Upstart-Aktie: Günstige Einstiegskurse!

Unterschätztes Potenzial
Redaktion

Nach einem Kursrückgang von zwischenzeitlich mehr als 50 Prozent seit den Hochs im August wird die Aktie des Fintech-Unternehmens Upstart Holdings wieder deutlich unter früheren Bewertungen gehandelt. Genau dieses Kursniveau macht den Titel angesichts solider struktureller Stärken, verbesserter KI-Modelle und eines unterstützenden makroökonomischen Umfelds für Anleger wieder interessant.

July 25, 2024, Paraguay. In this photo illustration, the Upstart Holdings, Inc. logo is displayed on a smartphone screen

Der deutliche Kursverlust der vergangenen Monate ist vor allem auf die kräftige sequenzielle Ausweitung des Kreditbestands im dritten Quartal 2025 zurückzuführen. Dies geschah trotz der Zusage des Unternehmens, den überdurchschnittlich hohen Bestand an eigenen Krediten bis Ende 2025 zu reduzieren. Am Markt wuchs daraufhin die Sorge, dass es an Nachfrage für die auf der Bilanz gehaltenen Kredite fehlen könnte.

Diese Skepsis blendet jedoch aus, dass der Kreditbestand in einem sich verbessernden Kreditumfeld auch ein strategischer Vorteil sein kann. Erwartetes robustes Wirtschaftswachstum und nachlassender Inflationsdruck könnten im Jahr 2026 mehr Zinssenkungen ermöglichen als bislang prognostiziert. Für Upstart würde dies sowohl eine Verbesserung der Nettozinsmarge als auch günstigere Bedingungen für den Abbau des Kreditbestands bedeuten.

Robuste Kreditqualität als unterschätzter Werttreiber

Die operative Entwicklung im dritten Quartal 2025 unterstreicht diese Sichtweise. Trotz eines erhöhten Werts des unternehmenseigenen Makroindex verbesserte sich die Kreditperformance im Jahresvergleich deutlich. Sowohl die Quote notleidender Kredite mit mehr als 90 Tagen Zahlungsverzug als auch die Nettoabschreibungen gingen zurück, obwohl das Kreditvolumen deutlich höher lag als im Vorjahr. Diese Entwicklung spricht für die Qualität der Kreditprüfung und den Fortschritt der KI-gestützten Modelle.

Zwar belastete die vorsichtige Reaktion der Modelle auf makroökonomische Signale kurzfristig das Neugeschäft, da Genehmigungsquoten sanken und Zinssätze stiegen. Dennoch gelang es dem Unternehmen, das bereinigte EBITDA im Jahresvergleich deutlich zu steigern und die Profitabilität nach Rechnungslegungsstandard zu halten. Dies zeigt eine hohe Widerstandsfähigkeit des Geschäftsmodells auch unter anspruchsvollen Rahmenbedingungen.

Der Kreditbestand zwischen Risiko und strategischer Brücke

Kritiker verweisen seit Längerem auf den hohen Kreditbestand, der nicht zu einem kapitalarmen Plattformmodell passe. Tatsächlich war der Bestand nach einem deutlichen Abbau bis 2024 ab Ende desselben Jahres wieder gewachsen und erreichte im dritten Quartal 2025 rund 1,23 Milliarden US-Dollar. Ein Großteil dieses Anstiegs ist jedoch auf neue Produktkategorien wie Autokredite und Kreditlinien auf Immobilienbasis zurückzuführen, die zunächst auf der eigenen Bilanz reifen müssen, bevor sie an institutionelle Investoren weitergereicht werden können.

Das Management sieht die Voraussetzungen für eine Auslagerung dieser Kredite inzwischen als gegeben und arbeitet an mehreren großvolumigen Finanzierungsvereinbarungen. Erste Abschlüsse wurden bereits im vierten Quartal erzielt, sodass mit einer schrittweisen Entlastung der Bilanz gerechnet werden kann, auch wenn erhöhte Bestände noch bis in die erste Hälfte des Jahres 2026 hinein möglich sind.

Zahlen sprechen für hohe Qualität

Die Qualität des Kreditportfolios zeigt sich auch in den Kennzahlen. Die Nettoabschreibungsquote sank im dritten Quartal 2025 sowohl gegenüber dem Vorquartal als auch deutlich im Jahresvergleich. Bemerkenswert ist dies vor allem vor dem Hintergrund, dass das durchschnittliche Kreditvolumen mehr als fünfzig Prozent über dem Vorjahresniveau lag. Auch die Quote der Kredite mit mehr als 90 Tagen Zahlungsverzug halbierte sich nahezu im Vergleich zum Vorjahr, während das absolute Volumen dieser Problemkredite trotz stark gestiegener Gesamtkredite zurückging.

Der sequenzielle Anstieg der Zahlungsrückstände im dritten Quartal ist vor allem auf den vorübergehenden Anstieg des Makroindex zurückzuführen und stellt eher eine kurzfristige Schwankung als eine strukturelle Verschlechterung dar.

KI als Schutzmechanismus im Abschwung

Gerade diese Entwicklung unterstreicht die Stärke der KI-Modelle. Die Systeme reagierten frühzeitig auf zunehmenden Stress im eigenen Datenbestand und passten Genehmigungen sowie Zinssätze an, noch bevor sich die Belastungen im breiteren Markt manifestierten. Im Gegensatz zu früheren Abschwungphasen gelang es so, das Kreditrisiko aktiv zu begrenzen.

Trotz eines Rückgangs der Abschlussquote erzielte Upstart im dritten Quartal einen kräftigen sequenziellen Anstieg des bereinigten EBITDA und vervielfachte den Nettogewinn. Verbesserungen bei der Kalibrierung der Modelle sollen die Volatilität künftig weiter reduzieren und erlauben, auch in schwierigeren Phasen höhere Volumina zu realisieren, ohne die Kreditqualität zu gefährden.

Makroökonomischer Rückenwind für 2026

Das gesamtwirtschaftliche Umfeld spricht zunehmend für eine Ausweitung der Kreditvergabe. Die Sparquote der US-Verbraucher ist auf ein Mehrjahrestief gefallen, während das Wirtschaftswachstum deutlich anzieht. Diese Kombination deutet darauf hin, dass Kreditfinanzierung eine zentrale Rolle für das Wachstum spielen wird.

Upstart könnte hiervon besonders profitieren, da die Modelle Kreditnehmer identifizieren, die von traditionellen Banken abgelehnt werden. Unternehmensangaben zufolge zeigt sich gerade im Segment einkommensschwächerer Kreditnehmer eine bessere Entwicklung als bei klassischen Prime-Kunden, die stärker unter hohen Fixkosten und Hypothekenzinsen leiden.

Zusätzlichen Rückenwind könnten stärker als erwartete Zinssenkungen liefern. Sinkende Inflationsraten und ein schwächerer Arbeitsmarkt erhöhen die Wahrscheinlichkeit weiterer Lockerungen der Geldpolitik. Niedrigere Zinsen würden nicht nur die Nachfrage nach Refinanzierungen ankurbeln, sondern auch die Profitabilität des bestehenden Kreditbestands erhöhen und damit das Ergebnis je Aktie spürbar verbessern.

Verbleibende Unsicherheiten bleiben relevant

Trotz der positiven Perspektiven bestehen Risiken. Bleiben sichtbare Fortschritte beim Abbau des Kreditbestands aus, könnte die Aktie weiter unter Druck bleiben, da der Markt Upstart primär als Technologieplattform und nicht als klassischen Kreditgeber bewertet. Zudem würden unerwartete wirtschaftliche Schocks sowohl die Kreditqualität als auch die Nachfrage institutioneller Investoren belasten.

Auch eine erneute starke Volatilität in der Modellreaktion auf makroökonomische Signale könnte das Vertrauen von Partnern beeinträchtigen, selbst wenn angekündigte Verbesserungen greifen sollen.

Attraktives Chance-Risiko-Profil auf aktuellem Niveau

Insgesamt sprechen die operativen Fortschritte, die hohe Qualität des Kreditportfolios und der zunehmende makroökonomische Rückenwind für eine konstruktive Einschätzung der Upstart-Aktie. Trotz des weiterhin hohen Kreditbestands zeigen die Kennzahlen eine deutliche Verbesserung bei Ausfällen und Zahlungsrückständen unter vergleichbaren wirtschaftlichen Bedingungen.

Die Reaktion der KI-Modelle im dritten Quartal verdeutlicht zudem die Fähigkeit des Unternehmens, Risiken frühzeitig zu steuern und auch unter Druck profitabel zu bleiben. Vor diesem Hintergrund bietet das aktuelle Kursniveau ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis für Anleger, die an eine wirtschaftliche Erholung und eine erfolgreiche Skalierung des Geschäftsmodells glauben.

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