Deutsche Pfandbriefbank: -10% – ist das berechtigt?
Die Deutsche Pfandbriefbank-Aktie musste am Freitag einen zweistelligen Kursabschlag hinnehmen, Ursache war die Verschiebung der Ziele auf 2028. Am Montag erholt sie sich aktuell um +3,3% und steht bei 3,80 €. Was bedeutet das für den weiteren Kursverlauf?
US-Geschäft belastet massiv
Das abgelaufene Geschäftsjahr steht ganz im Zeichen des Rückzugs aus dem US-Immobiliengeschäft. Damit ist der Eintritt von 2017 gescheitert. Der Ausstieg ist mit hohen Abschreibungen verbunden, die Jahresprognose für 2025 wurde daher frühzeitig massiv gesenkt. Somit kam das am 13. Februar vorgestellte vorläufige Zahlenwerk nicht überraschend.
Beim Vorsteuerergebnis wurde ein Verlust von 210 bis 265 Millionen € erwartet, gemeldet wurden 250 Millionen €. Positiv entwickelte sich das Neugeschäft. Die zuvor gesenkte Guidance von 5,5 bis 6 Milliarden € wurde mit 6,3 Milliarden € deutlich übertroffen. Gegenüber dem Vorjahr ist es um 23% gestiegen. Sehr positiv ist auch die Eigenkapitalrendite (ROTE) mit 8% im Neugeschäft ausgefallen. Dieser Wert wurde erst für 2028 erwartet, allerdings bezieht er sich nicht auf das Gesamtgeschäft.
In der Summe waren die Zahlen wie erwartet ausgefallen und kamen daher nicht überraschend.
Ziele verschoben
Eigentlich wollte die Bank den US-Ausstieg schneller abhaken, das ist jedoch nicht möglich. Das Neugeschäft in den verbleibenden Geschäftsfeldern stieg nicht wie erwartet, daher konnten die Ausstiegskosten nur teilweise kompensiert werden.
Die angestrebten Ziele wurden in das Jahr 2028 verschoben. Dann soll die ROTE für das gesamte Geschäft bei 8% liegen. Bei den operativen Erträgen stehen dann 600 Millionen € auf dem Zettel; im abgelaufenen Geschäftsjahr lagen sie bei 422 Millionen €.
Für das laufende Geschäftsjahr gibt der Konzern sich weiterhin vorsichtig. Beim Vorsteuergewinn wird ein Wert von 30 bis 40 Millionen € erwartet. Die operativen Erträge sollen bei 375 bis 425 Millionen € liegen und das Neugeschäft bei 7,5 bis 8,5 Milliarden €.
Die neuen Ziele zeigen, dass auch das laufende Geschäftsjahr noch unter dem US-Ausstieg leiden wird.
Vorstandschef Kay Wolf kommentierte die Nachwirkungen so:
Der konsequente Ausstieg aus den USA ist mit Kosten verbunden, deren Kompensation mehr Zeit erfordert. Es dauert länger, als wir ursprünglich erwartet haben.
Was bedeutet das für die Aktie?
Aus meiner Sicht fiel der starke Kursrückgang übertrieben hoch aus. Der hohe Vorsteuerverlust wurde frühzeitig kommuniziert. Was nicht gut ankam, war die Verschiebung der Ziele auf 2028. Positiv ist, dass für das laufende Geschäftsjahr wieder ein Vorsteuergewinn angestrebt wird.
Die Münchener Bank ist dabei, das Immobilienmanagement deutlich auszubauen. Hierzu wurde die Mehrheit an der Deutschen Investment Gruppe übernommen. Die Gruppe verwaltet ein Portfolio von rund 3 Milliarden €. Mittelfristig wird sich das positiv auf die Ertragslage auswirken.
In der Summe bleibe ich weiterhin positiv bezüglich des zukünftigen Kursverlaufs, den fairen Wert reduziere ich jedoch von 6 auf 5 €. Es wird länger dauern, bis die Bank wieder zu einer guten Ertragslage zurückkehrt.
Die Deutsche Bank sieht den fairen Kurs ebenfalls bei 5 €, Warburg Research beließ ihr Kursziel bei 7 €.
Mein Fazit: Das weiter gesunkene Kursniveau bietet gute Einstiegkurse.
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ℹ️ Deutsche Pfandbriefbank in Kürze
- Die Deutsche Pfandbriefbank, kurz (WKN: 801900) pbb, ist eine führende europäische Spezialbank für die Finanzierung von Immobilien und öffentlichen Investitionen.
- Sie zählt zu den größten Emittenten von Pfandbriefen. Für Privatanleger bietet sie Anlagen in Fest- und Tagesgeld an.
- Das Institut ist an über 10 Standorten in Europa sowie den USA vertreten und hat seinen Hauptsitz in München.
- Die Marktkapitalisierung der im Prime-Standard gelisteten Aktie beträgt aktuell 510 Millionen €.