U.S. Bancorp-Aktie: Ein unterschätzter Banken-Titel?

Attraktiver Kurs plus Dividende

Die Aktie von U.S. Bancorp hat sich in einem von Unsicherheit geprägten Marktumfeld bemerkenswert robust entwickelt. Während viele Technologiewerte starken Schwankungen unterliegen, präsentiert sich das Papier des US-Finanzkonzerns als vergleichsweise berechenbare Größe mit solidem Ertragspotenzial.

stock.adobe.com

Schwankende Technologiewerte erhöhen den Druck auf Anleger

Die jüngsten Kursschwankungen bei Softwareunternehmen wie Adobe und Workday, die keine Dividende ausschütten, erschweren insbesondere einkommensorientierten Investoren das Festhalten an entsprechenden Positionen. Wer regelmäßig Erträge aus seinem Portfolio erzielen möchte, sieht sich in volatilen Marktphasen schnell mit Unsicherheit konfrontiert. Vor diesem Hintergrund rücken dividendenstarke Titel mit vernünftiger Bewertung stärker in den Vordergrund.

Tipp: Melde Dich für unseren kostenlosen SD Insider Newsletter an, um keine spannenden Entwicklungen und außergewöhnlichen Chancen zu verpassen!

Deutliche Outperformance seit Herbst 2024

Bereits im Oktober 2024 überzeugte U.S. Bancorp mit solidem Risikomanagement sowie stabilem Kredit- und Einlagenwachstum. Damals lag das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 12. Seitdem erzielte die Aktie eine Gesamtrendite von 32 Prozent und übertraf damit deutlich den Anstieg des S&P 500, der im gleichen Zeitraum um 17 Prozent zulegte.

Beim aktuellen Kurs von 57,69 US-Dollar wird die Aktie mit dem 11,5-fachen der erwarteten Gewinne gehandelt und damit günstiger als noch vor rund anderthalb Jahren. Ursache ist das gestiegene Gewinnniveau. Hinzu kommt eine Dividendenrendite von 3,6 Prozent, die mehr als dreimal so hoch ausfällt wie beim breiten US-Leitindex.

Breite Aufstellung als Stabilitätsanker

U.S. Bancorp zählt zu den größten regionalen Banken der Vereinigten Staaten und bietet ein breit gefächertes Spektrum an Finanzdienstleistungen. Dazu gehören das Privat- und Firmenkundengeschäft, Zahlungsverkehrslösungen sowie Vermögensverwaltung. Ein dichtes Filialnetz und leistungsfähige digitale Plattformen ergänzen das Geschäftsmodell.

Trotz der Turbulenzen an den Kapitalmärkten liefert das Institut verlässlich Ergebnisse. Im vierten Quartal 2025 stieg der Nettoumsatz im Jahresvergleich um 5,1 Prozent auf den Rekordwert von 7,4 Milliarden US-Dollar. Getragen wurde das Wachstum von einem um 3,3 Prozent höheren Zinsüberschuss, begünstigt durch weiter zunehmende Kundeneinlagen. Die Rendite auf das materielle Eigenkapital erreichte starke 18,4 Prozent, während sich die Nettozinsmarge um sechs Basispunkte auf 2,77 Prozent verbesserte.

Gebühreneinnahmen gewinnen an Bedeutung

Besonders dynamisch entwickelten sich die provisionsbasierten Erträge, die um 7,6 Prozent zulegten. Mittlerweile stammen 42 Prozent der Nettoerlöse aus Gebühren. Diese Entwicklung reduziert die Abhängigkeit vom klassischen Zinsgeschäft und macht die Ertragsstruktur widerstandsfähiger gegenüber Zinsänderungen.

Parallel dazu zeigt sich eine disziplinierte Kostenkontrolle. Die Effizienzquote verbesserte sich in den vergangenen zwei Quartalen von über 60 Prozent auf rund 57 Prozent. Da diese Kennzahl die operativen Aufwendungen ins Verhältnis zu den Einnahmen setzt, signalisiert ein niedrigerer Wert eine höhere Profitabilität.

Wachstumsimpulse durch BTIG-Übernahme

Für 2026 stellt das Management ein Umsatzwachstum von vier bis sechs Prozent in Aussicht, bereinigt um zusätzliche Beiträge aus der Übernahme von BTIG. Zudem soll sich der operative Hebel um mindestens 200 Basispunkte verbessern, getragen von weiter steigenden Gebühreneinnahmen.

Die Akquisition von BTIG soll insbesondere das globale Finanzdienstleistungsgeschäft stärken. Zwischen beiden Häusern besteht bereits seit zehn Jahren eine Partnerschaft mit rund 350 gemeinsam realisierten Transaktionen. Der Bereich gilt innerhalb des Konzerns als besonders kapitaleffizient. Seit 2021 wuchs der Nettoumsatz dieses Segments mit einer durchschnittlichen jährlichen Rate von 11 Prozent und legte 2025 um 12 Prozent zu. Durch die Integration von BTIG dürfte sich diese Dynamik fortsetzen.

Solide Kapitalbasis und verlässliche Dividende

Die Bilanz präsentiert sich robust. Die Ratingagentur Standard & Poor's bewertet das Institut mit der Note A. Die harte Kernkapitalquote liegt bei 10,8 Prozent und damit deutlich über der regulatorischen Mindestanforderung von 4,5 Prozent.

Aktionäre profitieren von einer Dividendenrendite von aktuell rund 3,6 Prozent. Die Ausschüttungsquote beträgt 44 Prozent, was ausreichend Spielraum für Investitionen und weiteres Wachstum lässt. Seit 15 Jahren wird die Dividende kontinuierlich erhöht, die durchschnittliche jährliche Steigerung der vergangenen fünf Jahre liegt bei vier Prozent.

Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11,5 notiert die Aktie unter ihrem historischen Durchschnitt von 13,4. Der Markt scheint das stetige Gewinnwachstum und das Margenpotenzial durch den Ausbau des provisionsbasierten Geschäfts bislang nur teilweise einzupreisen.

Analysten rechnen in den kommenden zwei Jahren mit einem jährlichen Gewinnwachstum je Aktie von acht bis zehn Prozent. Zusammen mit der Dividendenrendite und einer möglichen Rückkehr zu einer höheren Bewertungskennziffer ergibt sich damit mittelfristig ein Gesamtrenditepotenzial im niedrigen bis mittleren Zehnerprozentbereich.

Risiken bleiben im Blick

Gleichwohl bestehen Risiken. Eine konjunkturelle Abschwächung könnte zu Kreditausfällen im Bereich Gewerbeimmobilien führen, insbesondere bei sinkenden Objektbewertungen. Darüber hinaus könnten fallende Kreditzinsen die Zinsmargen belasten, sofern die Refinanzierungskosten nicht im gleichen Maße sinken. Strengere regulatorische Kapitalanforderungen stellen ebenfalls einen möglichen Belastungsfaktor dar.

Ein verlässlicher Ertragsbringer mit Perspektive

U.S. Bancorp erweist sich als kontinuierlich wachsender Wert mit solider Gewinnentwicklung und attraktiver Ausschüttung. Die Kombination aus steigenden Erlösen, verbesserter Effizienz und wachsendem Gebührenanteil stärkt die Widerstandsfähigkeit gegenüber Marktschwankungen.

Dank stabiler Bilanz, disziplinierter Kostenführung und zusätzlicher Impulse durch die BTIG-Übernahme erscheint die Aktie auf dem aktuellen Bewertungsniveau attraktiv. Sollte sich das prognostizierte Gewinnwachstum realisieren und die Bewertung moderat anziehen, sind zweistellige Gesamterträge realistisch.

Tipp: Sichere Dir mit unserem kostenlosen Report „3 Top-Picks 2026“ jetzt die Aktien-Überflieger für 2026!

Zugehörige Kategorien: Dividenden-Aktien Sonstiges