Brenntag zieht an, Zalando schmiert ab: DAX-Ausblick
Der DAX hat sich in der vergangenen Woche trotz starker Kursschwankungen wieder etwas stabilisieren können. Unter dem Strich legte das größte deutsche Börsenbarometer mehr als 180 Punkte zu und schloss +0,74% höher mit 24.721 Punkten. Die höchsten Gewinne gab es bei Brenntag und Henkel, Zalando war schwächster DAX-Wert. Geht die Erholung in der neuen Woche weiter?
Volatiler Kursverlauf
Zum Wochenstart zog der deutsche Leitindex zunächst noch deutlich ab, ehe es ab Dienstag wieder in die entgegengesetzte Richtung ging. Vor allem der Ausverkauf im Tech-Sektor drückte den Markt nach unten. Am Donnerstag konnten anfangs noch deutlich höhere Verluste wieder eingedämmt werden. Der Freitag brachte dagegen wieder Gewinne mit sich und sorgte so für einen versöhnlichen Wochenabschluss.
Unsicherheit schickt Märkte auf Achterbahnfahrt
Was für eine Achterbahnfahrt. An den Märkten herrscht weiterhin viel Verunsicherung, sodass auch in der kommenden Woche mit erhöhter Volatilität zu rechnen ist. Die Turbulenzen rund um das Thema Künstliche Intelligenz haben der Nasdaq in der vergangenen Woche den stärksten Abverkauf seit den Zoll-Turbulenzen im April 2025 eingebracht.
Der Freitag brachte zwar die erhoffte Erholung, allerdings muss sich erst noch zeigen, wie nachhaltig diese Bewegung ist. Dazu bleibt die Geopolitik ein dominierendes Thema. Am Freitag haben sich Vertreter der USA und des Iran zu Gesprächen im Oman getroffen. Dabei soll es u.a. um das iranische Atomprogramm gegangen sein. Die Gespräche sollen zu Beginn der neuen Woche fortgesetzt werden. Die Lage bleibt weiterhin hochexplosiv.
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Der Blick auf die kommende Woche
Und auch die Geldpolitik bewegt die Märkte. Der Nominierungs-Schock von Kevin Warsh scheint mittlerweile verdaut zu sein, nun richtet sich der Fokus wieder auf verwertbare Fakten.
Während Jobdaten aus der vergangenen Woche gezeigt haben, dass sich der US-Arbeitsmarkt weiter abkühlt, blicken Anleger nun auf die neuesten Verbraucherpreise für den Monat Januar, die am Freitag vorgelegt werden. Bereits am Mittwoch erscheint der offizielle Arbeitsmarktbericht, der aufgrund des teilweisen Regierungs-Shutdowns verschoben werden musste.
Aktuell rechnet die Mehrheit der Marktteilnehmer mit zwei Zinssenkungen in diesem Jahr und einer ersten Lockerung im Juni, der ersten Zinsentscheidung mit dem neuen Fed-Chef, der aller Voraussicht nach Kevin Warsh heißen wird.
Außerdem geht die Berichtssaison weiter, mit zahlreichen DAX-Konzernen, die ihre Zahlen vorlegen. Los geht es am Mittwoch mit der Commerzbank, Siemens Energy und der Deutschen Börse, gefolgt von Siemens und Mercedes-Benz am Donnerstag.
Unterdessen scheint sich hierzulande die Konjunktur wieder deutlich aufzuhellen, was dem DAX in den kommenden Wochen Rückenwind geben könnte.
Brenntag und Henkel ziehen an, Zalando schmiert ab
Auf der Gewinnerseite ganz oben standen in der vergangenen Woche die Aktien von Brenntag und Henkel mit einem Wochenplus von +8,59 bzw. +7,58%.
Brenntag und auch andere Chemietitel profitierten von der Spekulation über eine Abschwächung des Emissionshandels in der EU. Henkel profitiert von der aktuellen Erholung im Konsumgütersektor und der angekündigten Übernahme des niederländischen Spezialbeschichters Stahl.
Weniger gut lief es für die Aktien von Zalando, die auf Wochensicht -12,53% einbüßten und auf den tiefsten Stand seit Juni 2024 absackten. Für Verkaufsdruck sorgt eine Analystenstudie von Morgan Stanley, in der vor den Risiken einer wachsenden Konkurrenz für E-Commerce-Unternehmen durch Social-Media-Plattformen wie Tik Tok gewarnt wird.
DAX behauptet sich über 50-Tage-Linie
Der DAX hat in der vergangenen Woche eine Berg- und Talfahrt hingelegt. Nach einem guten Wochenstart prallte der Index am Dienstag von der 25.000-Punkte-Marke nach unten ab und erreichte am Donnerstag sein Wochentief bei 24.272 Punkten.
Hier gelang auf Höhe der 50-Tage-Linie (SMA50) eine Kursstabilisierung. Am Freitag drückte sich der Index von der Durchschnittslinie wieder nach oben ab und schaffte so einen versöhnlichen Wochenabschluss.
Auf der Oberseite bleibt die 25.000-Punkte-Marke eine hartnäckige Hürde. Sie muss nachhaltig durchbrochen werden, um den Weg zum Rekordhoch von Mitte Januar bei 25.507,79 Punkten freizumachen.
Ein Rutsch unter die 50-Tage-Linie könnte dagegen zu einem Abverkauf Richtung 24.000 Punkte und einem Test der 200-Tage-Linie (SMA200) führen, die sich aktuell bei 24.030 Punkten befindet.
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