Adobe-Aktie: Das größte Schnäppchen der Techbranche?

Neues 3-Jahrestief

Die Adobe-Aktie fiel gestern unter die Marke von 300 US$ und sackte damit auf ein neues 3-Jarhestief. Die Kursentwicklung des US-Technologiegiganten ist erschreckend. Innerhalb von zwölf Monaten büßte Adobe ein Drittel seines Börsenwerts ein. Tut die Börse dem einstigen Highflyer damit Unrecht oder gibt es gute Gründe für den Pessimismus?

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Goldman Sachs senkt den Daumen

Wenn die renommierte Investmentbank Goldman Sachs den Daumen senkt, dann sehen Anleger besonders genau hin. So geschehen vor wenigen Tagen bei der Adobe-Aktie. Die Investmentbanker von Goldman rieten zum Verkauf des Technologietitels und sehen das Kursziel von 290 US$ ziemlich genau auf dem aktuellen Kursniveau.

Goldman Sachs führte gleich zwei Argumente für ihr negatives Urteil an. Zum einen liegt das Umsatzwachstum von Adobe laut Berechnungen der Investmentbank unter dem Durchschnittswachstum einer Vergleichsgruppe von Technologieunternehmen. Zum anderen haben die Analysten Bedenken hinsichtlich des weiteren Gewinnwachstums des Softwaregiganten.

Goldman äußerte die Sorge, dass die fortschreitende Entwicklung bei KI-Tools Adobe Umsatz kosten könnte. Zudem könnte auch die hohe Preissetzungsmacht des Tech-Unternehmens aufgrund des intensivierten Wettbewerbs erodieren und die Margen unter Druck setzen.

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Keine Negativentwicklung in den Zahlen

Noch zeichnet sich die von Goldman Sachs skizzierte Negativentwicklung nicht ab. Der Umsatz von Adobe stieg im abgelaufenen Quartal um 10,5% auf 6,2 Milliarden US$. Auch der Gewinn je Aktie von 5,50 US$ lag über der Markterwartung von 5,40 US$.

Für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres geht Adobe von einer weiteren EPS-Steigerung auf 5,85 bis 5,95 US$ aus. Im Geschäftsjahr 2026 will der Tech-Konzern seinen Gewinn je Aktie auf 23,30 bis 23,50 US$ steigern.

Vom 3- auf das 5-Jahrestief?

Das Chartbild der Adobe-Aktie liefert schon seit geraumer Zeit ein Bild des Grauens. Seit September 2024 steckt der Tech-Titel in einem massiven Abwärtstrend, in dessen Zuge alle historischen Widerstände der jüngsten Vergangenheit durchbrochen wurden.

Inzwischen notiert die Adobe-Aktie auf einem 3-Jahrestief bei knapp unter 300 US$. Der Weg zum 5-Jahrestief bei 275 US$ ist nicht mehr weit.

Die Börse macht einen Fehler

Bei kaum einem anderen Technologiekonzern klafft derzeit eine so große Lücke zwischen Anlegerskepsis und operativer Realität. Die Börse preist ein signifikantes Risiko in den Kurs der Adobe-Aktie ein, dass der Anbieter von Kreativsoftware das erste große Opfer von KI-Anbietern wie Canva, Firma und OpenAI sein wird.

In der Tat sind die Fortschritte dieser und anderer KI-Tools im Bereich der Bildgenerierung und -bearbeitung atemberaubend. Trotzdem zeigt dieses technologische Potenzial noch keine kommerziellen Auswirkungen auf Adobe. Die große Frage, ob KI-Plattformen den professionellen Tools von Adobe jemals das Wasser abgraben können, bleibt nach wie vor unbeantwortet.

Wie die meisten Experten habe auch ich keine klare Antwort auf diese Frage. Ich empfehle trotz dieses disruptiven Risikos die Adobe-Aktie aber trotzdem zum Kauf und meine Kaufempfehlung hat einen sehr wichtigen Grund: die Bewertung.

Mit einem Forward-KGV von 14 ist die Adobe-Aktie wahrlich ein Schnäppchen. Zur Erinnerung: Wir sprechen hier über ein exzellent positioniertes, marktführendes Technologieunternehmen mit gewaltigen technologischen Ressourcen, das immer noch leicht zweistellig wächst und vor allem eine stabile operative Marge von sagenhaften 36% besitzt.

Bei jedem anderen Technologieunternehmen würden Anleger bei diesem Kennzahlen Aktien wie verrückt kaufen. Bei Adobe tun sie es nicht. Meiner Meinung nach ein großer Fehler.

ℹ️ Adobe in Kürze

  • Adobe (WKN: 871981) mit Sitz im kalifornischen San José einer der weltweit wichtigsten und bekanntesten Software-Konzerne.
  • Das Unternehmen ist Marktführer bei Software für die Erstellung und Veröffentlichung eines breiten Spektrums von Inhalten, darunter Grafik, Fotografie, Illustration, Animation, Multimedia, Video und Druck.
  • Zu den wichtigsten Produkten von Adobe gehören die Bildbearbeitungssoftware Adobe Photoshop, die Illustrationssoftware Adobe Illustrator sowie die Dokumenten-Managementsoftware Adobe Acrobat Reader.
  • Adobe ist Mitglied in den US-Leitindizes S&P 500 und Nasdaq 100 und an der Börse aktuell ca. 124 Milliarden US$ wert.
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