BayWa-Aktie: Das dürfte jetzt ratsam sein

Unsicherheit nimmt zu

Der Kursverlauf der BayWa-Aktie ist weiterhin von hoher Nervosität geprägt. Stärkere Anstiege verpuffen immer wieder. Am Dienstag gewinnt sie aktuell leicht und steht bei rund 3 €. Sind das wieder günstige Einstiegskurse?

Aufsichtsrat erneuert

Nachdem im Vorstand die Weichen neu gestellt wurden, geschieht das auch im Aufsichtsrat. Viele der jetzigen Aufsichtsratsmitglieder waren für die teure Expansion mitverantwortlich. Daher ist es mehr als normal, dass auch in diesem wichtigen Kriterium neue Personen einziehen.

Oberhofer schied bereits Ende 2025 aus dem Gremium aus. Die Aufsichtsratsmitglieder Hohlmeier und Hollerer scheiden Ende März aus und Surges Ende Mai. Drei neue Aufsichtsratsmitglieder sollen demnächst bestellt werden.

Zudem wurde die Laufzeit der Mandate auf vier Jahre begrenzt. Jährlich sollen zwei Aufsichtsräte neu gewählt werden.

Gregor Scheller, Vorsitzender des Aufsichtsrats der BayWa, begründet das so:

Die strategische, kulturelle und personelle Erneuerung macht auch vor dem Aufsichtsrat nicht halt. Wir verändern das Gremium Schritt für Schritt und orientieren es konsequent an den zukünftigen Anforderungen der BayWa.

Probleme bei der Tochter BayWa r.e.

Die Lage in den USA änderte sich mit dem Antritt von Donald Trump radikal. Mit dem neuen Gesetz „One Big Beautiful Bill Act“ wurden Projekte erneuerbarer Energien gestoppt und Steuervorteile gestrichen. Die neue US-Administration wechselt wieder von den erneuerbaren Energien zu Öl und Gas.

Das führt dazu, dass die Projekte von BayWa r.e. neu bewertet werden müssen; voraussichtlich werden hohe Abschreibungen vorgenommen. Zudem erschwert das den geplanten Verkauf der Tochter 2028; ein niedrigerer Verkaufspreis könnte die Folge sein.

Bis 2028 ergeben sich laut Konzern keine negativen Maßnahmen daraus, jedoch könnte das Sanierungskonzept durch den geringeren Verkaufserlös gefährdet werden. Um sich hierfür zu rüsten, wurden Gespräche mit den größten Anteilseignern sowie den Gläubigerbanken geführt.

Jahresprognose gestrichen

Ursprünglich sollte das operative EBITDA in 2025 sich deutlich verbessern. Mit den aufgekommenen Problemen bei BayWa r.e. wurde die Prognose im Herbst gestrichen. Neue Zahlen wurden nicht bekanntgegeben.

In den ersten neun Monaten sank der Konzernumsatz planmäßig um 22% gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 9,6 Milliarden €. Der EBITDA-Beitrag aus der bisherigen Transformation übertraf mit 120 Millionen € die eigenen Erwartungen von 85 Millionen €.

Durch die Neubewertung von BayWa r.e. kann es dazu kommen, dass der Jahresbericht für 2025 verschoben wird. Hier gilt laut Konzernangaben Qualität vor Schnelligkeit. Es ist jedoch davon auszugehen, dass hohe Abschreibungen das Konzernergebnis deutlich verschlechtern.

Was bedeutet das für die Aktie?

Der Kursrückgang zeigt, dass das Anlegervertrauen durch die neue Krise wieder deutlich gesunken ist. Sollte es tatsächlich zu einer Verschiebung des Jahresabschlusses kommen, ist ein deutlicher Kursrückgang wahrscheinlich.

Generell bin ich bezüglich des Gelingens der Neuausrichtung positiv gestimmt. Die beiden Großaktionäre werden dafür sorgen, dass die Sanierung gelingt. Die Probleme bei BayWa r.e dürften letztlich bereinigt werden, auch wenn der Verkaufserlös 2028 geringer ausfällt als erwartet.

Vorerst sollten Anleger jedoch abwarten. Der Grund hierfür ist die mögliche Verschiebung des Abschlusses für 2025. Nach der Veröffentlichung muss dann die Lage neu bewertet werden.

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ℹ️ BayWa in Kürze

  • Die bayerische BayWa AG ist ein international tätiges Handels- und Dienstleistungsunternehmen. Schwerpunkte der Handelsaktivitäten sind der Agrarbereich sowie der Handel mit Solarmodulen und Solarparks.
  • Der Münchener Konzern betreibt seine Geschäfte überwiegend in Deutschland, Österreich und Osteuropa. Insgesamt hat der Konzern inklusive Franchise- und Partnerfirmen mehr als 3.000 Vertriebsstandorte in 16 europäischen Ländern.
  • Die im SDAX gelistete Aktie wird aktuell mit rund 317 Millionen € bewertet.
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