Hensoldt-Aktie: Hat sie noch Luft nach oben?

Profiteur der Grönland-Krise

Die Hensoldt-Aktie steigt und steigt. Seit Jahresbeginn hat der Kurs des deutschen Rüstungselektronikspezialisten bereits um gut +30% zugelegt. Und auch am Montagmorgen erhöht sich der Aktienkurs um weitere +4%. Was treibt die Hensoldt-Aktie dieser Tage so stark an und hat sie überhaupt noch Luft nach oben?

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Trump macht Ernst

Auslöser der jüngsten Kursrallye von Rüstungsaktien im Allgemeinen und der Hensoldt-Aktie im Speziellen ist die aggressive und imperialistische Außenpolitik von US-Präsident Trump. Nach der Intervention in Venezuela steht nun Grönland ganz oben auf dem „Speiseplan“ von Trump.

Der guten Ordnung halber sei an dieser Stelle erwähnt, dass Trump nicht der erste Präsident der USA ist, der versucht, Grönland zu kaufen. Bereits seit über 100 Jahren gab es Initiativen von US-Präsidenten, sich die Arktisinsel einzuverleiben.

Aber Trump scheint es sehr ernst zu meinen. Sollte ein Kauf scheitern, denkt er auch über eine gewaltsame Annexion von Grönland nach.

A propos US-Außenpolitik: Nach der US-Intervention in Venezuela findet ihr in unserem Venezuela-Investment-Atlas 2026 die großen Profiteure dieser Entwicklung.

Eine vorteilhafte Entwicklung

Doch Dänemark und seine europäischen Verbündeten spielen sehr zum Ärger Trumps nicht mit. Die Entsendung einiger Soldaten aus europäischen NATO-Staaten erregte den Zorn des US-Präsidenten.

So gefährlich die aktuelle Entwicklung ist, für Hensoldt ist sie durchaus vorteilhaft. Der Rüstungselektronikhersteller ist vor allem auf die Ausstattung der Luftwaffe und der Marine spezialisiert.

Aufgrund seiner Lage, seiner Größe und seiner Wetterverhältnisse lässt sich Grönland nur in der Luft und auf See überwachen und verteidigen. Das bedeutet, dass die NATO in Zukunft erheblich mehr in zusätzliche Radar- und Waffensysteme investieren muss, die im hohen Norden eingesetzt werden können. Das wiederum bedeutet zusätzliche Aufträge an Radar-, Avionik- und optoelektronischen Systemen für Hensoldt.

Bald wieder dreistellige Kurse?

Die Hensoldt-Aktie befindet sich seit Ende Dezember wieder in einem steilen Aufwärtstrend. Mit Riesenschritte bewegt sie sich auf die Marke von 100 € zu.

Sollte diese geknackt werden, könnte sich sogar ein Angriff auf das Allzeithoch bei 115 € anschließen. Das charttechnische Momentum ist derzeit hoch genug.

Dynamisch, aber zu teuer

Die Außenpolitik des US-Präsidenten hat meiner Meinung nach das Zeug dazu, die NATO zu sprengen. Sollten sich die USA zu einer gewaltsamen Einnahme von Grönland entschließen, wäre das Verteidigungsbündnis am Ende und hätte unweigerlich ein rein europäisches Militärbündnis zur Folge.

Für Hensoldt wäre das eine hervorragende Entwicklung. Das deutsche Rüstungsunternehmen wäre ein wichtiger Lieferant für diese neue „EU-Armee“. Zudem müssten die europäischen Staaten für den Aufbau eigener Streitkräfte noch erheblich mehr Geld investieren als bislang vorgesehen.

Trotzdem sehe ich aktuell kaum mehr Luft nach oben für die Hensoldt-Aktie. Mehrere Analysten haben in den letzten Tage vor einer Überhitzung der Kursentwicklung gewarnt. Und in der Tat ist der MDAX-Titel mit einem Forward-KGV von knapp über 70 sehr sportlich bewertet.

Zwar ist die Wachstumsgeschichte von Hensoldt nach wie vor intakt. Aber mit einer operativen Marge im hohen einstelligen Bereich ist mir das deutsche Rüstungsunternehmen zu wenig profitabel, um diese hohe Bewertung zu rechtfertigen.

Hier sei darauf hingewiesen: Militärische Nachfrage lässt Silberverbrauch explodieren – unser exklusiver Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ präsentiert 2 Top-Player, mit denen man auf weitere Preisschübe setzen kann.

ℹ️ Hensoldt in Kürze

  • Die Hensoldt AG (WKN: HAG000) mit Sitz in Taufkirchen bei München ist ein Rüstungsunternehmen, das auf die Entwicklung und Herstellung von Radar- und Sensortechnologien spezialisiert ist.
  • Hauptprodukte sind Radar-, Avionik- und optoelektronische Systeme sowie Lösungen zur elektronischen Kampfführung.
  • Hensoldt ging 2017 aus Geschäftsbereichen von Airbus Defence and Space hervor und notiert seit 2020 an der Börse.
  • Das Unternehmen ist Mitglied im deutschen Nebenwerteindex MDAX und ca. 11 Milliarden € an der Börse wert.
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