Palantir-Aktie: Beginnt der Hype auf's Neue?
Es gibt diesen Satz, der uns seit Jahren verfolgt: Daten sind das neue Gold. Wir haben ihn oft gehört. Zu oft vielleicht. Auf Konferenzen, in Pitchdecks, in endlosen Marktstudien. Und ehrlich gesagt: lange klang er nach Marketing. Nach etwas, das man sagt, wenn man nichts Konkretes sagen will.
Inzwischen fühlen wir uns unwohl, diesen Satz einfach abzutun. Denn diesmal passiert etwas. Nicht irgendwann. Jetzt.
Wenn 2026 tatsächlich über 2,5 Billionen Dollar in KI fließen sollen – und alles deutet darauf hin –, dann reden wir nicht mehr über Fantasie. Dann reden wir über eine Umverteilung von IT-Budgets. Über Entscheidungen, die nicht aus Neugier getroffen werden, sondern aus Druck. Wer nicht automatisiert, fällt zurück. So simpel. So brutal.
Schlüssposition im KI-Rennen
Und genau hier wird der KI-Datenriese Palantir Technologies interessant. Nicht sympathisch. Nicht billig. Aber interessant.
Wir sind seit gut zehn Jahren im Börsenumfeld unterwegs und haben gelernt, skeptisch zu sein, wenn ein Kurs schneller steigt als die Erklärungen dafür. Palantir ist so ein Fall. Plus 76 Prozent seit März letzten Jahres, während der S&P gemütlich vor sich hinläuft. Normalerweise wäre das ein Warnsignal. Diesmal zögern wir.
Denn was uns hier begegnet, ist keine hübsche Vision, sondern operative Wucht. 137 Prozent Wachstum im US-Kommerzgeschäft. Keine PowerPoint-Zahl. Reale Verträge, reale Budgets, reale Entscheider, die offenbar bereit sind, Palantir ihre Daten anzuvertrauen. Und das ist vielleicht der wichtigste Punkt: Vertrauen. In einer Welt, in der jedes Unternehmen Angst vor Kontrollverlust hat.
Gibt's gar keine Blase?
Gleichzeitig hören wir immer lauter das Wort Blase. KI-Blase. Überhitzung. Zu viel Geld, zu wenig Substanz. Wir halten diese Debatte für bequem. Vielleicht sogar für falsch. Denn während diskutiert wird, erledigt KI bereits Arbeit im Wert von mehreren Billionen Dollar. Still. Unspektakulär. In internen Tools, in automatisierten Abläufen, in Mails, die schneller geschrieben werden, in Entscheidungen, die früher fallen. Nur nutzt bisher erst ein Bruchteil der Belegschaften diese Systeme täglich. Das fühlt sich nicht nach Euphorie an. Eher nach Anfang.
Palantir sitzt genau in dieser Lücke zwischen Möglichkeit und Umsetzung. AIP ist kein Spielzeug, kein Chatbot für Vorstandspräsentationen. Es ist schwer, komplex, manchmal sperrig. Aber genau das scheint es für große Organisationen attraktiv zu machen. Lowe’s zum Beispiel. Dort wird nicht experimentiert, dort wird gerechnet. Wenn Entscheidungen heute 30 Prozent schneller fallen und das noch lange nicht das Ende der Fahnenstange ist, dann geht es nicht um Innovation, sondern um Wettbewerbsvorteile.
Natürlich kann man sagen: Microsoft kann das auch. Oracle sowieso. Stimmt. Aber während diese Konzerne ihre KI in riesige Produktwelten einbetten müssen, wirkt Palantir fokussierter. Radikaler fast. Wachstum vor allem. Und ja, das zeigt sich auch in den Zahlen. Umsatzwachstum jenseits der 40 Prozent, während die großen Player eher seitwärts laufen. Noch ist Palantir klein. Aber klein mit Momentum.
Bewertung bleibt hoch
Was uns trotzdem stört – und das muss gesagt werden – ist die Bewertung. Ein KGV jenseits der 200 ist kein Argument, es ist eine Wette. Der Markt preist hier Perfektion ein. Keine Fehler, keine Verzögerungen, kein politisches Störfeuer. Das ist riskant. Vielleicht sogar naiv. Sollte das Wachstum auch nur leicht enttäuschen, könnte die Aktie hart korrigieren. Wir halten das für realistisch. Und für gesund.
Hinzu kommt die Abhängigkeit vom Staat. Zwei Drittel der Umsätze kommen immer noch aus dem Regierungsumfeld. Verteidigung. Sicherheitsbehörden. Das funktioniert – bis es das nicht mehr tut. Politische Zyklen sind launisch. Budgets auch. Wer Palantir kauft, kauft ein Stück geopolitische Realität mit. Das muss man wollen.
Nur oberflächlich betrachtet teuer
Und trotzdem. Trotz all dieser Einwände. Trotz der teuren Bewertung, trotz der Konzentration, trotz des Kultstatus der Aktie. Wir kommen immer wieder an denselben Punkt zurück: Palantir verkauft keine Hoffnung mehr. Es verkauft Wirkung. Jetzt schon. Nicht erst in fünf Jahren.
Unsere kontroverse These: Palantir ist weniger überbewertet als viele glauben – und gleichzeitig gefährlicher, als die Bullen wahrhaben wollen. Genau diese Spannung macht die Aktie reizvoll. Und ja, auch kaufenswert. Nicht blind. Nicht ohne Rückschläge. Aber als klare Wette darauf, dass KI nicht nur diskutiert, sondern umgesetzt wird.
Wir würden das einen Strong Buy nennen. Mit Bauchschmerzen. Aber auch mit Überzeugung.
Apropos KI: Wer einen Insider-Blick auf die aussichtsreichsten KI-Aktien werfen möchte, findet in unserem exklusiven Report „KI-Gewinner 2026“ fundierte Analysen und klare Handlungsempfehlungen.
ℹ️ Palantir in Kürze
- Palantir Technologies (WKN: A2QA4J) ist ein US-Technologieunternehmen, das Software und Dienstleistungen zur Analyse großer Datenmengen anbietet.
- Das Unternehmen hat zwei Geschäftsbereiche: Während sich Palantir Gotham an Armeen, Geheimdienste, Polizeibehörden und sonstige staatliche Einrichtungen richtet, kommt Palantir Foundry bei gewerblichen Kunden in verschiedensten Branchen zum Einsatz.
- Das Unternehmen mit Sitz in Denver im US-Bundesstaat Colorado notiert an der New York Stock Exchange und ist derzeit ca. 341 Milliarden US$ wert.