Rigel Pharmaceuticals: Darum ist sie wieder ein Kaufkandidat
Die Aktie von Rigel Pharmaceuticals hat 2025 eine außergewöhnliche Entwicklung gezeigt und sich im Jahresverlauf mehr als verdoppelt. Allein seit unseres Kauftipps Ende September standen zwischenzeitlich über 60% Kursgewinn zubuche. Die jüngste Korrektur bietet nun eine erneute Einstiegsgelegenheit.
Rigel Pharmaceuticals verzeichnete im Jahr 2025 einen Kursanstieg von über 100 Prozent. Ausschlaggebend waren Fortschritte im kommerziellen Geschäft sowie eine klare finanzielle Disziplin. Bereits im Frühjahr 2025 hatte sich abgezeichnet, dass das Pharmaunternehmen die Schwelle zur Profitabilität überschritten hat, während die Umsätze weiter zulegten und die Entwicklungspipeline zusätzliche Perspektiven eröffnete. Jüngste Updates aus der klinischen Entwicklung sowie vorläufige Zahlen zum vierten Quartal 2025 liefern nun weitere Einblicke in die aktuelle Lage.
Neue klinische Daten zu R289
Rigel entwickelt mit R289 ein Prodrug des IRAK1-4-Inhibitors R835 zur Behandlung von myelodysplastischen Syndromen mit niedrigem Risiko. In einer laufenden Phase-1b-Studie wurden im Dezember 2025 aktualisierte Daten von 33 Patienten vorgestellt. Bei Patienten mit mindestens 16 Wochen Nachbeobachtung und einer täglichen Dosis von mindestens 500 Milligramm erreichten sechs von 18 Teilnehmern eine Transfusionsunabhängigkeit von mehr als acht Wochen, was einer Quote von 33 Prozent entspricht.
Im Rahmen der Studie trat bei einer Tagesdosis von 750 Milligramm eine dosislimitierende Toxizität in Form eines schweren Anstiegs der Leberenzyme auf. Diese höhere Dosierung trug dennoch zwei der beobachteten Therapieansprechen bei. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich die Erfolgsquote möglicherweise verbessern ließe, wenn R289 in früheren Therapielinien eingesetzt wird. In der untersuchten Patientengruppe hatten die Teilnehmer zuvor im Median bereits drei andere Behandlungen erhalten.
Ausweitung der Studie und Zeitplan
Nach Abschluss der ersten Auswertungen ist Rigel in eine Dosisexpansionsphase übergegangen. Dabei sollen bis zu 40 weitere Patienten aufgenommen werden, die entweder 500 Milligramm einmal täglich oder 500 Milligramm zweimal täglich erhalten. Anschließend ist eine zusätzliche Kohorte von zehn Patienten geplant, die bereits mit einem Erythropoese-stimulierenden Wirkstoff behandelt wurden, ansonsten jedoch therapienaiv sind. Ziel ist es, die Wirksamkeit von R289 in einem früheren Krankheitsstadium besser einschätzen zu können.
Die Entwicklung von R289 verlief bislang eher schrittweise, doch mit den vorliegenden Daten dürfte sich die Rekrutierung künftig beschleunigen. Das Unternehmen rechnet damit, die Aufnahme der zusätzlichen Patienten in der zweiten Jahreshälfte 2026 abzuschließen und bis zum Jahresende neue Daten zu veröffentlichen. Ein weiteres Update aus der Studie stellt damit einen wichtigen Impuls für das Jahr 2026 dar.
Vorläufige Zahlen zum vierten Quartal und Ausblick
Anfang Januar 2026 veröffentlichte Rigel erste Eckdaten zum vierten Quartal 2025 sowie eine Prognose für das laufende Jahr. Der Nettoproduktumsatz belief sich im Schlussquartal auf rund 65,4 Millionen US-Dollar, gestützt durch einen erneut starken Beitrag von Tavalisse. Zusammen mit Vertragserlösen von etwa 4,4 Millionen US-Dollar ergaben sich Gesamterlöse von knapp 69,8 Millionen US-Dollar.
Details zu Ergebnis und Kostenstruktur stehen noch aus, allerdings lagen die operativen Aufwendungen in den vergangenen vier Quartalen relativ konstant bei rund 41 Millionen US-Dollar. Zum Jahresende 2025 verfügte das Unternehmen über liquide Mittel und kurzfristige Anlagen von rund 154,6 Millionen US-Dollar, ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorquartal. Diese solide Finanzbasis ist auch im Hinblick auf mögliche Einlizenzierungen neuer Wirkstoffe von Bedeutung, da Rigel den Ausbau seines Portfolios aktiv vorantreibt.
Umsatzprognose und Bewertung
Für 2026 erwartet das Unternehmen einen Gesamtumsatz zwischen 275 und 290 Millionen US-Dollar. Der Nettoproduktumsatz soll dabei 255 bis 265 Millionen US-Dollar erreichen, ergänzt durch Vertragserlöse von 20 bis 25 Millionen US-Dollar. Zudem wird mit einem positiven Nettoergebnis gerechnet. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem moderaten Umsatzwachstum, das vor allem auf die anhaltende Stärke von Tavalisse und das weitere Wachstum von Rezlidhia zurückzuführen ist. Rückläufige Umsätze bei Gavreto wurden zuletzt durch die Entwicklung der übrigen Produkte mehr als ausgeglichen.
Mit einer Marktkapitalisierung von rund 670 Millionen US-Dollar wird die Aktie am Markt vergleichsweise günstig bewertet. Niedrige Bewertungskennzahlen unterstreichen den Eindruck, dass das aktuelle Kursniveau das operative Potenzial des Unternehmens noch nicht vollständig widerspiegelt.
Mögliche Belastungsfaktoren
Trotz der positiven Entwicklung bestehen Risiken. Verzögerungen bei der Rekrutierung weiterer Studienteilnehmer könnten den Zeitplan der R289-Studie beeinträchtigen, zudem besteht immer die Möglichkeit, dass künftige Daten hinter den Erwartungen zurückbleiben. Auch eine mögliche Einlizenzierung eines neuen Wirkstoffs könnte vom Markt kritisch aufgenommen werden, falls Produktprofil oder Vertragsbedingungen nicht überzeugen.
Auf der kommerziellen Seite bleibt das Risiko schwächerer Quartale bestehen, insbesondere zu Jahresbeginn. Zwar hat die Reform der Arzneimittelzuzahlungen in den USA die Therapietreue vieler Patienten verbessert, dennoch könnten unerwartete Nachfrageschwankungen die Umsätze kurzfristig belasten.
Gesamtbewertung
Rigel Pharmaceuticals zeigt sowohl in der klinischen Entwicklung als auch im operativen Geschäft klare Fortschritte. R289 weist erste Anzeichen klinischer Aktivität auf, auch wenn die endgültige Wettbewerbsposition des Wirkstoffs noch nicht abschließend beurteilt werden kann. Vergleichbare Therapien haben jedoch das wirtschaftliche Potenzial dieses Indikationsbereichs eindrucksvoll belegt.
Gleichzeitig überzeugt das Unternehmen mit wachsenden Umsätzen, stabilen Kostenstrukturen und einer zunehmend starken Bilanz. Vor dem Hintergrund einer attraktiven Bewertung und mehrerer absehbarer Impulse im Jahr 2026 bleibt die Aktie aus heutiger Sicht interessant positioniert und Kurse von aktuell 37 US$ gelten für uns als kaufenswert.
Tipp: Mitglieder des auf Biotech-Aktien spezialisierten No Brainer Club kommen derzeit aus dem Feiern nicht mehr raus. Du möchtest das Mastermind hinter den NBC-Empfehlungen kennenlernen? Dann sichere Dir jetzt den kostenlosen Newsletter von Biotech-Profi Maximilian Ruth.