Vossloh-Aktie: Dreistellige Kurse im Visier?

Im Aufwind

Die Aktie des Schienen- und Verkehrstechnikkonzerns Vossloh hat die Herbstflaute überwunden. Seit Ende November erholen sich die Kurse, was nun zum Ausbruch über die 80-€-Marke geführt hat. Das steckt hinter dem Aufschwung und so kann es jetzt weitergehen.

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Zukauf in Schweden

Vossloh hat in den vergangenen Wochen ein starkes Comeback hingelegt und notiert gegenüber den Tiefs aus dem November inzwischen mit gut +25% im Plus. Allein in dieser Woche ging es für den SDAX-Titel um fast +7% hinauf.

Für Impulse sorgt dabei auch die Übernahme des schwedischen Gleisbau-Spezialisten Nordic Tamping Service (NTS), der Vosslohs Portfolio in Skandinavien komplettieren soll.  Hierdurch könne man den Kunden einen noch umfassenderen Service aus einer Hand bieten, so Vorstandschef Oliver Schuster.

Das hauptsächlich in Schweden und Norwegen tätige Unternehmen ist auf das Stopfen des Schotterbetts zur Gleisstabilisierung spezialisiert, was bei neuen Schienen und Instandhaltung durchgeführt wird Nach Angaben von Vossloh wurde der Kauf bereits am 09. Januar vollständig abgeschlossen, zum Übernahmepreis gab es keine Angaben.

Rückenwind durch Infrastrukturprogramme

Auch die Infrastrukturprogramme in Europa und vor allem Deutschland sind zu Jahresbeginn wieder stärker ins Bewusstsein der Anleger gerückt. Es wird erwartet, dass die Konjunkturspritzen nun mehr und mehr bei den betroffenen Unternehmen ankommen. Als Anbieter von Schienenbefestigungssystemen, Weichen und Dienstleistungen profitiert Vossloh entlang des gesamten Lebenszyklus der Schiene und steht damit besonders im Fokus.

Die Zahlen zum dritten Quartal unterstreichen schon jetzt eine starke Geschäftsdynamik. In den ersten neun Monaten des Jahres verzeichnete der Konzern einen Auftragseingang von 948,5 Millionen €, allein im dritten Quartal wuchsen die Bestellungen um fast 27%. Die Book-to-Bill-Ratio von 1,04 deutet auf eine gut gefüllte Auftragspipeline und eine steigende Nachfrage hin.

Was bedeutet das für die Aktie?

Die Aktie hat ihre Schwächephase hinter sich gelassen und profitiert von einer Kombination aus operativer Stärke, strategischen Zukäufen und einem strukturellen Rückenwind durch milliardenschwere Infrastrukturprogramme. Nun nimmt der Titel erneut die Hochs aus dem vergangenen Jahr bei 94,10/95,10 € ins Visier. Wird der dortige Widerstand durchbrochen, wäre Platz bis zum Rekordhoch von 99,70 € aus dem Jahr 2011.

Angesichts des enormen Sanierungsbedarfs im europäischen Schienennetz, der breiten Marktposition von Vossloh und der weiterhin moderaten Bewertung spricht vieles dafür, dass der Titel mittelfristig zu den Gewinnern im Infrastruktursektor zählt. Für langfristig orientierte Anleger bleibt das Papier damit ein aussichtsreicher Kandidat – mit Potenzial für neue Höchststände auch oberhalb der 100-€-Marke.

Die Deutsche Bank sieht die Aktie mit 108 € fair bewertet.

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ℹ️ Vossloh in Kürze

  • Vossloh ist ein international agierender Konzern rund um die Bahninfrastruktur. Auf dem chinesischen Markt ist der Konzern sogar als einziger ausländischer Anbieter tätig. Dies zeigt, wie leistungsstark die Produkte und Dienstleistungen des Konzerns sind.
  • Neben dem Hauptsitz im nordrhein-westfälischen Werdohl ist der Konzern mit Niederlassungen auf allen Kontinenten vertreten.
  • Das im SDAX gelistet Unternehmen wird an der Börse aktuell mit 1,56 Milliarden € bewertet.
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