Strategy-Aktie: Wo liegt der Mehrwert?
Die Strategy-Aktie weist einen eigentümlichen Kursverlauf auf. Erst explodiert sie 2024 bis zu einem Höchstkurs von 450 €, um dann 2025 bis jetzt wieder zu implodieren. Am Freitag ging sie mit einem Kurs von rund 150 € aus dem Handel. Für viele Anleger stellt sich die Frage nach dem Sinn der Aktie.
Geschäftsmodell verstehen
Als Anleger in eine Aktie ist es wichtig, das Geschäftsmodell und deren Zukunftsaussichten zu kennen. Bei Strategy ist das nicht ganz klar. Ursprünglich wurde das Unternehmen 1989 als IT-Unternehmen gegründet.
Ab 2020 wurde mit dem Erwerb von Bitcoins begonnen. Mittlerweile besitzt das Unternehmen rund 687 000 Bitcoins, was etwa 3% des Gesamtbestandes entspricht. In den letzten Wochen wurden massive Neukäufe von Bitcoins gemeldet.
Insgesamt mutiert das Unternehmen immer mehr zum Bitcoinhalter und das ursprüngliche IT-Geschäft verliert an Bedeutung. Der Umsatz dürfte für das abgelaufene Geschäftsjahr bei knapp 480 Millionen US$ liegen.
Gefahren für das Unternehmen nehmen zu
Das Unternehmen verfolgt eine aggressive Bitcoin-Strategie. Den letzten Ausverkauf bei Bitcoin nutzte es, um seine Bitcoin-Bestände deutlich auszubauen. Der letzte große Kauf im Volumen von 1,25 Milliarden US$ wurde am 12. Januar gemeldet.
Die eigentlichen Gefahren liegen auf der Finanzierungsseite. Die Käufe werden fast ausschließlich über Wandelanleihen oder die Ausgabe neuer Aktien finanziert. Das Volumen der Wandelanleihen liegt bei rund 8,2 Milliarden US$, deren Fälligkeit beginnt 2028.
Ein weiterer Risikoblock besteht in der Dividendenzahlung der immer neu ausgegebenen Vorzugsaktien. Laut Unternehmensangaben fallen jährliche Kapitalkosten von 689 Millionen US$ für Zinsen und Dividenden an.
Diese Zahlungen können aus dem operativen IT-Geschäft nicht erbracht werden. Um liquide zu bleiben, wurden die verfügbaren Finanzmittel auf 2,2 Milliarden US$ aufgestockt.
Besonders kritisch wird es, wenn wie zuletzt der Bitcoin-Wert drastisch fällt. Der mittlere Erwerbskurs pro Bitcoin soll bei rund 75.000 US$ liegen; dauerhafte Kurse darunter können das Unternehmen in seiner Existenz gefährden.
Was bedeutet das für Anleger?
Generell ist die Strategy-Aktie nur für Bitcoin-affine Anleger interessant. Als 2024 der Bitcoinkurs rasant stieg, stieg die Aktie noch deutlicher. Mittlerweile sieht es jedoch anders aus: Die Aktie verliert überproportional im Verhältnis zum Bitcoinrückgang.
Als Bitcoin-Anleger bietet Strategy aus meiner Sicht keinen Mehrwert. Wenn Anleger heute in Bitcoin investieren wollen, kann das fast bei jeder Bank oder über entsprechende Kryptobörsen erfolgen. Gerade die Banken bieten immer mehr die Verwaltung von Bitcoin oder anderen Kryptowährungen an.
Auch steuerlich macht es wenig Sinn. Gewinne aus einem direkten Bitcoin-Investment sind nach einem Jahr steuerfrei. Aktionäre von Strategy müssen für die Dividendenzahlungen Steuern zahlen.
Ein weiteres großes Manko ist, dass die Unternehmensentscheidungen überwiegend durch den Gründer und Großaktionär Michael Saylor bestimmt werden. Der größte Kritiker von Strategie ist Peter Schiff; für ihn gleicht das Unternehmen einem Schneeballsystem.
Mein Fazit: Wozu all diese Risiken eingehen, um in Bitcoins zu investieren? Ein Direktinvestment in Bitcoin ist viel effektiver.
Ergänzend dazu: Für wachstumsorientierte Anleger bietet unser brandneuer Report „3 Top-Picks 2026“ wertvolle Einblicke in drei Technologie-Aktien, die das Potenzial haben, zu den großen Gewinnern des neuen Jahres zu werden.
ℹ️ Strategy in Kürze
- Strategy (WKN: 722713) ist ein US-Unternehmen mit operativem Fokus auf den Vertrieb von KI-getriebener Analysesoftware.
- Bekannt ist das Unternehmen aber vor allem als Bitcoin-Holding. Laut aktuellen Daten hält das Unternehmen etwa 687.000 BTC und damit rund 3% aller erzeugten Bitcoins.
- Neben der Hauptbörse Nasdaq kann die Aktie auch über Tradegate gehandelt werden. Aktuell liegt der Marktwert bei rund 41 Milliarden €.