General Motors-Aktie: US-Autobauer gibt Vollgas

70% Kursgewinn in einem Jahr
Redaktion

Die Aktie von General Motors hat mit einem kräftigen Kurssprung ein neues Rekordniveau erreicht und damit die Aufmerksamkeit der Finanzmärkte auf sich gezogen. Auslöser waren überraschend starke Quartalszahlen sowie ein Ausblick, der vor allem einkommensorientierten Anlegern neue Argumente liefert.

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Die Aktien der General Motors Company legten am Dienstag um 8,75 Prozent zu und markierten neue Allzeithochs. Der Automobilhersteller übertraf die Konsensschätzungen der Analysten für den Gewinn des vierten Quartals deutlich. Rückenwind kam insbesondere aus dem Kerngeschäft mit Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren, während der Ausblick für das bereinigte EBIT im Geschäftsjahr 2026 positiv überraschte.

2025 mit Gegenwind, aber Gewinnüberraschung zum Ende

Im Jahr 2025 sah sich General Motors mit spürbarem Gegenwind im Elektrofahrzeugsegment konfrontiert. Die Nachfrageflaute führte zu einer deutlichen Verkleinerung der Aktivitäten in diesem Bereich und zu Belastungen in Höhe von 6,0 Milliarden US-Dollar allein im vierten Quartal. Gleichzeitig kündigte der Konzern für 2026 umfangreiche Kapitalrückführungen an, darunter ein Aktienrückkaufprogramm über 6,0 Milliarden US-Dollar sowie eine Dividendenerhöhung um 20 Prozent. Trotz des hohen Kursniveaus erscheint die Aktie aus Bewertungs- und Ausschüttungssicht weiterhin attraktiv.

Für das vierte Quartal meldete General Motors einen bereinigten Gewinn von 2,51 US-Dollar je Aktie und übertraf damit die Markterwartungen um 0,24 US-Dollar. Der Umsatz belief sich auf 45,3 Milliarden US-Dollar und lag damit um 740 Millionen US-Dollar unter der Konsensschätzung.

Der Umsatzrückgang im Schlussquartal ist vor allem auf eine Zurückhaltung der Verbraucher beim Kauf von Elektrofahrzeugen zurückzuführen. Mit 45,3 Milliarden US-Dollar lagen die Erlöse um 5,1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Trotz ergebnisbelastender Sondereffekte im Zuge der Restrukturierung des Elektrogeschäfts blieb der Konzern im Gesamtjahr 2025 profitabel. Der Nettogewinn belief sich auf 2,7 Milliarden US-Dollar, was einem Rückgang von 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Zoll-Themen bremsen nur kurz

Insgesamt war 2025 für General Motors ein solides Jahr, obwohl das Unternehmen mit außergewöhnlichen Zollrisiken und operativen Herausforderungen im Elektrosegment konfrontiert war. Das bereinigte EBIT erreichte 12,7 Milliarden US-Dollar und lag damit 15 Prozent unter dem Vorjahreswert. Hauptursache waren zollbedingte Belastungen von rund 3,1 Milliarden US-Dollar.

Während Zölle weiterhin ein zentrales Risiko für US-Autobauer darstellen, liegt die größere Herausforderung für General Motors in der fortlaufenden Neuausrichtung des Elektrogeschäfts. Im vierten Quartal 2025 wurde dieser Bereich deutlich verkleinert, was zu Ergebnisbelastungen von 6,0 Milliarden US-Dollar führte. Innerhalb von sechs Monaten summierten sich die Kosten auf 7,6 Milliarden US-Dollar. Für 2026 wird erwartet, dass weitere Kostensenkungsmaßnahmen den Mittelabfluss reduzieren und die Margentransparenz verbessern.

Der Rückgang der Elektroauto-Verkäufe ist kein unternehmensspezifisches Problem. Die Abschwächung der Nachfrage im Jahr 2025 ist vor allem auf den Wegfall staatlicher Kaufanreize und auf hohe Zinsen zurückzuführen, die die Kaufkraft der Verbraucher belasteten. Laut Marktdaten brachen die Verkaufszahlen von Elektrofahrzeugen im vierten Quartal im Jahresvergleich um 36 Prozent ein. Zuvor hatte es im dritten Quartal noch einen Vorzieheffekt gegeben, da viele Käufer ihre Anschaffungen vor dem Auslaufen der Förderungen tätigten.

Positive Prognose

Für 2026 positioniert sich General Motors klar als attraktive Aktie für Kapitalrückflüsse. Neben einem Aktienrückkaufprogramm über 6,0 Milliarden US-Dollar erhöhte der Konzern die Dividende um 20 Prozent auf 0,18 US-Dollar je Aktie. In den vergangenen fünf Jahren reduzierte General Motors die Zahl der ausstehenden Aktien um 35 Prozent. Allein im Geschäftsjahr 2025 wurden eigene Aktien im Wert von 6,0 Milliarden US-Dollar zurückgekauft. Das neu genehmigte Programm dürfte die Aktienzahl um weitere rund 7,4 Prozent senken.

Für den positiven Geschäftsausblick sind vor allem die Modelle Chevrolet Silverado und GMC Sierra verantwortlich, die schon 2025 ihre besten Verkaufszahlen seit zwei Jahrzehnten erreichten. Für 2026 rechnet General Motors mit einem bereinigten EBIT zwischen 13,0 und 15,0 Milliarden US-Dollar, was auf Basis des Mittelwerts einem Zuwachs von rund 10 Prozent entspricht. Die Investitionen sollen sich auf 10,0 bis 12,0 Milliarden US-Dollar belaufen.

Bewertung im Branchenvergleich

Im Segment der Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren zählen General Motors und Ford zu den größten Herstellern in den USA. Nach anfänglichem Wachstum im Elektrobereich haben beide Konzerne zuletzt verstärkt auf klassische Antriebe gesetzt, da sich die Verbraucherpräferenzen verschoben haben. Der Wegfall der staatlichen Förderung für Elektroautos stellte zwar einen Rückschlag für die Branche dar, eröffnet General Motors jedoch Chancen für weiteres Wachstum im klassischen Fahrzeuggeschäft im Jahr 2026.

Aktuell wird die Aktie von General Motors mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 6,6 gehandelt, was einer Gewinnrendite von rund 15 Prozent entspricht. Ford kommt derzeit auf ein erwartetes Verhältnis von 7,7 und eine Gewinnrendite von etwa 13 Prozent. Vor diesem Hintergrund erscheint eine Bewertung von General Motors auf Ford-Niveau plausibel. Auf Basis einer Gewinnschätzung von 13,35 US-Dollar je Aktie für 2027 ergäbe sich daraus ein fairer Wert von rund 103 US-Dollar je Aktie, was einem Aufwertungspotenzial von fast 20 Prozent entspricht.

Zu den zentralen Risiken zählen weiterhin Importzölle, die bereits im Jahr 2025 mit rund 3,1 Milliarden US-Dollar spürbar auf das Ergebnis drückten. Auch 2026 bleibt das politische Umfeld unsicher, da die US-Regierung wiederholt neue Zölle angedroht oder eingeführt hat. Eine Neubewertung der Aktie wäre insbesondere dann angezeigt, wenn es zu einem deutlichen Rückgang der Großhandelsvolumina im Geschäft mit Verbrennerfahrzeugen oder zu zunehmendem Preisdruck bei Pick-ups und SUVs käme.

Fazit: Immer noch attraktiv

General Motors hat mit den Zahlen für das vierte Quartal eine überzeugende Leistungsbilanz vorgelegt, die vor allem für Anleger mit Blick auf hohe Ausschüttungen interessant ist. Das Kerngeschäft mit Fahrzeugen ohne Elektroantrieb entwickelte sich robust, während der Konzern trotz erheblicher Belastungen durch Restrukturierungen und Zölle profitabel blieb.

Mit Blick auf das Jahr 2026 profitiert General Motors von einer stabilen US-Konjunktur und einer anhaltend starken Nachfrage nach klassischen Antrieben, insbesondere bei den Marken Chevrolet und GMC. Der Wegfall von Kaufanreizen für Elektrofahrzeuge könnte das Geschäft mit Verbrennungsmotoren zusätzlich stützen. Das umfangreiche Aktienrückkaufprogramm, der verbesserte Ausblick für Kapitalrückflüsse sowie die solide Ergebnisprognose unterstreichen das Potenzial für eine weitere Neubewertung der Aktie.

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ℹ️ General Motors in Kürze

  • General Motors, kurz GM, (WKN: A1C9CM) ist der größte amerikanische Automobilhersteller und vertreibt die Marken Chevrolet, Buick, GMC, Cadillac, Baojun und Wuling. GMs Zukunft ist vollelektrisch.
  • Neben dem Hauptsitz in Detroit unterhält der Konzern weltweit Produktionsstätten.
  • Aktuell beträgt die Marktkapitalisierung rund 81,5 Milliarden US$.
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