Rheinmetall-Aktie: Chance oder Bullenfalle?

Nach Korrektur mit Erholungsversuch

Nach einem fast dreiwöchigen Abverkauf scheint sich die Rheinmetall-Aktie wieder etwas stabilisieren zu können. Schon am Freitag ging es für den DAX-Titel aufwärts und auch die neue Woche beginnt mit steigenden Kursen von +1,65%. Ist die Korrektur damit beendet und sollten Anleger jetzt zuschlagen?

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Marktturbulenzen und enttäuschendes Briefing

Während Rüstungswerte zum Start ins neue Jahr aufgrund der geopolitischen Lage noch deutlich zulegen konnten, waren die vergangenen Wochen von starken Abgaben geprägt. Die Aktie von Rheinmetall hat gegenüber ihren Hochs seit Mitte Januar über 20 Prozent eingebüßt, was wohl vor allem auf die allgemeinen Markturbulenzen zurückzuführen war.

Zusätzlich belastet wurde der Kurs zuletzt aber auch durch ein Analystenbriefing (Pre Close Call), in dem der Konzern Analysten auf die kommenden Quartalszahlen vorbereitete. Händler verwiesen auf etwas pessimistischere Aussagen des Düsseldorfer Rüstungsgiganten und schraubten entsprechend ihre Erwartungen zurück.

Passend zum Thema: Die aktuelle Rohstoffknappheit trifft auf explodierende Militärbudgets – unser exklusiver Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ enthüllt zwei Hidden Champion, deren Kurse sich bald vervielfachen dürften.

So hat beispielsweise Analyst David Perry von JPMorgan seine über dem Konsens liegenden Schätzungen für 2030 um bis zu 14% gekappt. Die US-Bank rechnet zwar weiterhin mit einem starken Umsatz- und Gewinnwachstum, allerdings dürfte sich der Produktionshochlauf etwas schwieriger gestalten als bislang angenommen. Auch Berenberg sprach im Anschluss von einem enttäuschenden vorläufigen Umsatzausblick.

Dazu kommen die laufenden Gespräche zwischen Russland und der Ukraine mit den USA als Vermittlern und die Atomgespräche zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten. Sie sorgen an der geopolitischen Front für etwas Entspannung, allerdings bleibt die Lage hochexplosiv.

Blick auf den Chart

Bei der Aktie zeigt sich seit dem Frühjahr 2025 eine Seitwärtsbewegung. Aus charttechnischer Sicht gilt: Durchbricht die Aktie den Widerstand im Bereich der 2.000-€-Marke, lägen die nächsten Kursziele bei 2.375 und 2.500 €. Fällt der Kurs dagegen unter den Support im Bereich 1.400/1.500 €, könnte sich der Abwärtsdruck weiter verstärken und zu einem Rücklauf zur 1.000-€-Marke führen.

Jetzt bei Rheinmetall zuschlagen?

Die Vielzahl an geopolitischen Krisenherden und die weltweit steigenden Verteidigungsausgaben (speziell der Natoländer) machen die Rheinmetall-Aktie langfristig in meinen Augen weiterhin zu einem attraktiven Investment.

Kurzfristig bleibt das Papier dagegen ein Spielball von Nachrichtenlage und Marktstimmung: Gelingt der Ausbruch über die zentrale Widerstandszone, könnte die laufende Konsolidierung rückblickend eine klassische Einstiegschance gewesen sein. Scheitert der Stabilisierungsversuch hingegen, drohen weitere Rücksetzer.

Für Anleger heißt das: Geduld und Timing sind jetzt entscheidend. Langfristig orientierte Investoren können Rückschläge zum Positionsaufbau nutzen – kurzfristige Trader sollten die charttechnischen Marken genau im Blick behalten. Die nächste größere Bewegung dürfte nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Ergänzend sei erwähnt: Diversifikation über Sektoren und Regionen kann das Risiko reduzieren. Diese zehn Dividenden-Aktien bieten genau diese Streuung – kombiniert mit interessantem Aufwärtspotenzial für 2026.

ℹ️ Rheinmetall in Kürze

  • Rheinmetall (WKN: 703000) ist ein deutscher Rüstungskonzern und Automobilzulieferer mit Sitz in Düsseldorf.
  • Nach Airbus ist Rheinmetall der zweitgrößte deutsche Hersteller von Rüstungsgütern.
  • Schwerpunkte der Waffenproduktion sind militärische Rad- und Kettenfahrzeuge wie Kampf- und Schützenpanzer sowie Munition.
  • Seit Anfang 2023 ist der Konzern Mitglied im deutschen Leitindex DAX und im europäischen Leitindex EuroStoxx50 und ca. 73 Milliarden € wert.
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