Viking Therapeutics-Aktie: Unter 30 Dollar ein Strong Buy?

Markt noch ohne Mut

Wer sich den GLP-1-Sektor in den letzten Wochen angesehen hat, weiß: Es war kein Spaziergang. Es war ein Schlagabtausch. Euphorie, Rücksetzer, Analystenkommentare, Kurskapriolen. Und mittendrin steht Viking Therapeutics – erstaunlich ruhig. Fast stoisch. Während andere zittern, läuft dort Phase 3 an.

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Pipeline-Fortschritte machen Mut

Wir haben die Q4-Zahlen gelesen. 158 Millionen Dollar Verlust. Ordentlicher Cashburn. 706 Millionen Dollar in der Kasse zum Quartalsende. Das klingt erstmal nicht sexy. Biotech eben. Aber wer sich an große Erfolgsstories erinnert, weiß: Genau so sehen sie aus, bevor sie keine mehr sind – also keine Geheimtipps mehr.

Was uns wirklich interessiert, sind nicht die Verluste. Es sind die 4.500 Patienten in der Vanquish-1-Studie des Kandidaten VK2735. Es ist die Tatsache, dass die Rekrutierung abgeschlossen ist. Das ist kein Nebensatz. Das ist Substanz. Die 14,7 % Gewichtsverlust in Phase 2 nach nur 13 Wochen – ohne Plateau – sind mehr als nur eine hübsche Folie in einer Investorenpräsentation. Wenn diese Dynamik hält, dann wird es eng für die Konkurrenz. Sehr eng.

Und dann die orale Version. 12,2 % nach 13 Wochen bei 120 mg. Das ist nicht revolutionär – noch nicht. Aber es ist konkurrenzfähig. Und im GLP-1-Markt reicht konkurrenzfähig manchmal schon. Wir sehen ja gerade, was passiert, wenn Patienten nicht mehr spritzen wollen.

Attacke auf Novo Nordisk

Der Start der Wegovy-Pille von Novo Nordisk war kein laues Lüftchen. 26.000 Verschreibungen in Woche zwei. 38.000 in Woche fünf. Das ist Nachfrage. Echte Nachfrage. Und das, obwohl die Zulassung auf Basis von 16,6 % Gewichtsverlust nach 64 Wochen erfolgte. 64 Wochen. Wenn Viking bei 13 Wochen zweistellig ist und das halbwegs sauber durch Phase 3 bringt – warum sollte das nicht reichen?

Wir sagen es bewusst zugespitzt: Der Markt überschätzt derzeit die Dominanz der Platzhirsche. Ja, Novo Nordisk und Eli Lilly sind Schwergewichte. Aber Schwergewichte sind auch träge. Kleine Biotechs sind wendiger. Und manchmal aggressiver. Wer glaubt, dieser Markt sei bereits verteilt, hat unserer Meinung nach nicht verstanden, wie groß 150 Milliarden Dollar sein können.

Natürlich gibt es Risiken. Die 78-Wochen-Studie läuft bis Mitte 2027. Zwei Jahre können in diesem Segment eine Ewigkeit sein. Neue Wirkstoffe, neue Kombinationen, Preisdebatten. Vielleicht verändert sich die Dynamik schneller, als wir heute denken. Vielleicht werden die Nebenwirkungen am Ende doch das entscheidende Thema. Vielleicht…

Stark ausbaufähige Bewertung

Aber wir schauen auf die Bewertung. Unter 3,4 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung. Und dann erinnern wir uns an den Deal von Pfizer über rund 10 Milliarden Dollar für Metsera. Ein Asset, das noch hinter Viking liegt. Das ist keine akademische Diskussion. Das ist eine Diskrepanz.

Sind 1,4 Milliarden Umsatz in 2030 und 2,5 Milliarden in 2031 garantiert? Natürlich nicht. Analystenschätzungen sind keine Naturgesetze. Aber neun Schätzungen, kein Ausreißer, keine Fantasie von einem Einzelnen – das ist zumindest eine Richtung.

Und hier kommt unsere vielleicht unpopuläre Meinung: Wer bei unter 30 Dollar nicht kauft, weil „das Risiko zu hoch“ ist, der wird vermutlich auch bei 60 Dollar nicht kaufen, weil „es zu teuer“ ist. Biotech verlangt Mut. Oder man lässt es bleiben. Halbherzig funktioniert hier selten.

Wir sehen Viking nicht als Spekulation im luftleeren Raum, sondern als realistische Übernahmekandidatin. Vielleicht nicht morgen. Aber in einem Markt, in dem Big Pharma dringend Wachstum braucht? Da werden 3 oder 4 Milliarden plötzlich sehr überschaubar.

Fazit

Unser Fazit ist deshalb nicht nüchtern, sondern klar: Wir halten Viking auf diesem Niveau für unterbewertet. Nicht risikolos. Nicht sicher. Aber unterbewertet. Und wir würden Schwächephasen weiter nutzen.

Ob alle das so sehen? Sicher nicht. Aber an der Börse entsteht Rendite selten dort, wo Einigkeit herrscht.

Top-Biotech 2026

Trotz des hohen Upside-Potenzials bei Viking Therapeutics sehen wir bei einem anderen Biotech derzeit ein attraktiveres Chance-Risiko-Profil. Unser Biotech-Tipp 2026 könnte bald im Zuge einer lukrativen Übernahme vom Markt verschwinden.

Erfahre in diesem Artikel kostenlos, bei welchem US-Small-Cap bereits in den nächsten Wochen eine dreistellige Rendite winken könnte.

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