cloud- und Netzwerksegment hindeutet.

Auch der Ausblick unterstreicht diese Entwicklung. Das Unternehmen erwartet weiteres Umsatzwachstum sowie eine zusätzliche Ausweitung der operativen Marge. Die Kombination aus steigenden Erlösen und wachsender Effizienz signalisiert eine starke Nachfrage nach KI-getriebenen optischen Lösungen.

Bewertung zwischen hoher Erwartung und starkem Wachstum

An der Börse wird Lumentum mit einem deutlichen Bewertungsaufschlag gegenüber vergleichbaren Unternehmen gehandelt. Auf Basis zukünftiger Gewinne erscheint die Bewertung anspruchsvoll. Gleichzeitig wird jedoch ein außergewöhnlich starkes Gewinnwachstum erwartet, das deutlich über dem Branchendurchschnitt liegt.

Klassische Bewertungskennzahlen greifen bei hochspezialisierten Technologieanbietern nur begrenzt, da technologische Führungsposition, Zuverlässigkeit und strategische Bedeutung innerhalb neuer Netzwerkarchitekturen schwer quantifizierbare Wettbewerbsvorteile darstellen.

Risiken durch Wettbewerb und Skalierung

Das größte Risiko ergibt sich langfristig aus möglichem Wettbewerbsdruck. Steigende Margen und wachsender Markt ziehen grundsätzlich neue Anbieter an. Allerdings stellen die technologischen Anforderungen hohe Eintrittsbarrieren dar, sodass kurzfristig keine schnelle Marktöffnung erwartet wird.

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor liegt in der operativen Umsetzung. Die Serienproduktion leistungsstarker Laser mit extrem niedrigen Störwerten erfordert höchste Präzision in Fertigung, Prozesskontrolle und Thermomanagement. Produktionsprobleme oder Verzögerungen könnten sich unmittelbar auf Lieferfähigkeit und Umsatzentwicklung auswirken.

Ausblick auf die Rolle im KI-Zeitalter

Lumentum entwickelt sich zu einem zentralen Technologiezulieferer für die nächste Generation von KI-Rechenzentren. Der Übergang zu optischen Verbindungen, die Einführung von 200G-Lasertechnologie und ein wachsender Auftragsbestand bei optischen Switching-Systemen schaffen ein strukturell günstiges Wachstumsumfeld.

Die steigenden Anforderungen moderner KI-Netzwerke erhöhen die Bedeutung hochpräziser Laserlösungen erheblich. Trotz einer ambitionierten Bewertung sprechen Wachstumstempo, technologische Positionierung und strategische Relevanz dafür, dass das Unternehmen langfristig eine außergewöhnliche Stellung innerhalb der KI-Infrastruktur einnehmen könnte.

Klar ist: Die Lumentum-Aktie konnte allein nach unserem Tipp Anfang des Monats zwischenzeitlich rund 80% zulegen. Auf Jahressicht steht sogar ein Tenbagger zu Buche. Dennoch sollten KI-Anleger das Papier nach einer Konsolidierung weiter auf der Kaufliste haben.

Zum Schluss: Welche Aktien wird neben Lumentum empfehlen, liest Du in unserem Report Top-Picks 2026.

ℹ️ Lumentum in Kürze

  • Lumentum Holdings (WKN: A14WK0) ist ein US-Technologieunternehmen mit Sitz in San José in Kalifornien und ein weltweit führender Spezialist für optische und photonische Produkte.
  • Das Unternehmen stellt Komponenten her, die elektrische Signale in Lichtsignale umwandeln und liefert damit die „Lichttechnologie“ für Glasfasernetze, KI-Rechenzentren und Lidar-Laser.
  • Die Produkte von Lumentum kommen in den Bereichen Cloud & Netzwerke (Rechenzentren und Glasfasernetze), Präzisionsfertigung (Halbleiter und Materialbeschichtung) und Optische Sensorik (Gesichtserkennung und Auto-Lasersensoren) zum Einsatz.
  • Lumentum notiert an der Technologiebörse Nasdaq und ist ca. 52 Milliarden US$ wert.
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