Bayer-Aktie: Sind Kurse von 70 € möglich?
Die Bayer-Aktie befindet sich seit November letzten Jahres in einem starken Aufwärtstrend. Am Dienstag gewinnt sie aktuell +1,4% und steht bei 46,60 €. Damit befindet sie sich wieder auf dem Niveau von September 2023. Welche Faktoren sind jetzt entscheidend?
Wichtige Faktoren für weiteren Kursverlauf
Der rasante Kursanstieg beruht auf drei Faktoren: Diese sind wirtschaftliche Ertragsverbesserung, Annahme des Antrages seitens des Supreme Courts in den USA sowie die gut gefüllte Pipeline von zukunftsträchtigen neuen Medikamenten. Diese drei Faktoren werden auch für den weiteren Kursverlauf maßgebend sein.
Das Unternehmen sprach auf der JP Morgan Healthcare Conference in San Francisco von fünf Blockbuster-Kandidaten. Zusammen mit den bisherigen Blockbustern wird ein Wachstum bis in die 2030er Jahre erwartet. Allein bei dem Gerinnungshemmer Asundexian gehen Marktexperten von einem Jahresumsatz von 1 bis 1,5 Milliarden € aus.
Die Annahme des Falls John Durnell durch den US-Supreme-Court trug wesentlich zum Kursanstieg bei. Hier empfahl der Generalstaatsanwalt die Überprüfung der Zuständigkeit. Dabei geht es darum, ob Bundesrecht vor US-Staatenrecht geht. Für die amerikanische Umweltbehörde EPA ist Glyphosat nicht krebserregend, daher darf Bayer keinen Hinweis auf Krebsgefährdung anbringen. Die Gerichte verschiedener US-Bundesstaaten sehen das anders und verurteilten den Leverkusener Konzern zur Schadensersatzzahlung.
Bis Juni 2026 wird ein Urteil in der Sache Durnell erwartet. Das ist für den weiteren Kursverlauf sehr wichtig. Sollte hier entschieden werden, dass Bundesrecht vor US-Staatenrecht geht, werden viele Schadensersatzanspruchsklagen hinfällig. Das wäre ein wahrer Gamechanger. Fällt das Urteil negativ aus, ist ein Kursrückgang sehr wahrscheinlich. Dann setzt sich der mühsame Rechtsweg in den einzelnen Bundesstaaten fort.
Der dritte Faktor ist die wirtschaftliche Entwicklung, insbesondere was die Ertragskraft betrifft. Die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr werden am 25. Februar vorgestellt.
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Ertrag gesteigert
Ein Indiz für eine bessere Ertragskraft gab es bereits im dritten Quartalsbericht. Hier konnte das operative EBITDA vor Sondereinflüssen um 20,8% auf 1,5 Milliarden € gesteigert werden. In der Sparte Crop Science machten sich niedrigere Herstellungskosten positiv bemerkbar.
Der Konzernverlust reduzierte sich deutlich von 3,8 Milliarden € auf 543 Millionen €. Die Sonderaufwendungen sanken von 4,1 auf 1 Milliarde €.
Die Aussichten, dass das vierte Quartal ebenfalls positiv ausfällt, sind gut. Es kommt auch auf die nächste Jahresprognose an. Insgesamt ist der Konzern auf einem guten Weg, die Personalkosten konnten deutlich gesenkt werden.
Potenzial vorhanden
Der bisherige Kursanstieg ist berechtigt. Vorerst wird der weitere Kursverlauf von den Ertragsdaten getragen, hier sieht es gut aus. Auch aus dem Pharmabereich dürften weiterhin gute Nachrichten kommen. In der Summe gehe ich von einem weiteren Kursanstieg aus und sehe den fairen Wert bei 50 €.
Sollte es im Sommer zu einem positiven Urteil des Supreme Court kommen, sind Kurse von 70 € möglich. Dann würde der Bremsklotz der Rechtsstreitigkeiten bei Glyphosat überwiegend wegfallen.
Die Analysten sind mehrheitlich ebenfalls positiv gestimmt. Lediglich die UBS hält die Aktie mit ihrem Zielkurs von 32 € für überbewertet. Goldman Sachs sieht den fairen Wert bei 54 € und JP Morgan und Barclays mit jeweils 50 € sind bei meinen Erwartungen.
Mein Fazit: Die Aktie bleibt weiterhin sehr interessant.
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ℹ️ Bayer in Kürze
- Die Bayer AG ist einer der weltgrößten Chemie- und Pharmakonzerne. Der Konzern ist in drei Geschäftsbereiche untergliedert: Pharmaceuticals (rezeptpflichtige Arzneimittel), Consumer Health (rezeptfreie Medikamente) und Crop Science (Pflanzenschutz und Schädlingsbekämpfung).
- Bayer hat seine Konzernzentrale in Leverkusen und unterhält weltweit Niederlassungen.
- Das Unternehmen ist im DAX gelistet. An der Börse wird es aktuell mit 45,8 Milliarden € bewertet.