Hapag-Lloyd-Aktie: Ist das gut oder schlecht?

Übernahme eines Wettbewerbers

Die größte deutsche Reederei sorgte zum Wochenbeginn für einen medialen Paukenschlag, auf den die Hapag-Lloyd-Aktie allerdings mit einem Kursverlust von -5% reagierte. Was ist da los und ist der Hamburger Containerschiffkonzern trotzdem einen Kauf wert?

Hapag Lloyd
stock.adobe.com/Thorsten Schier

Eine große Übernahme

Hapag-Lloyd sorgte zum Wochenauftakt mit der Nachricht für Aufsehen, die israelische Reederei ZIM Integrated Shopping für einen Kaufpreis von 4,2 Milliarden US$ zu übernehmen. Die Akquisition soll über eine Mischung aus liquiden Mitteln und einer externen Finanzierung von bis zu 2,5 Milliarden US$ gestemmt werden.

Mit dem Kauf von ZIM wird Hapag-Lloyd seine Position als fünfgrößte Containerreederei der Welt festigen. ZIM ist derzeit die Nummer 10 unter den weltweiten Reedereien. Durch die Übernahme wächst die Flotte der Deutschen auf über 400 Schiffe mit einer Gesamtkapazität von über 3 Millionen Standardcontainern und einem jährlichen Transportvolumen von mehr als 18 Millionen Containern. Der globale Marktanteil von Hapag erhöht sich damit von ca. 7 auf 9%.

Für Hapag-Lloyd geht es aber nicht nur über die schiere Größe, sondern auch um den strategischen Fokus. Bislang sind die Hamburger sehr stark auf Routen von und nach Europa. ZIM hat hingegen eine starke Präsenz im pazifischen Raum. Aufgrund des höheren Wirtschaftswachstums der meisten Pazifikanrainerstaaten ist diese Region für Hapag-Lloyd von großer Bedeutung.

Die Transaktion soll bis Ende des Jahres vollzogen werden. Dass der Staat Israel mit einem „Golden Share“ bei wichtigen Entscheidungen ein Mitspracherecht hat, gilt als technisch überwindbares Hindernis.

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Hochspannend und hochgefährlich

Die charttechnische Situation der Hapag-Lloyd-Aktie ist hochspannend und hochgefährlich zugleich. Durch den gestrigen Kursrückgang ist sie fast auf ihr 5-Jahrestief bei 110 € zurückgefallen. Sollte dieser Support nicht halten, würde der Seitwärtstrend der letzten Monate endgültig durch einen Abwärtstrend abgelöst werden.

Kursgewinn nein, Dividenden ja

Anlegern, die auf Kursgewinne aus sind, empfehle ich die Hapag-Lloyd-Aktie nicht zum Kauf. Sinkende Frachtraten und niedrigere Transportmengen haben in den letzten Monaten das Ergebnis fast aller Reedereien stark nach unten gedrückt. Der EBIT von Hapag sackte von 2,6 Milliarden € im Jahr 2024 auf rund 1 Milliarde € im vergangenen Jahr ab.

Viele Reedereien suchen deshalb ihr Heil in der Größe, so auch Hapag-Lloyd. Grundsätzlich handelt es sich meines Erachtens um eine sinnvolle Akquisition, wenngleich sie sich erst mittelfristig strategisch auswirken wird.

Für Dividendenjäger zählen die Aktien von Schifffahrtsunternehmen seit jeher zu den größten Leckerbissen. Dividendenrenditen im zweistelligen Bereich sind hier keine Seltenheit. Aber Anleger müssen dafür eine enorme Volatilität der Gewinnausschüttungen in Kauf nehmen.

So auch bei der Hapag-Lloyd-Aktie. Nachdem sie in den Jahren 2022 und 2023 die Börse mit Monsterdividenden erfreut hatte, gingen die Ausschüttungen 2024 und 2025 wieder stark zurück. Wie hoch die Dividende für 2026 ausfallen wird, muss sich erst zeigen.

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ℹ️ Hapag Lloyd in Kürze

  • Mit einer Flotte von 305 modernen Containerschiffen mit einer Kapazität von ca. 2,5 Millionen TEU (Standardcontainer) ist Hapag-Lloyd AG (WKN: HLA647) die fünftgrößte Reederei der Welt.
  • Neben dem Hauptsitz in Hamburg ist der Konzern mit über 330 Büros weltweit vertreten.
  • Die Marktkapitalisierung beträgt aktuell 20 Milliarden €.
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