Jost Werke-Aktie: + 22% seit Jahresanfang – jetzt noch einsteigen?

Neue Zahlen

Die Aktie von Jost Werke konnten seit Jahresanfang deutlich zulegen. Am Freitag gewinnt sie +2,6% und steht bei 66,20 €. Damit beträgt der Kursgewinn seit Jahresanfang rund +22%. Lohnt sich jetzt noch ein Einstieg?

Jost Werke
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Übernahme macht sich bemerkbar

Ende 2024 wurde die niederländische Hyva durch die Jost-Werke übernommen. Die Integration erfolgt im abgelaufenen Geschäftsjahr. Diese wirkte sich auf die Jahreszahlen deutlich aus.

Der Konzernumsatz stieg um 43,5% auf 1,5 Milliarden €. Das organische Wachstum lag bei 2%. Mit der Übernahme verbessert der Neu-Isenburger Konzern deutlich seine führende Rolle bei wichtigen Systemen für LKWs und anderen Nutzfahrzeugen. Negativ war der starke Umsatzrückgang in der Region America mit rund 23%. In den Märkten EMEA und APAC wurden deutliche Umsatzgewinne erzielt.

Das operative EBIT verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr lediglich um 28,6% auf 145,2 Millionen €. Die daraus resultierende EBIT-Marge sank von 10,6 auf 9,5%. Hierfür verantwortlich dürften hohe Integrationskosten sein.

Beim Free Cashflow wurde mit einem Anstieg auf 126,4 Millionen € und erreichte damit einen neuen Rekord.

Insgesamt sind die Zahlen zufriedenstellend ausgefallen. Dass die Ertragslage sich leicht verschlechterte, ist gerade bei der Integration von übernommenen Unternehmen ein normaler Vorgang. Diese Delle dürfte nur kurzfristiger Art sein.

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Strategie „AMBITIO 2030“ konsequent fortgesetzt

Kern der Strategie ist der Fokus auf das Hydraulik-Kerngeschäft. Hierbei wurde das Krahn-Geschäft an Mutares verkauft. Mit der Übernahme von Hyva wird mittelfristig ein Ausbau der Marktführerschaft angestrebt. Das soll sich auch positiv auf die Ertragslage auswirken. Ein weiteres Ziel ist der Abbau der Schulden. Diese resultieren aus der Übernahme.

Joachim Dürr, Vorstandsvorsitzender der JOST Werke, kommentierte die Strategie so:

Unsere Strategie AMBITION 2030 bietet eine klare Antwort auf die anhaltende Marktvolatilität unserer Industrie: Wir setzen auf Diversifikation, stärken unsere Resilienz und Profitabilität.

Was bedeutet das für die Aktie?

Aus meiner Sicht ist in dem jüngsten Kursanstieg von 54 auf rund 66 € viel Positives enthalten. Daher sehe ich vorerst nur noch ein geringes Kurspotenzial. Entscheidend wird die Prognose für das laufende Jahr sein, das gilt insbesondere für die Ertragsaussichten. Den fairen Wert sehe ich bei 68 €.

Was für die Aktie spricht, ist die gute Dividendenrendite von aktuell 2,2%. Ob es zu einer Anhebung der letzten Dividende von 1,50 € kommt, bleibt abzuwarten.

Die Analysten bewerten die Kursaussichten sehr unterschiedlich. Die Berenberg Bank erhöhte ihr Kursziel von 68 auf 84 €. Warburg sieht den fairen Wert bei 74 € und die Deutsche Bank bleibt mit ihrem Zielkurs von 63 € vorsichtiger.

Mein Fazit: Bei dem jetzigen Kursniveau ist ein Einstieg wenig attraktiv. Hier sollte eine Korrektur abgewartet werden.

Hier sei angemerkt: Während sich viele auf Tech-Aktien konzentrieren, übersehen sie solide Dividendenzahler mit Aufwärtspotenzial. Diese Analyse beleuchtet zehn unterschätzte Kandidaten für das neue Jahr.

ℹ️ Jost Werke in Kürze

  • Die Jost Werke, kurz Jost, (WKN: JST400) sind ein international führender Hersteller und Lieferant von hochwertigen sicherheitsrelevanten Systemen für LKW und andere Nutzfahrzeuge. Mit seinen Kernmarken JOST, ROCKINGER, TRIDEC und Quicke kommt Jost auf einen weltweiten Marktanteil von rund 50%.
  • Das Unternehmen ist in über 25 Ländern mit Produktions- oder Vertriebsstätten vertreten, der Hauptsitz befindet sich im hessischen Neu-Isenburg.
  • Die im SDAX gelistete Aktie wird an der Börse mit 987 Millionen € bewertet.
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