DocMorris-Aktie: Das könnte zur Belastung werden.
Die DocMorris-Aktie befindet sich seit April 2024 in einem langfristigen Abwärtstrend und erreichte Mitte November letzten Jahres mit 4,80 SFR (Schweizer Franken) das Allzeittief. Mittlerweile erholte sie sich wieder. Am Freitag verliert sie aktuell -8,9% und steht bei 5,90 SFR. Was ist hier zu erwarten?
Neuer Konkurrent angekündigt
Medikamente im Internet zu bestellen, wird immer mehr zum Trend. Die Zahl der stationären Apotheken verringerte sich in den letzten Jahren deutlich, das wird sich auch zukünftig so fortsetzen.
Redcare (früher Shop-Apotheke) und DocMorris waren die Vorreiter von Versandapotheken und sind auch die beiden Platzhirsche. Bisher dominieren sie das Segment.
Neue Konkurrenz kam mit der Umsetzung der Drogeriekette dm auf. Mittlerweile nahm diese ihren Versandapotheke in Betrieb. Die zweite große Drogeriemarktkette ist Rossmann; auch hier wird das zukünftige Potenzial erkannt und das Unternehmen bestätigt, dass deine Versandapotheke in Vorbereitung ist. Deren Vorteil ist, dass sie das klassische Drogeriegeschäft mit der Versandapotheke verbinden können. Die Marketingkosten dürften daher geringer ausfallen. Zudem verfügen sie über ausreichende finanzielle Mittel.
RX-Geschäft wächst dynamisch
Der vorläufige Quartalsbericht vom 20. Januar zeigt, dass sich der positive Trend im vierten Quartal verstärkte. Auf Jahressicht ist ein deutliches Umsatzwachstum eingetreten. Der Gesamtumsatz verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um 12,4% auf 1,12 Milliarden SFR. Das Rx-Geschäft (verschreibungspflichtige Medikamente) verbesserte sich um 33,2% auf 234,8 Millionen SFR und das RX-Geschäft erhöhte sich um 7,1% auf 888 Millionen €.
Die Besonderheit bei DocMorris ist das Geschäft mit der Telemedizin. Hier stieg der Umsatz um 124% auf knapp 25 Millionen SFR.
Insgesamt ist der Wachstumstrend weiterhin sehr positiv.
CEO Walter Hess kommentierte die Zahlen so:
Im Geschäftsjahr 2025 verzeichnete DocMorris ein robustes Wachstum im Kerngeschäft - der Online-Apotheke - und eine hohe Dynamik bei der margenstarken Telemedizin.
Jahreserwartungen bestätigt
Mit der Vorlage der vorläufigen Umsatzzahlen wurden auch die anderen Kennzahlen bestätigt. Beim operativen EBITDA wird mit einem Verlust von 48 bis 52 Millionen SFR gerechnet.
Für 2026 soll beim EBITDA der Break-even erreicht werden und beim Free Cashflow 2027.
Was bedeutet das für die Aktie?
Eine erste Reaktion auf die Bekanntgabe, dass auch Rossmann in das Versandgeschäft einsteigt, ist heute zu sehen. Die Aktie gibt deutlich nach. Das dürfte jedoch nur temporär sein. Konkurrenz kann das Geschäft beleben, aber auch belasten. Rossmann-Kunden und dm-Kunden werden wahrscheinlich mehr auf deren Versandapotheke zurückgreifen. Bis die neuen Konkurrenten das Absatzniveau von DocMorris und Redcare erreichen, dauert es noch eine Weile.
Wichtig für den weiteren Kursverlauf ist, dass die operative Gewinnschwelle erreicht wird. Wird dieses Ziel verfehlt, drohen weitere Kursverluste. Die neue Prognose wird zeigen, womit das Unternehmen hier rechnet.
Insgesamt bin ich positiv für die Aktie eingestellt und erwarte mittelfristig wieder deutlich höhere Kurse.
Die Analysten sind zweigeteilt. Die UBS mit ihrem Zielkurs von 5,50 SFR und Barclays mit 6 SFR sehen kein Potenzial mehr. Jefferies mit 12 SFR und die Baader Bank mit 10 SFR halten die Aktie für massiv unterbewertet.
Mein Fazit: Das jetzige Kursniveau bietet gute Einstiegschancen.
Hier sei erwähnt: Wer grundsätzliches Interesse am Sektor hat, könnte sich auch registrieren für den kostenlosen Newsletter von Biotech-Profi Maximilian Ruth.
Interessenkonflikt: Der Autor hält Aktien des besprochenen Unternehmens DocMorris. Somit besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Der Autor beabsichtigt, die Aktien – je nach Marktsituation auch kurzfristig – zu kaufen oder zu veräußern und könnte dabei von erhöhter Handelsliquidität profitieren.
ℹ️ DocMorris in Kürze
- Die DocMorris AG (WKN: A0Q6J0) gehört zu den führenden E-Commerce-Apotheken.
- Der Hauptsitz befindet sich in der schweizerischen Stadt Frauenfeld. Das Unternehmen konzentriert sich fast ausschließlich auf den deutschen Markt.
- Die Aktie wird an der Schweizer Börse gehandelt; die Marktkapitalisierung beträgt rund 284 Millionen SFR.