AMS-Osram-Aktie: Das könnte für einen ordentlichen Schub sorgen
Die AMS-Osram-Aktie musste nach dem guten Kursanstieg im September bis Oktober wieder deutliche Verluste hinnehmen. Am Donnerstag verbessert sie sich aktuell um 5,2% und steht bei 8,50 SFR (Schweizer Franken). Sind das wieder günstige Einstiegskurse?
Verkaufsgespräche laufen
Im Rahmen des 2025 vorgestellten Entschuldungsplans waren Verkäufe von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Geschäftsfeldern vorgesehen. Diese sind auch zum Teil schon erfolgt.
Das Unternehmen bestätigte in einer Pressenachricht vom 12. Januar die Gerüchte, dass Verkaufsgespräche geführt werden; diese befinden sich in einem fortgeschrittenen Stadium. Konkret soll es um ein Verkaufsvolumen von 500 Millionen € gehen. Der Ausgang ist allerdings noch offen.
Das große Problem des Unternehmens sind die hohen Schulden. Die Übernahme von Osram wurde zum größten Teil über Kredite finanziert. Ende September lagen die Finanzverbindlichkeiten noch bei rund 1,6 Milliarden €.
Sollten die Verkäufe gelingen, reduzieren sie sich auf 1,1 Milliarden €. Damit wäre ein wichtiger Schritt zur Stabilisierung des Unternehmens gelungen. Für die Ertragslage würde das aufgrund sinkender Kapitalkosten eine große Verbesserung bedeuten.
Es bleibt jetzt abzuwarten, wie die Gespräche verlaufen und welche Geschäftsaktivitäten verkauft werden. Das Unternehmen bestätigte jedoch die Standortsicherheit in Premstätten.
Prognose bestätigt
Im letzten Quartalsbericht vom 18. November wurde die Jahresprognose bestätigt. Demnach wird mit einem Umsatz im vierten Quartal von 790 bis 890 Millionen € gerechnet. Bei der EBITDA-Marge stehen 17,5 ± 1,5% auf dem Zettel. Der Free Cashflow soll mehr als 100 Millionen € betragen.
Solide Quartalszahlen erreicht
Die Quartalszahlen vom 18. November sind insgesamt als gut zu bezeichnen. Der Konzern spricht davon, dass sich die strategische Neuausrichtung immer deutlicher bemerkbar macht.
Der Umsatz im dritten Quartal lag bei 853 Millionen €. Gegenüber dem Vorquartal ist das ein Anstieg von 10%; gegenüber dem Vorjahreszeitraum jedoch ein Rückgang von 3%. Dieser Rückgang beruht auf einem schwächeren Dollarkurs.
Die operative EBITDA-Marge lag mit 19,5% über den vorherigen Werten mit 18,8%. Hierzu trugen Kosteneinsparungen aus dem Restrukturierungsplan bei. Der bereinigte Konzerngewinn betrug 27 Millionen €; im zweiten Quartal wurden 18 Millionen € erzielt. Im Vorjahr lag der Nettogewinn bei 37 Millionen €.
Potenzial vorhanden
Der starke Kursrückgang Ende 2025 bis auf 7 SFR war wirtschaftlich nicht begründet, es zeigt sich klar eine wirtschaftliche Stabilisierung. Sollte jetzt noch der Verkauf gelingen, muss die Aktie neu bewertet werden.
Meiner Meinung nach besitzt die Aktie weiteres Potenzial; ein Kurs von 10 SFR sollte wieder machbar sein. Wichtig wird jetzt die Prognose für das nächste Jahr. Dann wird sich zeigen, wie sich die Ertragslage gestaltet.
Barclays kommt in ihrer Analyse ebenfalls zu einem fairen Wert von 10 SFR. Die UBS ist mit 14 SFR noch deutlich zuversichtlicher. Es gibt jedoch auch andere Stimmen; JP Morgan mit ihrem Zielkurs von 5,75 SFR hält die Aktie für überbewertet.
Mein Fazit: Es besteht hier immer noch ein höheres Risiko; das Unternehmen ist jedoch auf einem guten Weg und die Aktie besitzt weiteres Potenzial.
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ℹ️ AMS-Osram in Kürze
- Die AMS-Osram AG (WKN: A118Z8) ist in der Entwicklung und Herstellung von hochleistungsfähigen Sensorlösungen und Beleuchtungsmodulen tätig.
- 2019 übernahm AMS den deutschen Osram-Konzern und firmiert seitdem unter dem heutigen Namen. Teile des Osram-Konzerns, die nicht in das Gesamtkonzept passten, wurden verkauft. Der vollständige Konsolidierungskurs dürfte im Jahr 2023 abgeschlossen sein.
- Neben dem Hauptsitz im österreichischen Premstätten besitzt das Unternehmen weltweit zahlreiche Niederlassungen.
- Die Aktie ist an der Schweizer Börse gelistet, die Marktkapitalisierung beträgt 841 Millionen SFR.