TKMS-Aktie: Warum steigt sie nicht mehr?
Die TKMS-Aktie schaffte es zuletzt nicht, über die Marke von 100 € zu steigen. Auch am Mittwochmorgen geht es mit dem Kurs um ca. -2% nach unten. Hat die Werftentochter des Thyssenkrupp-Konzerns mit ihrem Zahlen so enttäuscht und wie sollten Anleger darauf reagieren?
Stabile Zahlen und erhöhte Prognose
Von einer Enttäuschung kann man keineswegs sprechen. Der Umsatz von TKMS sank im abgelaufenen Vierteljahr nur unwesentlich von 550 Millionen € im Vorjahr auf aktuell 545 Millionen €.
Das Ergebnis hielt der U-Boot- und Kriegsschiffbauer allerdings stabil. Das bereinigte EBIT lag unverändert bei 26 Millionen €.
Damit verbesserte sich die EBIT-Marge minimal von 4,7 auf 4,8%. A propos Margenverbesserung: Diese liegt im Fokus des Managements. Durch effizientere Auftragsabwicklungen will TKMS seine operative Marge bereits in diesem Jahr auf über 6,0% erhöhen.
Auch die Prognose für das laufende Jahr hört sich gut an. Bislang ging TKMS von einem geringen Umsatzwachstum von 1 bis 2% aus. Aufgrund der guten Auftragslage hob der U-Boot- und Schiffbauer nun die Wachstumsprognose für 2026 auf 2 bis 5% an.
Der Auftragseingang verringerte sich im letzten Quartal zwar massiv um 83% auf 904 Millionen €. Dieser Einbruch ist aber dem Rekordniveau an Aufträgen im vierten Quartal 2024 geschuldet. Insgesamt sitzt TKMS aktuell auf einem Orderbuch mit einem Wert von ca. 18,7 Milliarden €. Damit hat der Rüstungskonzern den Umsatz für die nächsten sieben bis acht Jahre bereits in der Tasche.
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Die 100 € sind nicht drin
Die TKMS-Aktie ist in den letzten Wochen mehrfach an der psychologisch wichtigen Marke von 100 € gescheitert — und das trotz der exzellenten Nachrichtenlage. Ich gehe deshalb davon aus, dass sich der MDAX-Wert in den kommenden Wochen in einem Seitwärtstrend zwischen 90 und 100 € einpendeln wird.
Die Fantasie ist schon eingepreist
Die negative Kursreaktion der TKMS-Aktie auf die eigentlich guten Nachrichten zeigt mir ganz deutlich, dass der Kurs bereits jegliche Fantasie eingepreist hat. Selbst eine gleichzeitige Erhöhung der Umsatz- und Margenprognose führt nicht mehr zu einem Kursanstieg.
Das bedeutet, die Luft ist vorerst raus bei der TKMS-Aktie. Muss sie auch, denn mit einem Forward-KGV von 50 ist die Aktie extrem hoch bewertet für ein Rüstungsunternehmen mit sehr geringen Margen.
Das heißt aber nicht, dass ich die TKMS-Aktie für generell uninteressant halte. Der weltweite Rüstungsboom sorgt auch bei der Marine für zahlreiche neue Order. Die globale Konfrontation zwischen den USA, China, Russland und Europa wird in den kommenden Jahren primär zur See ausgetragen werden.
Die permanenten Provokationen russischer Schiffe in der Ostsee und chinesischer Schiffe im Südchinesischen Meer können nur über einen massiven Ausbau der Seestreitkräfte gekontert werden. Auch der Kampf um die Vorherrschaft in der Arktis kann nur zur See entschieden werden.
TKMS sieht rosigen Zeiten entgegen. Aber diese rosige Zukunft ist meiner Meinung nach bereits in den Aktienkurs eingepreist. Anleger sollten deshalb auf Kursrücksetzer warten.
Zum Schluss ein Blick über den Tellerrand: Geopolitische Spannungen befeuern die Nachfrage nach gewissen Rohstoffen – Rüstungs-Rohstoffe nennt zwei Schlüsselplayer, die nun ein enormes Kuspotenzial aufweisen.
ℹ️ TKMS in Kürze
- TKMS (WKN: TKMS00) ist aus der Abspaltung aus dem ThyssenKrupp-Konzern entstanden. Das Unternehmen zählt zu den führenden europäischen Anbietern im militärischen Marinebereich.
- Der Hauptsitz befindet sich in Kiel, daneben unterhält der Konzern nationale Standorte in Wismar, Bremen, Hamburg und Emden. Daneben bestehen weitere internationale Standorte.
- Die TKMS-Aktie ist Mitglied im Nebenwerteindex MDAX und an der Börse aktuell mit 5,9 Milliarden € bewertet.