BYD-Aktie: Sind das wirklich Kaufkurse?

Es wird ein sehr schwieriges Jahr

Die BYD-Aktie kommt auch 2026 nicht aus der Defensive. Nach dem schwachen Vorjahr hofften viele Anleger auf einen kraftvollen Neustart – doch bislang bleibt die große Wende aus. Stattdessen erleben Investoren einen nervösen Jahresauftakt, der vor allem eines zeigt: Der Markt ist sich uneinig über die BYD-Aktie. Bietet sie aktuell mehr Chancen oder weist sie mehr Risiko auf?

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Im Seitwärtstrend gefangen

Seit Jahresbeginn bewegt sich die Aktie seitwärts bis leicht abwärts. Die anfänglichen Erholungsversuche wurden rasch wieder abverkauft. Charttechnisch bleibt das Papier damit klar angeschlagen.

Der langfristige Abwärtstrend ist intakt, und jeder kleine Kursanstieg wird bislang genutzt, um Positionen zu reduzieren. Das Vertrauen der Anleger ist offensichtlich noch nicht zurück.

Ein zwiespältiges Bild

Fundamental liefert BYD ein zwiespältiges Bild. Auf der einen Seite bleibt der Konzern einer der weltweit größten E-Auto-Hersteller mit enormer technologischer Tiefe – von Batterien über Antriebstechnik bis hin zur eigenen Chipentwicklung. Auf der anderen Seite frisst der aggressive Preiskampf, vor allem in China, einen großen Teil dieser Vorteile wieder auf. Wachstum gibt es weiterhin, aber es wird zunehmend teuer erkauft.

Genau hier liegt das Kernproblem für die Aktie im Jahr 2026: BYD muss beweisen, dass Volumen allein nicht mehr das entscheidende Argument ist. Anleger wollen sehen, dass Margen stabilisiert werden können und internationale Expansion nicht nur Schlagzeilen produziert, sondern auch Geld verdient. Der Fokus verschiebt sich – weg von Stückzahlen, hin zu Profitabilität.

Gute Ansätze

Die jüngsten Nachrichten liefern dafür zumindest Ansätze. BYD, ohnehin schon mit rund 2,26 Millionen verkauften Elektroautos weltweit die Nummer 1, treibt seine Expansion außerhalb Chinas konsequent voran und setzt stärker auf Europa und ausgewählte Wachstumsmärkte.

Gleichzeitig investiert der Konzern massiv in neue Batteriegenerationen, um sich technologisch weiter von der Konkurrenz abzusetzen. Kurzfristig belastet das die Bilanz, langfristig könnte es sich als strategischer Trumpf erweisen.

Doch der Markt bleibt skeptisch. Politische Risiken, mögliche Handelsbarrieren und der zunehmende Wettbewerb durch etablierte Autobauer und neue chinesische Rivalen sorgen für Zurückhaltung. Die BYD-Aktie ist deshalb derzeit in meinen Augen weniger ein Momentum-Play als vielmehr eine Wette auf Geduld.

Übrigens: Für wachstumsorientierte Anleger bietet unser brandneuer Report „3 Top-Picks 2026“ wertvolle Einblicke in drei Technologie-Aktien, die das Potenzial haben, zu den großen Gewinnern des neuen Jahres zu werden.

Charttechnisch heikel

Die BYD-Aktie pendelt charttechnisch um die psychologisch wichtige Kursmarke von 10 € herum. Bislang hält sie diese, doch die Lage ist heikel: Sollte der Kurs wieder einstellig werden, wäre das ein negatives Signal, das viele Investoren vergrätzen und zum Verkauf veranlassen könnte.

Ein riskanter Balanceakt

Mein Fazit zur BYD-Aktie: 2026 könnte für die Chinesen zum Schicksalsjahr werden. Gelingt es dem Konzern, Wachstum und Marge wieder in Einklang zu bringen, dürfte die Aktie deutliches Aufholpotenzial haben. Scheitert dieser Balanceakt jedoch, droht eine längere Phase der Stagnation.

Für Anleger heißt das: Die Story ist zwar grundsätzlich intakt – aber der Beweis, dass sie trägt, steht noch aus. Ehrlich gesagt ist ein Investment meiner Meinung nach auf dem derzeitigen Bewertungsniveau mit einem KGV von 16 etwas zu riskant. Ich würde für einen Kauf der BYD-Aktie tiefere Kurse als die derzeitigen bevorzugen.

ℹ️ BYD in Kürze

  • BYD („Build your dreams“) (WKN: A0M4W9) ist ein chinesischer Mischkonzern, der vor allem im Bereich der Herstellung von Akkumulatoren und Automobilen tätig ist.
  • Der im chinesischen Shenzhen ansässige Konzern stieg 2023 zum weltgrößten Hersteller von Elektroautos auf.
  • Mit einer Marktkapitalisierung von rund 105 Milliarden € zählt BYD zu den wertvollsten Konzernen Chinas.
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