Pfizer: Die beste Pharma-Aktie 2026?

Gute Gründe für ein Invest
Redaktion

Die Aktie von Pfizer gewinnt wieder an Dynamik und rückt damit verstärkt in das Blickfeld langfristig orientierter Anleger. Angesichts einer attraktiven Bewertung, operativer Fortschritte und einer hohen Dividendenrendite präsentiert sich das Papier als attraktiver defensiver Baustein in einem zunehmend volatilen Marktumfeld.

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Pfizer konnte sich zuletzt deutlich besser entwickeln als der breite Markt und insbesondere den S&P 500 Index übertreffen. Diese Entwicklung ist vor allem auf fundamentale Verbesserungen zurückzuführen, die auf eine nachhaltigere finanzielle Basis hindeuten. Besonders relevant ist dabei die robuste Dividendenrendite von rund 6,7 Prozent auf Sicht der kommenden zwölf Monate, die als gut abgesichert gilt. In Zeiten erhöhter Unsicherheit an den Aktienmärkten könnte dies Umschichtungen von wachstumsorientierten Titeln hin zu verlässlichen Dividendenwerten begünstigen. Zusätzlich unterstreicht die derzeit niedrige Bewertung den Reiz der Aktie und spricht für weiteres Aufwärtspotenzial.

Besser planbare Ergebnisse und striktes Kostenmanagement

Über mehrere Jahre hinweg galt die schwankende Ergebnisqualität als Belastungsfaktor für die Aktie, insbesondere auf der Umsatzseite. Dieses Bild beginnt sich jedoch zu drehen. Mit dem zweiten Quartal in Folge, in dem sowohl Umsatz als auch Gewinn die Erwartungen übertroffen haben, wächst das Vertrauen der Investoren spürbar. Gleichzeitig zeigen sich Fortschritte bei den operativen Margen, obwohl das Umsatzwachstum weiterhin Gegenwind verspürt. Das deutet darauf hin, dass das Management seine Kostendisziplin erfolgreich umsetzt und strukturelle Einsparungen in Milliardenhöhe realisiert. Gerade bei einem etablierten Pharmakonzern ist Effizienz häufig entscheidender als aggressives Wachstum. Positiv fällt zudem auf, dass die Ausgaben für Forschung und Entwicklung mit jährlich über zehn Milliarden US-Dollar auf hohem Niveau bleiben und damit die Grundlage für zukünftige Innovationen sichern.

Breite Pipeline mit Zugang zu Wachstumsmärkten

Die intensive Investitionstätigkeit spiegelt sich in einer umfangreichen Pipeline wider, die mehr als 100 Wirkstoffkandidaten umfasst. Rund ein Drittel davon befindet sich bereits in der späten Entwicklungsphase oder im Zulassungsverfahren. Selbst bei einer moderaten Erfolgsquote könnten daraus mehrere neue Produkte hervorgehen. Auf einer Branchenkonferenz wurden insbesondere zwei Projekte als kurzfristig relevante Treiber hervorgehoben: ein GLP-1-basierter Wirkstoff gegen Adipositas sowie ein neuer Ansatz in der Lungenkrebstherapie. Beide Felder zeichnen sich durch stark wachsende Märkte aus und eröffnen dem Konzern zusätzliche Erlösquellen.

Adipositas und Onkologie als strukturelle Treiber

Der globale Markt für GLP-1-Therapien wächst rasant und wurde maßgeblich von Eli Lilly and Company sowie Novo Nordisk A/S geprägt. Prognosen zufolge könnte dieses Segment bis Ende des Jahrzehnts ein Volumen von weit über 100 Milliarden US-Dollar erreichen. Neue Angebote mit monatlicher statt wöchentlicher Dosierung versprechen dabei zusätzliche Differenzierung. Auch der Markt für Lungenkrebstherapien weist langfristig hohe Wachstumsraten auf, da diese Erkrankung weltweit zu den häufigsten und tödlichsten Krebsarten zählt. Vor diesem Hintergrund erscheint das Potenzial für neue, wirksamere Behandlungsmethoden erheblich.

Bewertung mit deutlichem Abschlag

Aus Bewertungssicht bleibt die Aktie auffällig günstig. Sowohl im historischen Vergleich als auch gegenüber dem Branchendurchschnitt bestehen deutliche Abschläge. Analystenschätzungen sehen derzeit ein zweistelliges Unterbewertungspotenzial, wobei diese Einschätzungen stark von den Gewinnprognosen abhängen. Sollten sich aus der Pipeline positive Nachrichten ergeben, könnten diese Erwartungen nach oben angepasst werden und zusätzlichen Spielraum für Kursgewinne eröffnen.

Rotation am Markt könnte Rückenwind liefern

Die Stimmung gegenüber stark wachstumsorientierten Technologiewerten hat sich zuletzt spürbar abgekühlt. Die Kursentwicklung von NVIDIA Corporation dient dabei vielen Marktteilnehmern als Indikator für das nachlassende Interesse an KI-getriebenen Titeln. Trotz solider Geschäftszahlen blieb die Aktie hinter dem Gesamtmarkt zurück, was auf eine beginnende Umschichtung hindeuten könnte. In einem solchen Szenario könnten defensivere Werte mit solider Dividende und klaren Perspektiven verstärkt gefragt sein, wovon Pfizer profitieren dürfte.

Gründe für Zurückhaltung bleiben bestehen

Trotz der jüngsten Erholung zeigt der langfristige Kursverlauf Schwächen. Auf Jahressicht liegt die Aktie leicht im Minus, während sowohl der Gesamtmarkt als auch der Gesundheitssektor zulegen konnten. Auch der deutliche Kursrückgang über mehrere Jahre hinweg schreckt manche Anleger ab, selbst angesichts der hohen Dividendenrendite. Zudem liegt die Kapitalrendite weiterhin unter dem langjährigen Durchschnitt, was angesichts der hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung ein nicht zu unterschätzender Punkt ist. Hinzu kommen geopolitische Risiken, da der Konzern global produziert und beschafft und somit anfällig für Handelskonflikte oder Wechselkursschwankungen bleibt.

Gesamturteil mit langfristigem Potenzial

In der Gesamtschau überwiegen die positiven Aspekte. Effizienzmaßnahmen stärken die Ertragskraft, während die Pipeline mehrere aussichtsreiche Projekte bereithält, die ab dem kommenden Jahr neue Impulse liefern könnten. Jede erfolgreiche Zulassung erhöht die Visibilität des langfristigen Gewinnwachstums. Vor diesem Hintergrund bleibt die Aktie aus fundamentaler Sicht und für einkommensorientierte Anleger attraktiv positioniert.

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ℹ️ Pfizer in Kürze

  • Pfizer ist einer der weltweit größten Pharma- und Biotechnologiekonzerne. Das Unternehmen erforscht, entwickelt, produziert und vertreibt vor allem verschreibungspflichtige Arzneimittel. Kernbereiche der Tätigkeit sind Entzündungskrankheiten, Immunologie, Impfstoffe, Innere Medizin, Onkologie und seltene Krankheiten.
  • Neben dem Hauptsitz in New York City unterhält der Konzern weltweit Niederlassungen.
  • Pfizer ist Mitglied im US-Leitindex S&P 500 und gehört mit einem Börsenwert von rund 145 Milliarden US$ zu den größten Pharmakonzernen weltweit.
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