Nvidia-Aktie korrigiert: Jetzt wieder zuschlagen?

Nervöse Märkte
Redaktion

Die Aktie von Nvidia steht zum Wochenauftakt exemplarisch für die neue Nervosität an den globalen Finanzmärkten, ausgelöst in erster Linie durch geopolitische Unsicherheiten. Ein spürbarer Kursrückgang trifft auf weiterhin starke Fundamentaldaten und stellt Anleger vor die Frage, wie belastbar die aktuelle Bewertung tatsächlich ist.

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Weltweite Marktturbulenzen belasten Technologiewerte

Zum Start der Woche hat sich der internationale Abverkauf an den Börsen verschärft, während sich politische und wirtschaftliche Entscheidungsträger im schweizerischen Davos versammeln. Handelszölle und geopolitische Themen wie Grönland rücken dabei in den Vordergrund. Vor diesem Hintergrund gerieten die Aktien von Nvidia unter Druck und verloren im vorbörslichen Handel am Dienstag mehr als zwei Prozent. Damit weitete sich der Abstand zum bisherigen Rekordhoch auf rund 15 Prozent aus. Auslöser war ein Bericht, wonach Zulieferer die Produktion von Komponenten für den H200-Chip vorübergehend gestoppt haben sollen.

Kursentwicklung bleibt hinter dem Gesamtmarkt zurück

Seit Ende Oktober hat die Nvidia-Aktie rund 15 Prozent an Wert eingebüßt und damit deutlich schlechter abgeschnitten als der breite US-Markt. Auf Jahressicht ergibt sich dennoch ein anderes Bild: Das Papier liegt rund 30 Prozent im Plus und übertrifft damit sowohl den S&P 500 als auch den Technologiesektor klar.

Starke Zahlen im dritten Quartal

Im November legte Nvidia überzeugende Ergebnisse für das dritte Geschäftsquartal vor. Der bereinigte Gewinn je Aktie übertraf die Erwartungen, während der Umsatz im Jahresvergleich um 63 Prozent zulegte und die Prognosen um fast zwei Milliarden Dollar schlug. Besonders dynamisch entwickelte sich das Rechenzentrumssegment mit Erlösen von über 51 Milliarden Dollar. Auch der Ausblick auf das vierte Quartal fiel besser aus als zuvor angenommen.

Verhaltener Markt reagiert trotz operativer Stärke

Trotz der starken Zahlen gab die Aktie nach der Veröffentlichung erneut nach. Der Optionsmarkt rechnet vor den für Ende Februar erwarteten Quartalszahlen lediglich mit moderaten Kursschwankungen. Die implizite Volatilität ist zuletzt zwar gestiegen, bleibt jedoch im historischen Vergleich überschaubar. Die Dividendenrendite spielt weiterhin eine untergeordnete Rolle, während die Leerverkaufsquote niedrig ist.

Freier Cashflow erreicht neue Dimensionen

Die operative Entwicklung unterstreicht die finanzielle Stärke des Unternehmens. Der freie Cashflow stieg im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 60 Prozent auf 22 Milliarden Dollar und erreichte damit den zweithöchsten Wert in der Unternehmensgeschichte. Die Nachfrage nach Chips und Plattformen übertraf die Erwartungen deutlich, was die Visibilität für künftige Erträge verbessert hat.

Wettbewerb und Lieferketten als Unsicherheitsfaktoren

Der jüngste Kursrückgang wird unter anderem mit steigenden Lagerbeständen und Forderungen erklärt. Gleichzeitig nimmt der Wettbewerb durch Eigenentwicklungen großer Technologiekonzerne zu. Dennoch deutet vieles darauf hin, dass die Nachfrage das Angebot weiterhin übersteigt. Aussagen des Managements zu einer extrem hohen Nachfrage nach KI-Rechenleistung sowie angehobene Umsatzprognosen für das laufende Quartal untermauern diese Einschätzung.

Bewertung erscheint trotz Risiken attraktiv

Für das kommende Jahr wird ein kräftiges Gewinnwachstum erwartet, auch wenn sich das Tempo mittelfristig etwas abschwächen dürfte. Zahlreiche Analysten haben ihre Gewinnschätzungen zuletzt angehoben, während der Aktienkurs deutlich nachgegeben hat. Auf Basis der erwarteten Gewinne und eines konservativer angesetzten Bewertungsmultiplikators ergibt sich daraus ein Aufwärtspotenzial. Die Profitabilität bleibt branchenführend, selbst bei hohen Investitionen.

Technisches Bild mahnt zur Vorsicht

Aus charttechnischer Sicht ist die Lage weniger eindeutig. Das Kursbild deutet auf eine mögliche Schulter-Kopf-Schulter-Formation hin, die erst bei einem nachhaltigen Bruch wichtiger Unterstützungsmarken bestätigt wäre. Kurzfristig bleibt die Entwicklung anfällig, während langfristige Unterstützungen weiter unten liegen. Eine Rückkehr über höhere Widerstandsniveaus würde das negative Szenario entschärfen.

Ausblick zwischen Chancen und Unsicherheiten

Fundamental präsentiert sich Nvidia günstiger bewertet als noch vor einigen Monaten, getragen von starkem Wachstum und hoher Cashflow-Generierung. Gleichzeitig bleibt das Marktumfeld angespannt, da geopolitische Risiken, Handelskonflikte und steigende Finanzierungskosten den Technologiesektor belasten könnten. Vor den anstehenden Quartalszahlen ist die Aktie damit attraktiv, aber nicht frei von kurzfristigen Risiken.

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ℹ️ Nvidia in Kürze

  • Die Nvidia Corporation (WKN: 918422) ist einer der weltweit größten Entwickler von Grafikprozessoren und Chipsätzen.
  • Die Chips und Prozessoren des Konzerns kommen in Personal Computern, Spielekonsolen, Rechenzentren und autonom fahrenden Autos zum Einsatz.
  • Das in Santa Clara im US-Bundesstaat Kalifornien beheimatete Unternehmen ist Marktführer im Bereich Hochleistungschips für Anwendungen auf Basis künstlicher Intelligenz.
  • Nvidia ist Mitglied in den US-Indizes Nasdaq 100, S&P 500 und Dow Jones und wird aktuell mit rund 4,33 Billionen US$ bewertet.
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