Taiwan Semiconductor-Aktie: Nach Mega-Rallye auf Allzeithoch

Immer noch ein Kauf?
Redaktion

Die Aktie von Taiwan Semiconductor hat nach der Vorlage überzeugender Quartalszahlen weiter an Wert gewonnen und ein neues Rekordniveau erreicht. Solides Wachstum, steigende Dividenden und eine weiterhin moderate Bewertung untermauern die Attraktivität des Papiers für langfristig orientierte Anleger.

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Noch vor Handelsbeginn präsentierte der weltgrößte Auftragsfertiger für Halbleiter seine Zahlen für das vierte Quartal. Diese fielen nicht nur stark aus, sondern übertrafen erneut die Prognosen der Analysten. Sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn gelang eine positive Überraschung, und dies bereits zum elften Mal in Folge. Die Zahlen unterstreichen, dass der Markt die Ertragskraft des Unternehmens weiterhin unterschätzt.

Die Börse reagierte entsprechend freundlich. Unterstützt durch eine angekündigte Dividendenerhöhung kletterte der Aktienkurs auf ein neues Allzeithoch oberhalb von 350 US-Dollar. Auf Jahressicht summiert sich das Kursplus inzwischen auf mehr als 70 Prozent, allein im laufenden Jahr wurde bereits ein zweistelliges Wachstum erzielt.

Schlüsselrolle im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz

Künstliche Intelligenz prägt seit Jahren die Investmentlandschaft, doch ein zentraler Profiteur steht häufig weniger im Rampenlicht als die bekannten Chipdesigner. Ohne Taiwan Semiconductor Manufacturing Company wären leistungsfähige KI-Prozessoren kaum denkbar, da nahezu alle führenden Anbieter auf die Fertigungskapazitäten des Konzerns angewiesen sind. Ob Grafikprozessoren oder spezialisierte Beschleuniger für Rechenzentren, moderne KI-Chips entstehen nur dank hochentwickelter Fertigungstechnologien, in denen der taiwanische Konzern weltweit führend ist.

Diese strukturellen Rückenwinde spiegeln sich deutlich in den jüngsten Geschäftszahlen wider. Der Umsatz wuchs im vierten Quartal um gut 25 Prozent in US-Dollar, getragen vor allem von fortschrittlichen Fertigungsprozessen. Chips mit der modernen Drei-Nanometer-Technologie machten im vergangenen Jahr bereits fast ein Viertel des Gesamtumsatzes aus, deutlich mehr als im Jahr zuvor. Auch die Fünf-Nanometer-Technologie gewann an Bedeutung, während ältere Verfahren an Gewicht verloren.

Besonders dynamisch entwickelte sich erneut das Geschäft mit Hochleistungsrechnern. In diesem Segment stiegen die Erlöse im vergangenen Jahr um nahezu 50 Prozent. Auch der Automobilbereich verzeichnete ein kräftiges Wachstum, wenn auch von einer niedrigeren Ausgangsbasis. Ein erheblicher Teil des Wachstums im Bereich Hochleistungsrechnen dürfte auf die steigende Nachfrage führender KI-Chipanbieter zurückzuführen sein.

Preissetzungsmacht stärkt Profitabilität

Mit der wachsenden Bedeutung moderner Fertigungsprozesse steigt zwar die Abhängigkeit von einzelnen Hochtechnologiesegmenten, gleichzeitig bleiben ältere Produktionslinien verlässliche Ertragsquellen. Sie liefern stabile Cashflows, die gezielt in den Ausbau zukunftsträchtiger Technologien investiert werden können.

Ein weiterer zentraler Erfolgsfaktor ist die ausgeprägte Preissetzungsmacht des Unternehmens. Viele Kunden sind in hohem Maße auf die Produktionskapazitäten angewiesen, was dem Konzern Spielraum für Preisanpassungen verschafft. In den vergangenen Jahren wurden insbesondere für moderne Prozesse wiederholt höhere Preise durchgesetzt. Dies führte zu einer spürbaren Verbesserung der Bruttomargen und verstärkte den Gewinnanstieg zusätzlich.

Im jüngsten Quartal wirkten mehrere Hebel zugleich. Aus einem Umsatzwachstum von rund 21 Prozent wurde ein Anstieg des Bruttogewinns von etwa 27 Prozent. Durch vergleichsweise moderat steigende operative Kosten legte das operative Ergebnis sogar um rund ein Drittel zu. Der Gewinn je Aktie wuchs nochmals etwas stärker. Diese Entwicklung belegt, dass effiziente Kostenkontrolle und starke Marktposition Hand in Hand gehen.

Attraktive Bewertung trotz Kursanstieg

Im vierten Quartal stieg der Gewinn je Aktie in US-Dollar um rund 40 Prozent. Trotz dieser Dynamik ist die Bewertung der Aktie weiterhin moderat. Auf Basis der aktuellen Schätzungen für das Jahr 2026 liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei etwa 26. Angesichts der wiederholten Prognoseüberraschungen erscheint es plausibel, dass die tatsächlichen Ergebnisse über den Erwartungen liegen könnten, was die effektive Bewertung weiter relativiert.

Im Vergleich zu anderen Unternehmen aus dem KI-Umfeld wirkt die Aktie damit keineswegs teuer. Viele große Chipdesigner werden mit deutlich höheren Multiplikatoren gehandelt, obwohl sie in hohem Maße von der Leistungsfähigkeit des Auftragsfertigers abhängen. Auch geopolitische Risiken rechtfertigen keinen deutlichen Bewertungsabschlag, da mögliche Störungen die gesamte Branche gleichermaßen treffen würden.

Zwar war die Aktie in früheren Jahren zeitweise günstiger bewertet, doch angesichts der starken Marktstellung und der anhaltend hohen Wachstumsraten erscheint das aktuelle Niveau weiterhin attraktiv. Die Prognose für das laufende Quartal sieht einen Umsatz von rund 35 Milliarden US-Dollar vor, was einem Zuwachs von mehr als 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspräche. Von einer Abschwächung des Wachstums ist kurzfristig nichts zu erkennen.

Fazit

Taiwan Semiconductor bestätigt seine Rolle als einer der großen Profiteure des globalen KI-Booms. Starkes Umsatzwachstum, hohe Margen und nachhaltige Preissetzungsmacht prägen das Bild.

Auch nach der kräftigen Kursrally ist die Aktie nicht überzogen bewertet. Mit anhaltend hoher Dynamik im Jahr 2026 und einer deutlich erhöhten Dividende bleibt das Papier für Anleger weiterhin interessant.

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