Salesforce-Aktie: Massiv unterbewertet?
Seit Erreichen ihres Allzeithochs Ende 2024 hat die Aktie von Salesforce deutlich zu kämpfen. Das Wachstum im globalen CRM-Markt wird zunehmend durch Wettbewerb und Marktreife begrenzt. Während die Profitabilität steigt, rückt für Investoren die Frage in den Vordergrund, ob das Unternehmen sein langfristiges Umsatzziel und eine zweistellige Wachstumsrate nachhaltig erreichen kann.
Nachlassendes Wachstum trotz stabiler Margen
Das Umsatzwachstum von Salesforce hat sich im Vergleich zu früheren Hochphasen deutlich verlangsamt, während steigende Margen und operative Effizienz die Bewertung stützen. Eine aktuelle Analyse legt offen, dass das tatsächliche Wachstum hinter früheren Prognosen zurückblieb. Somit erscheint fraglich, ob das langfristige Unternehmensziel eines durchschnittlichen jährlichen Wachstums von mehr als zehn Prozent realistisch ist. Hintergrund ist die Unternehmensprognose, bis zum Geschäftsjahr 2030 einen Umsatz von über 60 Milliarden US-Dollar zu erreichen.
Die aktuelle Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass der Rückgang vor allem auf stärker als erwarteten Wettbewerbsdruck sowie auf ein verlangsamtes Umsatzwachstum pro Kunde infolge einer weitgehend gesättigten Kundenbasis zurückzuführen ist. Trotz dieser Entwicklung bleibt Salesforce im aktualisierten Bewertungsmodell führend, was die weiterhin starke Marktstellung unterstreicht, auch wenn spezifische Stärken von Wettbewerbern wie Microsoft Corporation und HubSpot nicht vollständig abgebildet werden.
Abweichung zwischen Prognose und tatsächlicher Umsatzentwicklung
Der Vergleich zwischen prognostiziertem und realisiertem Umsatzwachstum zeigt eine deutliche Diskrepanz. Für das Geschäftsjahr 2025 lag das tatsächliche Umsatzwachstum mit 8,72 Prozent klar unter der früheren Erwartung von über 21 Prozent. Auch der Ausblick des Managements für das Geschäftsjahr 2026 mit rund 9,5 Prozent Wachstum bleibt deutlich hinter den ursprünglichen Annahmen zurück.
Während das Marktwachstum im CRM-Sektor weitgehend den Erwartungen entsprach, verfehlte Salesforce diese Dynamik spürbar. Das deutet darauf hin, dass das Unternehmen nicht nur Marktanteile verloren hat, sondern zeitweise sogar langsamer wuchs als der Gesamtmarkt. Ein Grund hierfür liegt in der ursprünglichen Annahme eines deutlichen Wettbewerbsvorteils, der sich in der Praxis nicht bestätigt hat, da kleinere Anbieter und spezialisierte Lösungen zunehmend Marktanteile gewinnen.
Regionale und strukturelle Wachstumsschwäche
Managementaussagen aus vergangenen Quartalen verwiesen wiederholt auf eine zurückhaltendere Nachfrage kleiner und mittlerer Unternehmen in Nord- und Südamerika. Eine detaillierte Betrachtung der regionalen Umsatzentwicklung zeigt jedoch, dass sich das Wachstum in allen geografischen Segmenten abgeschwächt hat. Zwar bleibt der amerikanische Markt mit rund zwei Dritteln des Umsatzes der wichtigste Ertragstreiber, doch die Verlangsamung ist global zu beobachten und nicht auf eine einzelne Region beschränkt.
Bremsende Effekte über alle Produktsegmente hinweg
Die Analyse der einzelnen Geschäftsbereiche verdeutlicht, dass der Wachstumsrückgang nicht auf ein bestimmtes Segment begrenzt ist. Während früher insbesondere der Vertriebsbereich den Umsatz dominierte, hat sich die Erlösstruktur im Laufe der Jahre diversifiziert. Dennoch zeigte sich seit 2023 eine gleichmäßige Abkühlung über alle Segmente hinweg. Dieses Muster deutet weniger auf ein Produktproblem als vielmehr auf strukturelle Grenzen beim Kunden- und Umsatzwachstum pro Kunde hin.
Reife Kundenbasis begrenzt zusätzliche Erlöse
Das Kundenwachstum von Salesforce hat sich in den vergangenen Jahren stark abgeflacht. Nach einer Phase rascher Expansion bis Mitte der 2010er Jahre ist die Zahl der Kunden seitdem nur noch marginal gestiegen. Die Marktdurchdringung bei Großunternehmen ist bereits sehr hoch, was den Spielraum für weiteres Kundenwachstum begrenzt. Damit rückt das Umsatzwachstum pro Kunde stärker in den Mittelpunkt. Zwar bleibt dieser Wert positiv, was auf erfolgreiches Cross- und Upselling hindeutet, doch auch hier ist eine deutliche Abschwächung zu beobachten. Preiserhöhungen in einzelnen Jahren konnten diesen Trend nur temporär abfedern.
Wettbewerbsdruck im CRM-Markt nimmt zu
Trotz eines Marktanteils von rund 42 Prozent bleibt Salesforce zwar Branchenführer, doch der Wettbewerb hat sich verschärft. Während traditionelle Anbieter Marktanteile verlieren, gewinnt Microsoft mit seinem integrierten Software-Ökosystem kontinuierlich hinzu. Gleichzeitig wächst die Bedeutung kleinerer Anbieter, die mit spezialisierten, kostengünstigen Lösungen insbesondere im Segment kleiner und mittlerer Unternehmen punkten. Die steigende Zahl verfügbarer CRM-Lösungen senkt die Markteintrittsbarrieren und erhöht den Preisdruck spürbar.
Produktstärke und technologische Positionierung
Im direkten Produktvergleich verfügt Salesforce weiterhin über die größte Funktionsvielfalt und eine breite Integration unterschiedlicher KI-Modelle. Neue Plattformen und KI-gestützte Lösungen stärken das Angebot und sichern die technologische Wettbewerbsfähigkeit. Dennoch zeigt der Vergleich mit schnell wachsenden Wettbewerbern, dass technologische Führungsstärke allein nicht automatisch in überdurchschnittliches Umsatzwachstum mündet, insbesondere wenn Preissensibilität im Kundenstamm zunimmt.
Wachstumsperspektiven zwischen Innovation und Preisdruck
Die langfristigen Wachstumstreiber des CRM-Marktes bleiben intakt, getragen von Cloud-Adoption, KI-Integration und zunehmender Digitalisierung kleinerer Unternehmen. Für Salesforce bedeutet dies jedoch, dass weiteres Wachstum stärker von Produktinnovationen als von Preiserhöhungen abhängen dürfte. Die jüngsten Jahre zeigen, dass neue Lösungen zwar eingeführt werden, deren Beitrag zum durchschnittlichen Umsatz pro Kunde jedoch begrenzt bleibt. Entsprechend wurde für die kommenden Jahre ein moderateres Wachstum modelliert, das stärker auf realistischen Annahmen zur Kunden- und Umsatzentwicklung basiert.
Bewertungsbild und Anlageurteil
Auf Basis eines aktualisierten Discounted-Cashflow-Modells ergibt sich trotz der verhaltenen Wachstumsaussichten ein attraktives Bewertungspotenzial. Die solide Cashflow-Generierung und stabilen Margen sprechen für eine robuste finanzielle Basis. Insgesamt dürfte Salesforce seine Marktführerschaft behaupten, auch wenn die Phase außergewöhnlich hohen Wachstums vorerst vorbei ist. Vor diesem Hintergrund erscheint der jüngste Kursrückgang überzogen, weshalb die Aktie weiterhin als attraktiv eingeschätzt wird.
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ℹ️ Salesforce in Kürze
- Salesforce (WKN: A0B87V) mit Sitz in San Francisco ist der weltweit führende Anbieter von Customer Relationship Management Software-Lösungen (Unternehmenssoftware für das Management von Kundenbeziehungen).
- Der Konzern bietet Unternehmen jeder Größe Cloud-basierte Lösungen in den Bereichen Kundenservice, Marketing und Vertrieb.
- Der im Dow Jones gelistete Software-Konzern ist an der Börse ca. 217 Milliarden US$ wert.