Diginex-Aktie: Brasilien-Deal als Rettungsanker
Die Diginex-Aktie hat in den vergangenen Wochen eine dramatische Talfahrt erlebt. Nach einem spektakulären Höhenflug im Oktober 2025, als die Aktie zwischenzeitlich bei über 35 € notierte, ist der Kurs mittlerweile auf unter 1,50 € abgestürzt. Das entspricht einem Minus von über 95 Prozent vom Allzeithoch. Doch was steckt hinter diesem Absturz und bietet sich hier eine Comeback-Chance?
Brasilien-Deal: Zugang zu einem Milliarden-Dollar-Markt
Das RegTech-Unternehmen, das auf digitale ESG-Lösungen, Nachhaltigkeitsmanagement und Dekarbonisierung spezialisiert ist, gab in einer aktuellen Pressemitteilung ein Joint-Venture-Framework-Abkommen mit BGlobal und dem brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso bekannt. Die Nachricht sorgte an der Börse prompt für Aufmerksamkeit: Zeitweise schoss die Aktie nach der Meldung um rund 50 Prozent nach oben.
Das Projekt könnte sich für Diginex als strategischer Durchbruch erweisen.
Die Dimension des Deals:
Mato Grosso ist einer der wichtigsten Agrar- und Rohstoffregionen Brasiliens mit über 900.000 Quadratkilometern Fläche. 60 Prozent des Territoriums sind erhalten geblieben, was die Region zu einem Schlüsselakteur für globale Klima- und Biodiversitätsziele macht. Der Bundesstaat spielt eine kritische Rolle in der globalen Lebensmittelversorgung.
Die Zahlen sind beeindruckend: Der brasilianische Dekarbonisierungsmarkt wurde 2024 mit 43,1 Milliarden US$ bewertet und soll bis 2030 auf 76,8 Milliarden US$ wachsen. Das entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von 10,1 Prozent. Der Markt für Nachhaltigkeits-Management-Software in Brasilien soll bis 2030 auf 341,4 Millionen US$ ansteigen.
Das Joint Venture zielt darauf ab, eine digitale ESG-Infrastruktur für Mato Grosso aufzubauen: Dekarbonisierungs-Reporting, standardisierte Emissionsdaten, ein "Digital Green Passport" für Exporte und MRV-fähige Daten für CO2-Initiativen. Start ist ein Pilotprojekt im Rindfleischsektor mit Potenzial für weitere Branchen.
Übernahmewelle auf Pump
Doch wie kam es überhaupt zum Kursdesaster? Diginex verfolgt eine aggressive Wachstumsstrategie durch Übernahmen. Diese finanzieren sie fast ausschließlich durch neue Aktien. Das Problem: massive Verwässerung.
Plan A: Am 14. Januar 2026 wurde der Abschluss dieser Übernahme gemeldet. Kaufpreis: 55 Millionen €, davon nur 3 Millionen € bar. Der Rest: 6,72 Millionen neue Aktien. Plan A bringt zwar Kunden wie BMW, Deutsche Bank und Visa mit, aber die Verwässerung nimmt ihren Lauf.
The Remedy Project: Am 8. Januar für bis zu 2 Millionen neue Aktien übernommen. Das Unternehmen ist auf menschenrechtliche Sorgfaltspflichten in Lieferketten spezialisiert.
Jede Übernahme vergrößert die Aktienzahl, während der Kurs ins Bodenlose stürzt.
Timing als Hoffnungsschimmer
Ein positiver Aspekt: Das Brasilien-Projekt kommt nur neun Tage nach Abschluss der Plan A-Übernahme. Das zeigt, dass Diginex nicht blind kauft, sondern bereits konkrete Geschäftsmöglichkeiten identifiziert hat. Die schnelle Umsetzung könnte der Beweis sein, dass die M&A-Strategie aufgeht.
Chairman Miles Pelham betont, dass Mato Grosso eine global bedeutende Region für Landwirtschaft und Klima sei. Das Joint Venture könnte ein Referenzprojekt werden, das auf andere brasilianische Bundesstaaten und ganz Lateinamerika ausgeweitet wird.
Fazit
Die Diginex-Aktie ist entweder ein Ten-Bagger oder Totalverlust. Dazwischen gibt es meiner Meinung nach nichts.
Bei einer Marktkapitalisierung von 254 Millionen Euro und einem Milliarden-Dollar-Marktpotenzial ist die Aktie günstig bewertet, doch die Verwässerung ist immens und schreckt viele Anleger ab. Nun muss das Management nach den Deals auch Zahlen liefern.
Fest steht: Das ist kein Investment für Anleger, die nachts ruhig schlafen wollen. Das ist ein spekulativer Zock auf einen großen Turnaround.
Ergänzend sei erwähnt: Unser kostenloser Report „KI-Gewinner 2026“ hilft dabei, im komplexen KI-Markt die Spreu vom Weizen zu trennen und echte Gewinner-Aktien zu identifizieren.
ℹ️ Diginex in Kürze
- Diginex (WKN: A40PU6) ist ein nachhaltiges Tech-Unternehmen, das Unternehmen und Regierungen dabei unterstützt, ihre ESG-Daten (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung), Klima- und Lieferkettendaten zu erfassen, zu analysieren und zu berichten.
- Der rechtliche Sitz ist in Hongkong, die Hauptverwaltung ist in London. Das Unternehmen agiert weltweit.
- Die Hauptbörse ist die amerikanische Nasdaq, seit Februar 2025 ist sie in Deutschland über Tradegate handelbar. Das Unternehmen wird aktuell mit 254 Millionen € bewertet.