TeamViewer-Aktie: Viel zu stark abgestraft?
Die TeamViewer-Aktie schien am Donnerstag nach oben ausbrechen zu wollen, doch am Ende wurde sie wieder abverkauft. Aktuell notiert sie bei 4,77 €. Die entscheidende Frage jetzt: Wie gefährlich ist das KI-Gespenst, das hier im Raum schwebt, tatsächlich für das Unternehmen und den weiteren Kursverlauf der Aktie?
Ein Analyst wirft Bedenken auf
Als wäre sie nicht ohnehin schon seit Monaten stark gebeutelt gewesen, hat vergangene Woche ein Marktbeobachter mit seinen kritischen Aussagen der TeamViewer-Aktie einen weiteren Tiefschlag verpasst. Es geht dabei im Kern um die Frage: Bedroht die KI das Geschäftsmodell des Fernwartungsspezialisten?
Analyst Aleksander Peterc vom US-Analysehaus Bernstein Research und Kollegen haben dieses KI-Gespenst in den Raum gestellt. Laut der Nachrichtenagentur dpa/AFX sei bei TeamViewer „der traditionelle, personalintensive Fernsupport betroffen und auch die IT-Ticketing-Workflows, da Automatisierung den Bedarf an diesen Dienstleistungen erheblich reduzieren könne“.
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Bedroht die KI das Geschäftsmodell?
Wie plausibel sind diese KI-Sorgen tatsächlich, die zu einem weiteren Kursverlust der TeamViewer-Aktie von rund -10% geführt haben? Zunächst muss man feststellen: Von der Hand zu weisen sind sie sicherlich nicht. KI-Self-Service-Agenten könnten vermutlich einen Teil des traditionellen, personalintensiven Fernsupports verdrängen und damit Ticketvolumen und „klassische“ Remote-Support-Nachfrage senken.
Dem muss man jedoch Argumente entgegenhalten. Erstens hat TeamViewer selbst auf die Bedrohung reagiert und KI-Funktionen ausdrücklich in sein Angebot eingebaut. Es gibt „Session Insights“, also KI-basierte Zusammenfassungen und Analysen von Support-Sessions (Produktivitätshebel für Support-Teams). Zudem wurde der KI-Agent „Tia“ für autonomen IT-Support zumindest für erkennbare oder automatisierbare Störungen vorgestellt.
Zudem ist es durchaus möglich, dass es zwar insgesamt weniger Sessions für TeamViewer geben könnte, dafür aber schwierigere Fälle mit höheren Compliance-Anforderungen, die zu höheren Preisen pro „Enterprise-fähiger“ Lösung führen könnten. Im Grunde kommt es also auf Effizienz an.
Alles in allem muss man feststellen: Ein KI-Risiko gibt es durchaus für das Unternehmen – aber es wurde bereits intern erkannt, es wurde darauf reagiert und als existenzielle Bedrohung des Geschäftsmodells ist es sicherlich nicht zwingend.
Wie ist die Aktie bewertet?
Wenn man sich nun anschaut, wie dieses KI-Risiko von der Börse bewertet und eingepreist wird, dann kann man nur zu einem logischen Schluss kommen: Der Markt hat deutlich übertrieben und die TeamViewer-Aktie ist viel zu stark abgestraft worden. Sowohl das sehr niedrige Kursgewinn-Verhältnis (KGV) von 5,5 bis 6 als auch das für den Software-Sektor niedrige Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von etwa 1,0 bis 1,3 belegen das eindeutig.
Im Übrigen bestätigen genau das alle Analysten, die den Titel covern: Selbst das niedrigste Kursziel, 6,50 € von Deutsche Bank Research, impliziert bereits ein Kurspotenzial von +36%.
Und blicken wir an dieser Stelle nochmals auf die KI-Bedenkenträger von Bernstein: Hier lautet das Kursziel für die Team-Viewer-Aktie 11 € und das offenbart ein Kurspotenzial von mehr als +130%. Warum angesichts dessen die Einstufung „Market Perform“ und nicht „Buy“ lautet, bleibt ihr Geheimnis.
Klarer Kauftipp
Meiner Meinung nach kann es bei der TeamViewer-Aktie nur ein Urteil geben: Sie ist ein klarer Kauftipp. Und zwar deshalb, weil die KI-Sorgen durchaus berechtigt erscheinen, aber eben viel zu stark bereits im Kurs eingepreist worden sind.
Fazit: Die Aktie eines immer noch leicht wachsenden und hochprofitablen Unternehmens notiert nahe Allzeittief und ist somit mehr oder weniger zu einem Spottpreis zu haben.
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ℹ️ TeamViewer in Kürze
- Die TeamViewer SE ist ein weltweit führender Software-Anbieter von Remote-Konnektivitätslösungen. Mittels seiner Software können Fernwartungen von Computern und anderen Endgeräten vorgenommen werden.
- Neben dem Hauptsitz in Göppingen ist das Unternehmen weltweit mit Niederlassungen vertreten.
- Die Marktkapitalisierung der im MDAX und TecDAX gelisteten Aktie liegt aktuell bei ca. 775 Millionen €.