UnitedHealth-Aktie -20%: Das Kursbeben für einen Kauf nutzen?
Die UnitedHealth-Aktie sorgte am gestrigen Mittwoch für einen gewaltigen Schock an der Börse. Der Kurs der größten US-Krankenversicherung sackte um -20% in den Keller ab. Waren die Jahreszahlen von UnitedHealth so eine Katastrophe und sollten Anleger das Kursbeben nun für einen Kauf nutzen?
Umsatz hui, Ergebnis pfui
An der Umsatzentwicklung kann der Kurseinbruch der UnitedHealth-Aktie kaum gelegen haben. Die Erlöse stiegen 2025 von 400,3 auf 447,3 Milliarden US$ und verfehlten damit den Analystenkonsens von 447,9 Milliarden US$ nur minimal.
Für eine herbe Enttäuschung sorgte UnitedHealth allerdings bei Ergebnis. Der Nettogewinn brach um 16% auf 12,1 Milliarden US$ ein. Die EPS verringerten sich demnach von 15,51 US$ im Jahr 2024 auf 13,23 US$ im vergangenen Jahr.
Eine schockierende Prognose
Der wahre Schock lag allerdings in der Prognose für das laufende Jahr. UnitedHealth rechnet mit einem Umsatzrückgang auf 439 Milliarden US$. Das wäre nicht nur der erste Umsatzeinbruch seit 1989, sondern verfehlt auch die Markterwartung um satte 17 Milliarden US$.
Beim bereinigten Gewinn je Aktie geht UnitedHealth allerdings von einer Steigerung auf 17,75 US$ aus, was fast auf dem Niveau der Analystenschätzungen liegt. Die US-Krankenversicherung plant, ihre Gewinnmarge im Wesentlichen durch eine Konzentration auf profitablere Kundenverträge zu erhöhen. Das Management will dazu die Zahl der Versicherungen reduzieren und auch die Präsenz der Dienstleistungstochter Optum eindampfen.
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Gegenwind aus Washington
Das politische Umfeld wird es UnitedHealth nicht einfacher machen, seine Ziele zu erfüllen. Gestern entschied die für Krankenversicherungen zuständige US-Aufsichtsbehörde, die Medicaid-Advantage Zuschüsse im laufenden Jahr nicht zu erhöhen. Dabei handelt es sich um ein Programm für Menschen, die aufgrund ihres Alters oder einer Behinderung sowie eines zu niedrigen Einkommens Zuschüsse für ihre Krankenversicherung benötigen.
Die US-Aufsicht kommt damit einer Forderung von US-Präsident Trump nach, der den Krankenversicherungen die Schuld an zu hohen Prämien gibt. Im Dezember polterte Trump, dass Versicherungsgesellschaften so viel Geld verdienen würden, dass sie weniger verdienen müssen, viel weniger.
Diese Nachricht dürften den Margendruck auf UnitedHealth weiter erhöhen. Während die Behandlungskosten auf der einen Seite weiter steigen, bekommt die Versicherung auf der anderen Seite weniger staatliche Zuschüsse.
Kurs auf das 5-Jahrestief?
Der Chart der UnitedHealth-Aktie hat sich durch das gestrige Kursbeben dramatisch verschlechtert. Nicht nur die Kursmarke von 300 US$ wurde durchstoßen, auch die 50- und die 200-Tage-Linie wurden mit einem Schlag nach unten durchbrochen.
Der Versicherungstitel notiert aktuell auf einem neuen 6-Monatstief. Nun droht sogar ein Kursrutsch auf das 5-Jahrestief bei 238 US$.
Das spricht gegen die Aktie
Ich rate Anlegern, trotz des gestrigen Kurseinbruchs der UnitedHealth-Aktie, die Füße vorerst stillzuhalten. Der Versicherungstitel ist sowohl charttechnisch als auch fundamental massiv angeschlagen. Mit einem Forward-KGV von 16 scheint die UnitedHealth-Aktie zwar recht moderat bewertet zu sein, aber das hat auch seine guten Gründe.
Für den US-Krankenversicherungsgiganten wird 2026 ein sehr herausforderndes Jahr. Das Management muss die neue Strategie „Qualität vor Quantität“ erfolgreich umsetzen. Das bedeutet die Kündigung umprofitabler Verträge und gleichzeitig Prämienerhöhungen bei profitablen Verträgen. Fraglich, ob sich das alles so einfach umsetzen lässt.
Zu allem Überfluss kommt auch noch jede Menge politischer Gegenwind hinzu. Washington legt sich mit den Krankenversicherungen an und auch die Untersuchung gegen UnitedHealth wegen vermeintlichen Abrechnungsbetrugs bei staatlichen Leistungen ist noch nicht abgeschlossen.
Das spricht für die Aktie
In Summe hat mir die UnitedHealth-Aktie derzeit ein zu ungünstiges Rendite-Risiko-Profil. Das soll aber nicht heißen, dass sie mittelfristig keine investierbare Aktie ist.
Als größte US-Krankenversicherung besitzt UnitedHealth jede Menge Marktmacht und ich gehe davon aus, dass dem Management in den kommenden Quartalen der Turnaround gelingen wird.
Für Dividendenanleger wird die UnitedHealth-Aktie meiner Meinung nach auch immer interessanter. Die Dividendenrendite von 3,2% liegt auf einem historischen Höchststand. Zwar gab es im vergangenen Jahr keine Erhöhung der Gewinnausschüttung und auch 2026 dürfen Anleger nicht damit rechnen. Langfristig wird UnitedHealth meiner Überzeugung nach aber wieder zu einem zweistelligen Dividendenwachstum zurückkehren.
In diesem Zusammenhang: Hier findest Du unsere Top 10 Dividenden Picks 2026.
ℹ️ UnitedHealth in Kürze
- Die UnitedHealth Group (WKN: 869561) ist ein US-Gesundheits- und Versicherungskonzern mit Sitz in Minnetonka im Bundesstaat Minnesota.
- Der Konzern bietet unter seinem Firmennamen Versicherungsdienstleistungen und unter der Marke „Optum“ Gesundheitsprodukte an.
- UnitedHealth ist gemessen an den Versicherungsprämien der größte Krankenversicherer in den USA. Gemessen am Umsatz ist der Konzern das zehngrößte Unternehmen der Welt.
- UnitedHealth ist Mitglied im US-Leitindex Dow Jones und hat einen Börsenwert von rund 256 Milliarden US$.