Netflix-Aktie -6%: Warum enttäuscht sie so stark?
Seit Wochen befindet sich die Netflix-Aktie nun schon in einem massiven Abwärtstrend. Dementsprechend wurden die Quartalszahlen mit Hochspannung erwartet. Können sie für eine Trendwende beim Streaming-Giganten sorgen und wie sollten Anleger darauf reagieren?
Immer noch dynamisches Wachstum
Alle Anleger, die darauf gehofft hatten, dass die Quartalszahlen der Netflix-Aktie wieder einen Schubs nach oben geben könnten, wurden enttäuscht. Im europäischen Handel sackt der Kurs am Mittwochmorgen um über -6% ab. Aber waren die Zahlen für das abgelaufene Quartal tatsächlich so schlecht?
Eigentlich können sich die Zahlen sehen lassen. Nicht aber der Ausblick, was auch die negative Reaktion der Netflix-Aktie erklärt. Doch der Reihe nach:
Im Schlussquartal 2025 steigerte Netflix seinen Umsatz um ca. 17% im Jahresvergleich auf 12,1 Milliarden US$. Das ist minimal mehr als die von Analysten erwarteten 12,0 Milliarden US$. Das Umsatzwachstum des Streaming-Riesen basierte vor allem auf Preiserhöhungen und dem Ausbau des Werbegeschäfts.
Noch besser schnitt Netflix beim Ergebnis ab. Der Gewinn je Aktie stieg gegenüber dem Vorjahr um 27% auf 0,56 US$ und übertraf damit ebenfalls den Analystenkonsens von 0,55 US$.
Im Gesamtjahr 2025 erlöste Netflix 45,2 Milliarden US$ — 16% mehr als noch 2024. Die Abonnentenzahl stieg um ca. 8% auf rund 325 Millionen.
Aber eine vorsichtige Prognose
Trotz der starken Entwicklung im abgelaufenen Quartal gibt sich das Netflix-Management recht vorsichtig in Bezug auf das laufende Vierteljahr. Während der Markt bislang von EPS in Höhe von 0,82 US$ ausging, erwartet Netflix nur 0,76$. Den Umsatz sieht das Unternehmen auf dem Niveau der Markterwartung von 12,2 Milliarden US$.
Grund für den niedrigeren Gewinn sind höhere Aufwendungen für die Produktion von Filmen und Serien sowie Kosten im Zusammenhang mit der Übernahme von Warner Bros. Discovery. Anleger dürften ebenfalls nicht gerne gehört haben, dass Netflix vorerst seine Aktienrückkäufe aussetzt, um sich ausreichend Liquidität für die Übernahme von Warner zu sichern.
Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Netflix mit einem Umsatz zwischen 50,7 und 51,7 Milliarden US$. Das wäre ein Wachstum von ca. 13%.
Ein katastrophaler Chart
Der Chart der Netflix-Aktie ist eine einzige Katastrophe. Seit Oktober 2025 befindet sich der Tech-Titel in einem massiven Abwärtstrend.
Heute rutsche die Netflix-Aktie auf ein neues 12-Monatstief. Es steht zu befürchten, dass sie weiter bis zum nächsten Widerstand bei 75 US$ abrutscht.
Was bedeutet die Warner Bros.-Übernahme?
Kurz vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen aktualisierte Netflix noch einmal sein Übernahmeangebot für Warner Bros. Discovery. Am Preis von 83 Milliarden US$ hat sich zwar nichts geändert, wohl aber an der Finanzierungsstruktur.
Bislang wollte Netflix einen Teil des Kaufpreises mit eigenen Aktien finanzieren. Nun bietet der Streaming-Riese den Aktionären des legendären Unterhaltungskonzerns ein Barangebot in Höhe von 27,75 US$ je Aktie.
Anleger und Analysten setzen immer noch ein großes Fragezeichen hinter die Frage, ob sich die ziemlich teure Übernahme des Hollywood-Traditionshauses für Netflix tatsächlich auszahlt. Meine Antwort auf diese Frage lautet „Ja, das wird sie.“.
Durch die Akquisition verleibt sich Netflix auf den ebenfalls erfolgreichen Wettbewerber HBO Max ein und wird damit zum mit Abstand führenden Streaming-Anbieter weltweit. In Zukunft kommt man als Film- und Serienfan praktisch nicht mehr an Netflix vorbei.
Zudem bekommt Netflix Zugriff auf die riesengroße Filmbibliothek von Warner Bros. Sie wird das Angebot des Streaming-Giganten im Filmbereich wesentlich attraktiver machen. Und nicht zuletzt kann Netflix durch die weltberühmtem Warner Bros.-Studios in Hollywood die Kosten für Eigenproduktionen senken.
Zu stark nach unten geprügelt
Ich glaube, dass die Börse die Netflix-Aktie inzwischen zu stark nach unten „geprügelt“ hat. Seit ihrem Allzeithoch im Sommer vergangenen Jahres hat sich fast -40% an Wert verloren. Das ist meiner Einschätzung nach eine Übertreibung.
Das Forward-KGV der Netflix-Aktie von 27 liegt inzwischen nicht nur deutlich unter dem historischen Schnitt, sondern ist meiner Meinung nach für einen immer noch dynamisch wachsenden und marktführenden Konzern mit exzellenten Perspektiven recht niedrig.
Das Werbegeschäft von Netflix entwickelt sich hervorragend. 2026 rechnet das Management mit einer Verdoppelung der Erlöse. Auch der neue Bereich Live-Entertainment trägt viel zur Popularität des Streaming-Dienstes bei. Die Erfolgsgeschichte von Netflix ist meiner Meinung nach noch lange nicht zu Ende.
Charttechnisch und vom Marktsentiment ist die Netflix-Aktie massiv angeschlagen, weshalb es gut sein kann, dass sie noch nicht ihren Boden gefunden hat. Aber langsam sehe ich wieder Kaufkurse gekommen — vor allem für Anleger, die die Aktie langfristig halten wollen.
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ℹ️ Netflix in Kürze
- Mit über 300 Millionen Kunden ist Netflix (WKN: 552484) der weltgrößte Streaming-Anbieter für Filme und Serien.
- Das 1997 gegründete Unternehmen hat seinen Sitz im kalifornischen Los Gatos.
- Netflix ist Mitglied in den US-Leitindizes Nasdaq 100 und S&P 500. Mit einem Börsenwert von ca. 398 Milliarden US$ zählt Netflix zu den wertvollsten Unternehmen der Welt.