Workday-Aktie: Ist dieser Kurssturz gerechtfertigt?

-50% in nur 3 Monaten

Der Blick auf den Chart der Workday-Aktie treibt Anlegern momentan die Tränen in die Augen. Der Kurs des Entwicklers von Unternehmenssoftware ist in den letzten drei Monaten um -40% abgesackt und auch am Mittwochmorgen bricht die Aktie um weitere -10% ein. Was ist bloß los bei Workday und ist der Kurssturz in dieser Dimension gerechtfertigt?

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Foto: gareth_harrison / Unsplash

Das Wachstum flacht sich ab

An den Zahlen für das letzte Quartal kann der Kurssturz der Workday-Aktie kaum gelegen haben. Sie fielen unerwartet gut aus.

Im abgelaufenen Vierteljahr machte der Software-Konzern einen Umsatz von 2,53 Milliarden US$ und übertraf damit minimal den Analystenkonsens von 2,52 Milliarden US$. Der Gewinn je Aktie in Höhe von 2,47 US$ lag sogar deutlich über der Markterwartung von 2,32 US$.

Aber beim Ausblick auf das laufende Jahr patzte Workday. Das Unternehmen stellte lediglich ein Wachstum der Aboumsätze 12 bis 13% in Aussicht. Das war der Börse deutlich zu wenig, schließlich signalisiert es eine Abflachung der bisherigen Wachstumsrate, die bei gut 15% lag.

Das Management von Workday warnte in der Telefonkonferenz vor einer „anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheit“. Unternehmen zögern derzeit bei großen IT-Investitionen und reduzieren teilweise ihre Nutzerlizenzen, was Workday direkt trifft.

Dies zeigt sich auch an der so wichtigen Kennzahl des Subscription Revenue Backlog. Die vertraglich gesicherten künftigen Umsätze lagen mit 28,1 Mrd. US$ unter der Konsensschätzung der Analysten von knapp 29,9 Mrd. US$. Die Börse wertet das als ein Zeichen für einen stockenden Nachschub an Großaufträgen.

Und nicht zuletzt geht Workday auch von keiner nennenswerten Verbesserung der Marge aus. Die Non-GAAP-Marge lag im vergangenen Quartal bei 30,0%. Für 2026 peilt das Management nur eine Verbesserung auf 30,5% an.

Ein scharfes Damoklesschwert

Über den Zahlen von Workday schwebt jedoch ein scharfes Damoklesschwert, und zwar die generell Angst der Börse, dass KI-Modelle klassische Software-as-a-Service-Konzerne wie Workday zunehmend überflüssig machen. Investoren fürchten, dass generative KI-Tools mittelfristig die Preisgestaltung und die Notwendigkeit für klassische HR- und Finanzsoftware untergraben könnten.

Die Fähigkeiten von KI-Modellen steigern sich in rasantem Tempo. Inzwischen sind einige von ihnen in der läge, ganze IT-Projekte zu planen und abzuwickeln. Entsprechend empfindlich reagieren Anleger bei hoch bewerteten Softwarewerten wie Workday.

Derweil investiert der Unternehmenssoftware-Spezialist weiter massiv in KI-Funktionen. „Die Integration von KI steht im Zentrum unserer Produktstrategie“, hieß es aus dem Unternehmen. Anfang des Monats kehrte Mitgründer Aneel Bhusri als Vorstandschef zurück. Er soll die KI-Offensive beschleunigen und neue Wachstumsimpulse setzen.

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Im freien Fall

Das Chartbild der Workday-Aktie war zuletzt eine Katastrophe. Seit vier Monaten befindet sie sich im freien Fall.

Weder das 3- noch das 5-Jahrestief konnten diesen Fall aufhalten. Nun droht sogar ein Kursrückgang auf rund 100 US$.

Gründe, ein Pessimist zu sein

Trotz der Halbierung des Kurses der Workday-Aktie innerhalb von nur drei Monaten ist sie mir immer noch zu teuer. Ein Blick auf die Zahlen verrät, warum.

Ein Forward-KGV von über 20 ist für ein Unternehmen mit einer sich auf 12% abflachenden Wachstumsrate meiner Meinung nach nicht mehr angemessen. Workday ist kein Growth Stock mehr, sondern tritt nun in die Reifephase ein. Ich gehe nicht davon aus, dass das Unternehmen in den kommenden Jahren noch zweistellige Wachstumsraten erzielen kann.

Hinzu kommt, dass Workday für einen Software-Konzern nicht sonderlich profitabel ist. Das wird sich angesichts des Drucks von KI-Modellen nicht ändern. Ganz im Gegenteil. Ich rechne in Zukunft mit einer Verschlechterung der Profitabilität.

Human Resources ist der Kernbereich von Workday. Meiner Einschätzung nach ist das ein Software-Bereich, der sich relativ leicht durch KI substituieren lässt. Das macht mich ziemlich pessimistisch in Bezug auf die Workday-Aktie.

Der Chart lässt die Aktie optisch recht günstig erscheinen. Aber es hat einen guten Grund, weshalb Workday auf ein neues 7-Jahrestief gefallen ist.

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ℹ️ Workday in Kürze

  • Workday (WKN: A1J39P) ist ein US-amerikanischer Anbieter von cloudbasierter Unternehmenssoftware mit Sitz in Pleasanton in Kalifornien.
  • Das Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, komplexe Geschäftsprozesse in einer einzigen, zentralen Plattform zusammenzuführen.
  • Kernmodule von Workday sind die Personalverwaltung, das Finanzwesen und die Unternehmensplanung.
  • Seit 2025 setzt Workday massiv auf KI-Agenten, die Aufgaben wie die Terminplanung für Vorstellungsgespräche oder komplexe Datenanalysen autonom erledigen können.
  • Das Unternehmen ist Mitglied im Nasdaq 100 und ca. 34 Milliarden US$ wert.
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