LVMH-Aktie: Kaufen trotz schlechter Nachrichten?
Mit einem Kursrückgang von fast -4% ist die LMVH-Aktie am Montagmorgen einer der schwächsten Werte unter den europäischen Großunternehmen. Bereits letzte Woche ging es um über -7% mit dem französischen Luxusgüterkonzern bergab. Was belastet die LVMH-Aktie so stark und ergibt sich für Anleger hier eine gute Einstiegsgelegenheit?
Trump schwingt die Zollkeule
Hauptbelastungsfaktor zum Wochenbeginn ist einmal mehr US-Präsident Trump. Aufgrund der Tatsache, dass viele europäische Staaten sich seinen Annexionsplänen für Grönland widersetzen, droht Trump ein weiteres Mal mit der Zollkeule.
Ab Februar sollen bereits Zusatzzölle in Höhe von 10% für Waren aus den wichtigen europäischen Ländern, darunter LVMHs Heimat Frankreich, fällig werden. Ab Juni sollen diese Strafzölle dann sogar auf 25% steigen, sofern bis dahin Europa nicht einem Verkauf von Grönland an die USA zugestimmt hat.
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Für LMVH ist das alles andere als eine vorteilhafte Situation. Mit einem Umsatzanteil von knapp über 25% sind die USA der weltweit wichtigste Einzelmarkt für den französischen Luxusgüterkonzern. Vor allem Uhren und Schmuck der Marke Tiffany und Cognac von Hennessy erfreuen sich jenseits des Atlantiks allergrößter Beliebtheit.
Zwar genießt LVMH aufgrund des enorm hohen Bekanntheitsgrades der meisten seiner Konzernmarken eine hohe Preissetzungsmacht. Aber auch diese hat irgendwo ihre Grenzen.
Chinas Wachstum lässt nach
Gleichzeitig kommen auch aus China, dem zweitwichtigsten Einzelmarkt von LVMH, beunruhigende Nachrichten. Das Wachstum der chinesischen Wirtschaft hat sich im Schlussquartal 2025 auf 4,5% verlangsamt.
Damit lag das Wirtschaftswachstum im Gesamtjahr bei 5% und erfüllte das Ziel der Zentralregierung. Wie könnte es auch anders sein — schließlich werden politische Ziele in China immer erfüllt. Schon lange ist bekannt, dass man chinesischen Statistiken keinen Glauben schenken kann. Viele Experten schätzen, dass das wahre Wachstum um mindestens 1% unter der offiziellen Version liegt.
Wie dem auch sei, die Weltbank geht davon aus, dass sich das Wachstum im laufenden Jahr weiter auf 4,4% abschwächen wird. Grund für die nachlassende Wachstumsdynamik ist der immer noch schwächelnde Inlandskonsum.
Die Konsumenten brechen weg
China hat ein gewaltiges Bevölkerungsproblem — nicht wie früher wegen zu vieler Einwohner, sondern wegen einer zu schnellen Überalterung bei gleichzeitig zu geringer Geburtenrate. Im vergangenen Jahr sank die Zahl der Geburten auf den niedrigsten Stand seit der Gründung der Volksrepublik im Jahr 1949.
Nur noch 5,63 Kinder kamen je 1.000 Einwohner auf die Welt. Das hatte in Kombination mit der Vergreisung der chinesischen Gesellschaft einen Bevölkerungsrückgang von fast 3,5 Millionen Menschen zur Folge.
Im Klartext: Es gibt immer weniger Konsumenten in China. Auch an LVMH geht diese Entwicklung nicht spurlos vorüber.
Einbruch auf das 6-Monatstief
Das Chartbild der LVMH-Aktie hat sich in den letzten Tagen massiv eingetrübt. Der Kurs hat zum Wochenbeginn nicht nur die Marke von 600 € nach unten durchbrochen, sondern auch das 3-Monatstief bei 598 €.
Nun steht sogar zu befürchten, dass sich der Abwärtstrend bis zum 6-Monatstief bei 537 € fortsetzt. Dazwischen gibt es kaum nennenswerte Unterstützungen.
Grundsätzlich ja, momentan nein
Grundsätzlich bin ich ein Fan der LVMH-Aktie. Der Luxusgüterriese aus Frankreich besitzt eine einzigartige Kombination aus Marken- und Vertriebsstärke sowie Diversifikation über verschiedene Produktsegmente hinweg.
Trotzdem rate ich Anleger, gegenwärtig die Füße stillzuhalten. Die historisch einzigartige Konfrontation zwischen den USA und Europa könnte in den kommenden Wochen und Monaten weiter eskalieren. Vor allem Frankreich ist seit jeher ein großer Kritiker der USA und der französische Präsident Macron befürwortet Medienberichten zufolge ein hartes Vorgehen im Grönland- und Zollstreit gegen die USA.
Das könnte den Zorn von US-Präsident Trump gegen Europa im Allgemeinen und Frankreich im Besonderen noch steigern. Gut möglich, dass sich die USA aus diesem Grund noch weitere „Spezialzölle“ gegen französische Unternehmen bzw. Produkte einfallen lassen. Aus diesem Grund ist momentan höchste Vorsicht bei einem Investment in die LVMH-Aktie angesagt.
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ℹ️ LVMH in Kürze
- LVMH (WKN: 853292) ist der mit Abstand größte und bedeutendste Luxuskonzern der Welt. Der französische Traditionskonzern mit Sitz in Paris hält die Rechte an 75 der führenden Luxusmarken der Welt.
- Zum Markenuniversum von LVMH gehören etwa die Modemarken Fendi, Givenchy, Kenzo und Marc Jacobs, die Koffermarke Rimowa, die Parfum- und Kosmetikmarken Acqua die Parma und Christian Dior Parfums, die Uhren- und Schmuckmarken Hublot, TAG Heuer, Tiffany und Zenith sowie die Ursprungsmarken Louis Vuitton und Moët Hennessy.
- LVMH vertreibt seine Produkte in rund 5.000 Geschäften in 80 Ländern weltweit.
- Mit einer Marktkapitalisierung von ca. 291 Milliarden € ist LVMH der drittwertvollste Konzern Europas.