Micron-Aktie: Stellt sie Nvidia in den Schatten?
Die Aktie von Micron Technology hat in den vergangenen Monaten eine beeindruckende Rally hingelegt und allein seit unserem letzten Update vorletzte Woche nochmal deutlich zweistellig hinzugewonnen. Trotz dieses kräftigen Anstiegs sprechen mehrere strukturelle Treiber dafür, dass die Wachstumsgeschichte des Speicherherstellers noch nicht ausgeschöpft ist.
Über 280% Kursgewinn stehen für die Aktie von Micron Technology auf 52-Wochen-Sicht zubuche. Dennoch deutet vieles darauf hin, dass das Unternehmen nicht allein von der Nachfrage aus Rechenzentren profitiert, sondern von einem deutlich breiter angelegten Technologietrend rund um Künstliche Intelligenz.
Der KI-Boom beschränkt sich längst nicht mehr auf Serverfarmen und Cloud-Infrastrukturen. Auch neue Generationen von Smartphones, Fernsehern und anderen Endgeräten benötigen leistungsfähigere und energieeffizientere Speicherlösungen, um KI-Funktionen zuverlässig betreiben zu können. Damit eröffnet sich für Micron ein zusätzlicher Markt, der zugleich die Zyklik des Geschäfts verändert und erweitert.
Angesichts des technologischen Vorsprungs und der starken Marktposition bleibt die Bewertung positiv. Das Unternehmen befindet sich in einer Phase außergewöhnlich hoher Nachfrage, die sich klar von klassischen, rein rechenzentrumsgetriebenen Zyklen unterscheidet.
Rechenzentren als Wachstumsgarant
Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte Micron einen Umsatz von 13,6 Milliarden US-Dollar. Gegenüber dem Vorquartal entspricht dies einem Plus von 21 Prozent, im Jahresvergleich sogar einem Zuwachs von 57 Prozent.
Den größten Beitrag lieferte erneut der Geschäftsbereich für Cloud- und Rechenzentrumslösungen, der sämtliche KI- und Hyperscale-Aktivitäten bündelt. Mit rund 5,3 Milliarden US-Dollar verdoppelte sich der Umsatz dieses Segments innerhalb eines Jahres. Die Kombination aus hoher Nachfrage nach KI-Speichern, begrenztem Angebot und technologischen Vorteilen bei modernen DRAM-Generationen treibt die Entwicklung weiter an.
Der Bereich für klassische Rechenzentrumslösungen und Speicherprodukte für mittelgroße Kunden zeigte zwar ein moderateres Wachstum im Jahresvergleich, legte jedoch deutlich gegenüber dem Vorquartal zu. Unternehmensangaben zufolge spiegelt dies keine erhöhte Volatilität wider, sondern vielmehr Marktanteilsgewinne bei Enterprise-SSDs. Der Übergang von KI-Training zu KI-Anwendungen sowie die rasche Weiterentwicklung von Modellen erhöhen den Bedarf an leistungsfähigen Speicherlösungen spürbar.
Branchenstudien unterstreichen diese Einschätzung. Marktforscher erwarten für den Halbleitermarkt in den kommenden Jahren wieder zweistellige Wachstumsraten. Analysten verweisen zudem auf ein bis mindestens 2027 anhaltend knappes Angebot, das steigende Durchschnittspreise und damit höhere Margen begünstigt. Besonders im Bereich von Hochbandbreitenspeichern wird mit kräftigen Zuwächsen gerechnet.
Dynamik jenseits der Cloud
Ein zentraler Treiber für die außergewöhnliche Wachstumsphase liegt jedoch außerhalb der Rechenzentren. Der Geschäftsbereich für mobile Endgeräte wie Smartphones, PCs und Laptops wuchs im Jahresvergleich um 63 Prozent. Damit ist dieses Segment bereits der zweitgrößte Umsatzbringer des Konzerns.
Die zunehmende Integration von KI-Funktionen in mobile Geräte führt zu einem deutlich höheren Speicherbedarf. Immer mehr Premium-Smartphones werden mit mindestens zwölf Gigabyte Arbeitsspeicher ausgeliefert. Gleichzeitig kommen neue Speicherstandards zum Einsatz, die eine spürbar höhere Leistung bei verbesserter Energieeffizienz bieten. Davon profitieren sowohl die Rechenleistung als auch die Akkulaufzeit moderner Geräte.
Derzeit sind KI-Funktionen vor allem in Spitzenmodellen zu finden, weshalb das Marktwachstum noch moderat ausfällt. Langfristig dürfte sich dieser Trend jedoch auf Mittelklassegeräte ausweiten. Sobald KI-Anwendungen dort zum Standard werden, eröffnet sich zusätzliches Wachstumspotenzial, das über die Nachfrage aus Rechenzentren hinausgeht.
Industrie, Automobil und autonome Systeme
Auch der Bereich für Automobil-, Industrie- und IoT-Anwendungen entwickelte sich dynamisch. Der Umsatz legte sowohl im Jahres- als auch im Quartalsvergleich deutlich zu. Micron sieht sich hier gut positioniert, da autonome Systeme und vernetzte Anwendungen in immer mehr Branchen Einzug halten.
Langfristige Trends wie Fabrikautomatisierung, Robotik, Luft- und Raumfahrt, Verteidigungstechnik oder intelligente Überwachungssysteme treiben den Bedarf an leistungsfähigen Speicher- und Speicherlösungen. Marktstudien prognostizieren für autonome Systeme und Robotik hohe jährliche Wachstumsraten über viele Jahre hinweg.
Dieses Segment wirkt zugleich stabilisierend, da die Nachfrage weniger stark von kurzfristigen Schwankungen im KI-Infrastrukturausbau abhängt. Zwar ist der Umsatzanteil derzeit noch vergleichsweise niedrig, mittelfristig wird jedoch mit einem deutlichen Anstieg gerechnet, sobald entsprechende Technologien breiter eingesetzt werden.
Investitionen und Margen im Aufwind
Parallel zum Umsatz verbessern sich die Margen in allen Geschäftsbereichen. Engpässe im Angebot bei gleichzeitig hoher Nachfrage ermöglichen Preiserhöhungen und steigern die Profitabilität. Dies schlägt sich unmittelbar im freien Cashflow nieder, der im ersten Quartal 2026 kräftig anzog.
Trotz höherer Investitionen, Schuldentilgung und Aktienrückkäufen konnte Micron seine Finanzkraft weiter ausbauen. Für das Geschäftsjahr 2026 plant das Unternehmen Investitionen von rund 20 Milliarden US-Dollar. Damit sollen insbesondere die Kapazitäten für Hochbandbreitenspeicher sowie neue DRAM-Generationen ausgebaut werden. Neue und erweiterte Produktionsstätten in den USA und Asien sollen die starke Nachfrage langfristig absichern.
Dass die Kapazitätserweiterungen notwendig sind, zeigt sich daran, dass die Hochbandbreitenspeicher für das Jahr 2026 bereits vollständig ausverkauft sind. Gleichzeitig fließen Investitionen in die Entwicklung der nächsten DRAM-Generation für den breiten Einsatz.
Bewertung und Risikofaktoren
Viele zukunftsorientierte Bewertungskennzahlen deuten trotz der starken Kursentwicklung weiterhin auf eine attraktive Bewertung hin. Während rückblickende Kennzahlen ein anderes Bild zeichnen, spiegeln die Erwartungen für die kommenden Jahre anhaltend hohes Wachstum wider. Im Branchenvergleich liegt das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis auf niedrigem Niveau.
Gleichzeitig bleiben Risiken bestehen. Die Entwicklung ist eng an die Nachfrage nach KI-Infrastruktur und KI-Funktionen gekoppelt. Ein spürbarer Nachfragerückgang würde sich unmittelbar auf das Geschäft auswirken. Hinzu kommen geopolitische Unsicherheiten und mögliche Handelshemmnisse, die in der aktuellen Prognose noch nicht berücksichtigt sind.
Kurzfristig scheint das Unternehmen diese Risiken jedoch gut zu managen. Langfristige Lieferverträge mit Kunden wurden zu deutlich verbesserten Konditionen abgeschlossen und sichern Volumen sowie Preise über mehrere Jahre hinweg. Verzögerungen beim Ausbau neuer Produktionsstätten könnten temporär belasten, gelten jedoch als beherrschbar.
Ausblick
Micron Technology überzeugt mit starken Kennzahlen und einer klaren Positionierung in mehreren Zukunftsmärkten. Speicher- und Speicherlösungen für KI-Anwendungen bleiben der wichtigste Wachstumstreiber, doch auch mobile Geräte sowie Industrie- und Automobilanwendungen gewinnen zunehmend an Bedeutung.
Die Nachfrage nach leistungsfähigem Speicher dürfte damit deutlich breiter aufgestellt sein als in früheren Zyklen. Vor diesem Hintergrund erscheint weiteres Wachstum plausibel, auch wenn Anleger die bestehenden Risiken im Blick behalten sollten. Insgesamt spricht vieles dafür, die Aktie weiterhin positiv zu bewerten. So könnte Micron tatsächlich zu einer ähnlichen Erfolgsstory wie Nvidia reifen.
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ℹ️ Micron in Kürze
- Micron Technology Inc. (WKN: 869020) mit Sitz in Boise im US-Bundesstaat Idaho ist ein weltweit führender Anbieter von Computerspeichern, die in einer Vielzahl von Anwendungen zum Einsatz kommen.
- Hauptprodukte des Technologiekonzerns sind dynamische Random-access Memories (RAM), Flash-Speicher und USB-Flash-Laufwerke.
- Das Unternehmen ist Mitglied in den US-Leitindizes Nasdaq 100 und S&P 500 und an der Börse ca. 450 Milliarden US$ wert.