Gold, Silber, Rohstoffe: Geht der Boom weiter?
Nach der Rallye im vergangenen Jahr setzen Gold und Silber zu weiteren Höhenflügen an und erklimmen neue Allzeithochs. Warum steuern Investoren so massiv die sicheren Häfen Gold und Silber an? Und wie lange können die Bullen hier noch am Ruder bleiben?
Gold und Silber explodieren
Was für eine Hausse: Zum Wochenauftakt explodiert der Silberpreis am Montagmittag um fast +8% auf knapp 110 US$. Auch der Goldpreis ist kaum zu bremsen, hier stehen aktuell 5.129 US$ auf der Kurstafel.
Was ist da los? Miriam Kraus, Rohstoff-Expertin und Chefanalystin des exklusiven Rohstoff Anleger Club, erklärt im Interview mit SD-Chefredakteur Frank Giarra die Hintergründe und schätzt ein, ob die Rallye noch weitergehen kann.
Gold und Silber erklimmen trotz der Rallye schon im vergangenen Jahr immer neue Höchstkurse. Wie ist das möglich?
Miriam Kraus: Die historische Rallye der Edelmetallpreise, bei der Gold Ende 2025 und Anfang 2026 auf über 4.900 US$ je Unze stieg und sich aktuell der 5.000 US$-Marke nähert, wurde durch ein Zusammentreffen makroökonomischer und geopolitischer Faktoren ausgelöst. Eine Kombination aus fiskalischer Expansion, geopolitischen Spannungen und institutioneller Unsicherheit spielt hier mit hinein. Ich sage es einmal so: Natürlich spielt hier aktuell die enorme Verunsicherung mit hinein, welche die Trump-Regierung auf geopolitischer Ebene auslöst.
Aber eben nicht nur. Die Rekordkäufe der Zentralbanken sind zum Beispiel ein prägendes Merkmal dieses Zyklus. Der World Gold Council berichtet, dass Zentralbanken sowohl 2022 als auch 2023 jeweils über 1.000 Tonnen Gold gekauft haben – das höchste Zwei-Jahres-Niveau seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1950. Getrieben wurde dies vor allem von Schwellenländern, die ihre Reserven weg vom US-Dollar diversifizieren – eine Strategie, die sich für immer mehr Notenbanken anbietet. Deshalb setzte sich dieser Trend auch 2024 und 2025 fort.
Zudem spielen reale Zinsen und die Glaubwürdigkeit der Geldpolitik weiterhin eine zentrale Rolle. Studien haben wiederholt gezeigt, dass Gold negativ mit realen Zinssätzen korreliert: Wenn Investoren daran zweifeln, dass Zentralbanken dauerhaft deutlich positive reale Renditen aufrechterhalten können, profitiert Gold in der Regel.
Mit den Zinssenkungen und der anhaltend hohen Inflation der vergangenen Jahre ist der reale Zinssatz in den USA inzwischen auf -1,26 % gesunken. Damit liegt er nicht nur deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt, sondern auch nahe an den negativsten Werten seit den 1960er-Jahren.
Auch die zunehmende Verschuldung vieler Staaten führt zum Gold. Die Investoren verlieren zu Recht zunehmend das Vertrauen in die Fähigkeit der Regierungen, ihre Ausgaben und Schuldenlasten zu kontrollieren. Ein solches Umfeld ist für Gold positiv, da es sich historisch als bewährtes Mittel zur Wertaufbewahrung erwiesen hat.

Miriam Kraus, Chefanalystin Rohstoff Anleger Club
Nachfrage steigt schneller als das Angebot
Auch andere Rohstoffe boomen, sogar Öl hat zuletzt kräftig zugelegt. Was beflügelt diese Hausse?
Miriam Kraus: Aktuell sprechen mehrere starke, gleichzeitig wirkende Faktoren für Rohstoff-Investments. Entscheidend ist: Es geht nicht nur um Inflation, sondern um einen strukturellen Regimewechsel in Wirtschaft, Geopolitik und Geldsystem.
Der wichtigste Punkt aus meiner Sicht ist die von mir seit Jahren angeführte strukturelle Angebotsknappheit. Viele Rohstoffmärkte leiden seit Jahren unter Unterinvestitionen. Und neue Minen brauchen oft 10 bis 15 Jahre oder mehr bis zur Produktionsreife.
Das Ergebnis ist, dass die Nachfrage schneller steigt als das Angebot, was wiederum für langfristig höhere Preise spricht. Hier spielen auch die Energiewende und der Trend zur Re-Industrialisierung sowie der globale Trend zu Elektrifizierung mit hinein, denn sie alle sind extrem rohstoffintensiv. Auch die zunehmende De-Globalisierung spielt hier mit hinein. Die Welt bewegt sich hin zu einem von Blöcken und Sicherheitsdenken geprägten Narrativ, mit der Konsequenz höherer Produktionskosten, ineffizienterer Lieferketten und der strategischen Vorratshaltung bei Rohstoffen.
Zudem profitiert nicht nur Gold, sondern Rohstoffe generell von hohen Staatsdefiziten und langfristig niedrigen oder negativen Realzinsen, denn Sachwerte (wie Rohstoffe) sind in so einem Umfeld Trumpf. Rohstoffe werden daher zunehmend zur Diversifikation und zum Portfolioschutz genutzt, da sie nur schwach oder negativ mit überhitzten Aktienmärkten und Anleihen korrelieren und traditionell vor Inflation, geopolitischen Schocks und Währungsabwertung schützen.
Last but not least sind daher aktuell alle Zutaten für einen neuen Rohstoff-Superzyklus gegeben.
Umschichtungen werden sich fortsetzen
Wird es nicht allmählich Zeit für Gewinnmitnahmen und andere Priorisierungen, etwa auf Tech-Werte?
Miriam Kraus: Gewinnmitnahmen gehören für Rohstoff-Investoren selbstverständlich dazu, denn Rohstoffmärkte sind per se volatil. Im Rohstoff Anleger Club (RAC) haben wir in den letzten Wochen schon einige ordentliche Gewinne und Teilgewinne mitgenommen.
Aber da wir uns klar in einem neuen Rohstoff-Superzyklus befinden, bedeuten Rücksetzer immer wieder neue Kaufgelegenheiten. Gerade auf klassisches Big Tech würde ich im Moment aus Renditegründen nicht setzen, da der Technologie-Sektor vor allem in den USA ein enormes Klumpenrisiko aufweist. Oder anders gesagt: Wenn schon jeder in Big Tech investiert ist, wer sollte sich dann noch dafür interessieren?
Die Wahrscheinlichkeit ist deutlich höher, dass die Portfolio-Umschichtungen, die wir schon Ende des vergangenen Jahres gesehen haben, sich fortsetzen und irgendwann beschleunigen werden. Diese Umschichtungen – raus aus Big Tech und hinein in unterbewertete Rohstoff-Titel – erhalten aktuell sogar eine Tech-bezogene Begründung: Schließlich ist noch immer nicht klar, wie hoch Margen und Gewinne bei den Tech-Konzernen aufgrund des KI-Ausbaus tatsächlich ausfallen werden.
Was aber sehr wohl rechnerisch nachvollziehbar ist, wie sehr die Rohstoffmärkte vom Ausbau der Rechenzentren ganz konkret profitieren. Denn dieser Ausbau ist enorm energie- und rohstofflastig.
Es klingelt in der Kasse
Apropos Gewinne: Im Rohstoff Anleger Club klingelt’s ordentlich in der Trading-Kasse, hört man?
Miriam Kraus: Ja, wir haben in den letzten zwei Monaten 8 Gewinne und Teilgewinne mit Renditen zwischen +157% und +920% realisiert mit Silber-, Gold-, Kupfer-, und Uran-Titeln.
Unser Vermögens-Depot liegt aktuell mit +176% im Gewinn mit mehreren Titeln im hohen dreistelligen Prozentbereich, wobei sich unsere best performenden Silber-Titel derzeit der +2.000% und +1.000% Marke nähern.
Hinzu kommen die schnellen Trading-Gewinne in unserem Trading-Depot, wo die letzten 5 Trades Gewinnmitnahmen bis +121,9% einbrachten. Läuft also…
Und wir werden natürlich alles daran setzen, damit wir weiterhin eine starke Performance für unsere RAC-Mitglieder liefern können.
Weiter Top-Investmentchancen
Wo sehen Sie fürs restliche Jahr noch gute Investmentchancen?
Miriam Kraus: Klare Antwort: im Rohstoff-Bereich. Willkommen im Rohstoff Anleger Club (RAC).
Relevant in diesem Kontext: Während sich Militärhaushalte weltweit verdoppeln, analysiert unser Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ einen unterbewerteten Rohstoff, der für Hochpräzisionswaffen unverzichtbar ist – und den passenden Aktientipp.