Rheinmetall-Aktie: Gute Chancen für Expansion in Spanien
Die Rheinmetall-Aktie konnte seit Jahresanfang wieder eine starke Kursrally hinlegen. Am Mittwoch verliert sie aktuell leicht und steht bei knapp 1.900 €. Es wird immer über neue Waffenaufträge berichtet. Was bedeutet das für die Aktie?
Spaniengeschäft ausgebaut
Wie das Unternehmen am 14. Januar mitteilte, wurde dem spanischen Verteidigungsministerium ein Vorschlag über ein modernes Raketenartilleriesystem unterbreitet. Hierzu wurde das Joint Venture UTE SILAM zwischen der spanischen Rheinmetall-Tochter Expal Munition und der EM&E Group gegründet. Beide wollen gemeinsam das System entwickeln und in Spanien produzieren.
Spanien benötigt kurzfristig eine leistungsfähige Alternative zur bestehenden Technologie. Dem spanischen Verteidigungsministerium wurde das SILAM-System (Sistema Lanzador de Alta Movilidad / High Mobility Rocket Launcher System) vorgeschlagen. SILAM soll die Lücke schließen, die Produktion soll in Spanien erfolgen, das ist Voraussetzung für die Auftragsvergabe.
Das Raketenartilleriesystem wird von Beginn an vollständig als nationales Programm für Spanien konzipiert. Der Vorschlag umfasst die Lieferung von Start- und Trägersystemen, Munition sowie Aufklärungs- und Gefechtsstandfahrzeugen. Ergänzt wird dies durch die Entwicklung und Qualifizierung von Übungs- und Lenkflugkörpern. Einerseits trägt Spanien somit zur Verteidigung der NATO-Fähigkeiten wesentlich bei; zudem werden spanische Schlüsseltechnologien und nationale Lieferketten gefördert.
Was bedeutet das für die Aktie?
Zunächst einmal ist es nur ein Vorschlag und noch kein Auftrag. Der große Vorteil ist jedoch, dass die spanische EM&E Group der Partner ist. Zudem stärkt der Vorschlag die spanische Industrie. Die Chancen für die Auftragsvergabe stehen gut.
Rheinmetall zeigt mit dem Vorschlag, dass der Konzern auch in dem Segment der Raketenartillerie hervorragend positioniert ist. Mittlerweile verfügt der Konzern über eine hohe Kompetenz bei der Verteidigung zu Land, in der Luft und zu Wasser. Das Düsseldorfer Unternehmen mausert sich immer mehr zu einem der führenden Rüstungskonzerne in Europa und weltweit.
Der Kursanstieg seit Mitte Dezember ist wirtschaftlich begründet. Der damalige Rückgang beruhte darauf, dass ein möglicher Frieden im Ukraine-Krieg sich negativ auf das Geschäft auswirken könnte. Davon kann jedoch keine Rede sein. Auch unabhängig von einem Frieden in der Ukraine, müssen die westlichen NATO-Partner massiv in die Verteidigung investieren.
Aus meiner Sicht ist der aktuelle Kurs nur eine Zwischenstation, der faire Wert dürfte vorerst bei 2.150 € liegen. Solche Kurseinbrüche wie zuletzt erlebt, bieten immer wieder günstige Einstiegschancen.
Dass die Aktie weiteres Potenzial besitzt, sehen auch die Analysten so. Die DZ Bank sieht den fairen Wert bei 2.290 € und die Deutsche Bank bei 2.100 €. Die Berenberg Bank mit 2.200 € sowie JP Morgan mit 2.250 € liegen dazwischen.
Mein Fazit: Die Aktie besitzt noch weiteres Potenzial.
Relevant in diesem Kontext: Während sich Militärhaushalte weltweit verdoppeln, analysiert unser Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ einen unterbewerteten Rohstoff, der für Hochpräzisionswaffen unverzichtbar ist – und den passenden Aktientip.
ℹ️ Rheinmetall in Kürze
- Rheinmetall (WKN: 703000) ist ein deutscher Rüstungskonzern und Automobilzulieferer mit Sitz in Düsseldorf.
- Nach Airbus ist Rheinmetall der zweitgrößte deutsche Hersteller von Rüstungsgütern.
- Schwerpunkte der Waffenproduktion sind militärische Rad- und Kettenfahrzeuge wie Kampf- und Schützenpanzer sowie Munition.
- Seit Anfang 2023 ist der Konzern Mitglied im deutschen Leitindex DAX und rund 87 Milliarden € wert.